Nahmobilität für Migranten als Bestandteil einer erfolgreichen Integrationsstrategie

Kurzbeschreibung

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Die Integration von Migranten stellt Städte, Kommunen und Länder vor neue Herausforderungen. Um die soziale Teilhabe von Migranten zu ermöglichen, bedarf es effektiver Integrationsstrategien. Neben dem Erlernen der Sprache stellt selbstständige und flexible Mobilität einen zentralen Bestandteil dar, um Behördengänge zu erledigen, Schulungen oder Ausbildungsmaßnahmen nachzugehen und Freizeitangebote wahrzunehmen. Bereits vorhandene Mobilitätstickets, Fahrradkurse oder die Möglichkeit den Führerschein zu absolvieren, sind erste und wichtige Ansätze, um Migranten in das soziale Leben zu integrieren. Diese Ansätze lösen jedoch nicht die Probleme für diejenigen, die in Randlagen untergebracht sind.

Hier bedarf es zunächst einer Grundlagenforschung, die Erkenntnisse darüber liefert, wie Mobilität im Alltag von Migranten stattfindet und welchen Restriktionen mögliche Lösungsansätze unterliegen. Mobilitätsverhalten und -bedarfe von Migranten sind weitestgehend unerforscht. Die Bearbeitung dieses neuen Forschungsfeldes und die Zusammenarbeit mit Menschen aus verschiedensten Sprach- und Kulturkreisen macht die Entwicklung von neuen Analysemethoden notwendig.

Gefördert wird das Forschungsprojekt „Nahmobilität für Migranten als Bestandteil einer erfolgreichen Integrationsstrategie – Eine Bedarfsanalyse für das Rhein-Main-Gebiet“ im Rahmen der HOLM-Innovationsförderung. Das Projekt wird zusammen mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund, Asyl Alsbach-Hähnlein e.V., der Stadtverwaltung Oberursel (Taunus) sowie der Landeshauptstadt Wiesbaden, vertreten durch das Amt für Soziales im Verbund mit dem Amt für Grundsicherung und Flüchtlinge als assoziierte Partner durchgeführt und durch das House of Logistics and Mobility (HOLM) unterstützt.

Im Fokus des Vorhabens steht eine Bedarfsanalyse zum Alltagsmobilitätsverhalten von Migranten im Rhein-Main-Gebiet. Um der Komplexität der Thematik gerecht zu werden und die Offenheit der Forschungsergebnisse zu stärken, wird ein explorativer Ansatz auf Basis von qualitativen und quantitativen Erhebungen gewählt. In einer qualitativen Erhebung werden insbesondere die Herausforderungen auf Grundlage der Erfahrungswerte der Gesprächspartner mit der Alltagsmobilität von Migranten ermittelt. Die Workshops und Interviews werden mit Stakeholdern und Experten aus dem Umfeld der ÖPNV-Planung sowie der aktiven Arbeit mit Migranten (z.B. durch Integrationsarbeit) durchgeführt. Die assoziierten Partner sind hierbei aufgrund ihrer Expertise und Erfahrung aus verschiedenen Perspektiven von zentraler Bedeutung.  

In einer quantitativen Erhebung werden Migranten zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt. Aufbauend auf der datenbasierten Auswertung des Mobilitätsverhaltens von Migranten, werden Lösungsansätze entwickelt, die eine selbstständige und flexible Mobilität als Grundlage zur sozialen Teilhabe ermöglichen. Das Projekt leistet somit einen erstmaligen Beitrag zu der Frage nach den Mobilitätsbedarfen von Migranten im Alltag.

 

Meilensteine:

  • Kick-Off-Termin 03.02.2017 im House of Logistics and Mobility, Frankfurt am Main

 

  • Workshop I "Aktuelle Maßnahmen zur Förderung der Nahmobilität von Migranten - Was funktioniert und was nicht?"
                        am 27.04.2017

 

  • Workshop II "Erfahrungen mit der Alltagsmobilität von Migranten - Verhalten, Wegezwecke, Verkehrsmittel, Erreichbarkeiten,                     Personengruppen"
                        am 09.05.2017

 

  • Workshop III "Validierungsworkshop der Handlungsempfehlungen und Maßnahmen zur Verbesserung der Nahmobilität von Migranten"
                        am 29.08.2017

 

Projektlaufzeit: Februar 2017 - September 2017

Projektleitung: Isabella Geis, Fraunhofer IML 

 

Den Ergebnisbericht finden Sie hier.