Forschungsstrategie Supply Chain Engineering

Unsere Forschung im Bereich Supply Chain Engineering mit Fokus auf das Risikomanagement, Künstlicher Intelligenz, Plattformökonomie und Nachhaltigkeit#

Zukunftsträchtige Ideen entstehen meist in Kollaboration. Um zudem den notwendigen Nutzen zu erzeugen, sind Forschungsinhalte in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen auszuarbeiten und aktiv zu entwickeln. Ganz nach dem Motto von Joseph von Fraunhofer verfolgt die Abteilung Supply Chain Engineering (SCE) daher Themen der anwendungsnahen Forschung. Dafür sind neue Ideen und Ansätze für die Gestaltung und Planung von Supply Chains mit den Bedarfen der Unternehmen zu kombinieren. Aus den Forschungsprojekten entstehen so Prototypen, die von den Unternehmen übernommen und weiterentwickelt werden können.

Die Abteilung SCE forscht aktuell an Ansätzen und Methoden des Risikomanagements, der Künstlichen Intelligenz und deren Kopplung mit Simulation und Themen der Plattformökonomie. Im Rahmen des Risikomanagements liegt der Schwerpunkt auf strategischen, disruptiven und operativen Risiken. Unter Einbindung neuer Möglichkeiten der Digitalisierung befasst sich die Abteilung mit dem Aufbau von resilienten Supply Chains. Darunter fällt auch die Ermittlung von Ansätzen zur Ad-hoc Umgestaltung von Supply Chains, um sich an das ändernde Umfeld anzupassen. Die Einbindung von Künstlicher Intelligenz in das Risikomanagement bietet an dieser Stelle ein hohes Potenzial.

Eine ganzheitliche Betrachtung des Risikomanagements wird über die hausinterne, ereignisdiskrete Simulation OTD-NET ermöglicht. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Kopplung der Simulation mit Künstlicher Intelligenz, sei es durch die Generierung von synthetischen Supply Chain Daten als Lerndaten für Verfahren der KI oder durch die Evaluierung von Lösungen der KI selbst. In beiden Fällen bietet die Simulation Ansätze, die zum Forschen einladen.

Unter Aspekten der Plattformökonomie kann die Forschung insbesondere KMU unterstützen. Ziel ist es dabei, Services für KMU zu entwickeln, die im Unternehmen nur sporadisch und unter spezifischen Umständen in Anspruch genommen werden. Hierfür eignen sich z.B. Services der Simulation, wie sie in CO-VERSATILE entwickelt werden.

Aspekte der Nachhaltigkeit sind im Zuge der Klimaentwicklung zu beachten. Die Produktentwicklung in Kombination mit der Kreislaufwirtschaft zu unterstützen, ist dabei eines der Fokusthemen am Fraunhofer IML. Die Abteilung SCE unterstützt dies mit einer Evaluierung von Supply Chains in Bezug auf Energie‑ und CO²‑Messung. Nachhaltigkeit bedeutet aber auch die Einbindung von wirtschaftlichen Faktoren und von Indikatoren der Supply Chain Resilienz. Diese gesamtheitliche Betrachtung kann u.a. durch ein Zusammenspiel von Digitalem Zwilling und Supply Chain Simulation erfolgen.

 

Beispiele aktueller Projekte aus den jeweiligen Kategorien#

In Bezug auf pandemische Risiken und weitere Krisen werden aktuell in mehreren Forschungsprojekten geforscht. Im Rahmen des Risikomanagements verwendet die Abteilung stets das Simulationstool OTD-NET. Einige Vorarbeiten zum Einsatz von Simulation in einer pandemischen Situation wurde durch das Forschungsprojekt Fast Ramp-Up  geleistet. Das Projekt beschäftigte sich mit dem Wiederanlauf der Wirtschaft und zeigte die Schwierigkeiten konzeptionell sowie mittels Simulation auf. Das aktuell laufende EU-Projekt CO VERSATILE widmet sich der Gewährleistung einer stabilen Lieferkette für medizinisch lebensnotwendige Geräte.

Künstliche Intelligenz spielt in vielen verschiedenen Projekten, die auch Schnittpunkte zu anderen Bereichen wie dem Risikomanagement oder der Plattformökonomie aufweisen, eine große Rolle. Projekte wie Move und AI Cube  setzen sich mit der Bewältigung immer größer werdender Datensätze sowie den Anforderungen immer komplexer werdender Supply Chains auseinander, sowie den Möglichkeiten von KI-gesteuerten Simulationstools.

Nachhaltigkeit kommt in zukunftsorientierten Supply Chains eine wachsende Bedeutung zu. Projekte wie unser Langzeit-Forschungsprojekt e²-Design, zielen darauf ab, Unternehmen zu befähigen, neben den klassischen Leistungs- und Kostengrößen die Energieeffizienz als weitere Zielgröße in ihre strategische und taktische Planung von Wertschöpfungsnetzwerken mit einzubeziehen.

Als letzter Punkt unseres Forschungsfokus ist die Plattformökonomie zu nennen. Der Austausch und die fortschreitende Vernetzung von Informationen bietet Vorteile und Chancen, die gerade durch beispielsweise den Einsatz von simulativ durchgespielten Szenarien ein großes Potenzial für ein optimiertes Lieferkettennetz mit funktionierenden Kommunikationswegen beinhaltet. Aktuelle Projekte, die ebenfalls auch Elemente des Risikomanagements und der KI beinhalten sind hier beispielsweise ResKriVer. Darüber hinaus ist unsere Abteilung auch als Kooperationspartner in weiteren Blockchain-Forschungsvorhaben wie der Silicon Economy sowie Blockchain Europe involviert.

Unsere Forschungsprojekte

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