Erfolgreiche FTS-Fachtagung 2014

Fahrerlose Transportsysteme – effizient und flexibel

Pressemitteilung / 23.9.2014

Rund 200 Besucher informierten sich am 23. und 24. September 2014 auf der FTS-Fachtagung im Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML über Best-Practice-Lösungen sowie Praxiserfahrungen rund um die Auswahl, Einführung und Betrieb von Fahrerlosen Transportsystemen (FTS). Mit einer neuen Rekordteilnehmerzahl und einer mit 24 Ständen ausgebuchten Fachausstellung war die zweite Tagung am neuen Veranstaltungsort in Dortmund erneut ein voller Erfolg. Unter dem Motto »Intelligente Prozesse durch FTS – effizient und flexibel« standen im alle zwei Jahre stattfindenden Branchentreffen in diesem Jahr vor allem die massiven Veränderungen im Mittelpunkt, die die FTS-Branche durch neue Marktteilnehmer und innovative Technologien wie autonom fahrende Pkw erwartet.

Den Eröffnungsvortrag hielt Prof. Dr. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML und damit Gastgeber der Veranstaltung. Ten Hompel stellte Innovationen aus der Intralogistik vor: die Leistungsfähigkeit der 3D-Drucktechnologie und ihre Einsatzmöglichkeiten in der Logistik, den RackRacer als vollständig neuartiges Bedienfahrzeug für Behälterregale, Mensch-Maschine-Schnittstellen im anbrechenden Industrie-4.0-Zeitalter, die Herausforderungen des Social Manufacturing, den Einsatz von Fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF) zum automatischen Parken von Pkw sowie das automatische und autonome Fahren von Pkw und Fliegen von Multikoptern. Insbesondere aber mahnte er an, wie unverzichtbar eine eigenständige, leistungsfähige Software-Industrie ist für Europa ist.

Diese einleitenden Gedanken bildeten die Basis für die insgesamt acht Vorträge »aus der Praxis für die Praxis«, in denen Fahrerlose Transportsysteme aus Betreibersicht vorgestellt wurden. Unter anderem berichtete Dr. Alain Patchong, Assembly Lines Director beim französischen Automobilzulieferer Faurecia, über die Planung und Einführung eines FTS in der Sitzmontage im Werk Crévin. Patchong erläuterte den kompletten Weg von der ausführlichen, konzernweiten Analyse der Ausgangssituation über die Evaluation verschiedener Transporttechnologien bis hin zur Vergabe und Inbetriebsetzung des ausgewählten Systems.

Über die vollautomatisierte Produktionsversorgung per FTS beim Automobilzulieferer Continental referierte Marc Wilhelm, Leiter Materialflussplanung und Peripherie des Unternehmens in Frankfurt: Im Jahr 2004 löste die vorgestellte Anlage dort ein in die Jahre gekommenes System ab, die Zahl der Fahrzeuge des Herstellers MLR System aus Ludwigsburg wurde von anfangs drei sukzessive auf inzwischen sieben FTF erweitert. Eine gemeinsame FTS-Leitsteuerung betreibt daher gleichzeitig Fahrzeuge mit alter und aktueller Technik in einer Anlage. Peter Baumgarten, Leiter Produktionsplanung bei AGCO Fendt in Asbach‐Bäumenheim, stellte in seinem Vortrag derweil den Einsatz von automatisch fahrenden, mobilen Montageplattformen in der Kabinen-Montage für Ackerschlepper vor. In einem neu errichteten Montagewerk wird seit 2012 ein FTS mit 47 Fahrzeugen eingesetzt, um eine 650 m lange Montagelinie für die Fließfertigung zu realisieren.

Einen weiteren Block leitete Dr. Günter Ullrich vom VDI Fachausschuss FTS mit seinem Vortrag »Innovationen bei Fahrerlosen Transportsystemen« ein. Er stellte vor, welche Veränderungen der FTS-Markt aktuell durchlebt und unterstrich in diesem Zusammenhang die Bedeutung von Innovationen in den Bereichen Navigation und Sicherheit. Laut Ullrich sind die Sensorik und die Sensorfusion als Schlüsseltechnologien zu begreifen. Anhand von vier Beispielen veranschaulichte er im Anschluss zudem die Innovationskraft einer Branche, die im Umfeld von Industrie 4.0 immer mehr an Bedeutung gewinnt. Ullrichs Impulsvortrag spannte den thematischen Bogen für die anschließenden Vorträge dieses Blocks.

Weitere Referenten der Veranstaltung waren Marc Eberhardt von der Seeberger GmbH, Markus Moch von L’Oréal, Jean Pierre Bérubé und Dr. Genevieve Pichet von der kanadischen Aluminerie Alounette, Stefan Maussen von der SML in Genk sowie Manfred Harrer vom Maschinen- und Anlagenhersteller Dieffenbacher. Rückblickend haben die Fachvorträge der diesjährigen FTS-Fachtagung erneut gezeigt, wie vielfältig die Einsatzfelder für FTS in den unterschiedlichsten Branchen sind und welche Optimierungspotenziale sich im innerbetrieblichen Materialfluss mit ihrer Hilfe realisieren lassen.

 

Weitere Informationen unter: www.fts-fachtagung.org/