Projektbeispiel: GILA - Ressourceneffiziente Logistikzentren und Transport

Die Logistik muss - wie alle anderen Sektoren auch - ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Veränderung unserer Wirtschaft sowie Gesellschaft leisten. Gleiches gilt für die Reduzierung der absoluten Treibhausgasemissionen und die Steigerung der Ressourceneffizienz, denn nur so können die Umweltziele des Pariser Abkommens erreicht werden.

Das Projekt GILA unterstützt die weltweiten Bemühungen, die Umweltbelastungen durch die Logistik zu reduzieren (v.a. die THG-Emissionen). Der Fokus liegt auf Logistikzentren, die innerhalb von Transportketten eine Schnittstellenfunktion haben. Hierunter fallen alle Zentren, die verschiedene Transportstrecken (mit gleichen oder unterschiedlichen Verkehrsträgern) miteinander verbinden oder die den Start- oder Endpunkt einer Transportkette darstellen. Neben Logistikzentren können auch weitere Begriffe wie Logistikstandorte, -knoten, Hubs oder Depots verwendet werden. Beispiele hierfür sind Logistikeinrichtungen/ -immobilien wie Lager, Konsolidierungs-/Fulfillment-Zentren, Distributionszentren, Cross-Docking Standorte, Mikro-Depots sowie Terminals an See- oder Binnenhäfen, KV-Terminals oder Cargo-Terminal an Flughäfen.

Projektziele

In GILA werden zwei Forschungsschwerpunkte gesetzt, die folgende Ziele verfolgen:

  1. Entwicklung von Best Practices und Analyse zukünftiger  Anforderungen, Dienstleistungen und Konzepte für nachhaltige Logistikzentren innerhalb einer energie- und ressourceneffizienten Transportkette
    1. a.      Trendstudie und Bedarfsanalyse für Logistikzentren
    2. b.     Entwicklung von Zukunftskonzepten für Logistikknoten innerhalb  von Transportketten
    3. c.      Hilfestellungen zur Reduzierung der Umweltbelastungen durch  Logistikzentren und Transport, sowie zur Verbesserung der Nachhaltigkeit in der Logistik
  2. Definition eines methodischen Rahmens zur detaillierten Beschreibung der Umweltperformance von Logistikzentren
    1. a.      Klassifikationsschema und Umweltindikatoren für Logistikzentren
    2. b.     Abschätzung der nationalen Treibhausgasinventare der  Logistikknoten und Ermittlung von Reduktionspfade
    3. c.      Unterstützung bei der Erstellung der ISO 14083 / NWIP 24468 durch u.a. Einbringen neuester Expertise und Forschungserkenntnisse

Bewertung der Umweltperformance von Logistikzentren

Die angestrebte Definition eines einheitlichen methodischen Vorgehens zur Bewertung der Umweltperformance von Logistikzentren steigert nicht nur die Transparenz, sondern schafft eine robuste Basis für operative und strategische Entscheidungen, sowie für eine gezielte Identifikation und Definition von Maßnahmen zur Reduzierung von THG-Emissionen. Dies werden wir innerhalb internationaler Netzwerke vorstellen und diskutieren, so zum Beispiel mit dem Global Logistics Emissions Council (GLEC) oder EcoTransIT World, sowie während des Erarbeitungsprozesses der Norm ISO 14083/NWIP 24468. Ermittelte durchschnittliche Emissionsintensitätswerte oder andere Umweltindikatoren für definierte Logistikstandorte könnten in existierende Berechnungstools und Initiativen für umweltfreundlichen Transport eingebunden werden, beispielsweise als Standardwerte oder als Benchmark.

Nachhaltige Zukunftskonzepte für Logistikzentren

Die Entwicklung von Zukunftskonzepten für Logistikzentren und der Austausch von Best Practice Beispielen unterstützen teilnehmende Unternehmen zudem, sich auf zukünftige Trends und Anforderungen innerhalb von Logistiknetzwerken vorzubereiten. Zusätzlich hilft dieser Ansatz wirksame Wege zur angestrebten emissionsfreien Logistik bis 2050 zu ebnen und bei einer nachhaltige Veränderung des Sektors. Das Projekt ermöglicht es Unternehmen, die gewonnenen Erkenntnisse in ihre Planungen und bei der Umsetzung neuer Investitionen in die Infrastruktur ihrer Logistikzentren einzubeziehen.

Das Projektkonsortium

Das Fraunhofer IML übernimmt sowohl die Verbundprojektleitung als auch die wissenschaftliche Umsetzung des Projekts. Ein inhaltlicher Schwerpunkt liegt auf dem methodischen Ansatz der Entwicklung von Umweltindikatoren, ein anderer auf der nachhaltigen Gestaltung von Intralogistik und Hoflogistik sowie auf der Umsetzung einer Circular Economy. Arcadis Germany GmbH legt als Entwickler von Logistikstandorten den Schwerpunkt auf Konzepte für die Nachhaltigkeit und Energieeffizienz von Logistikgebäuden und Infrastrukturen und in diesem Zusammenhang auf insbesondere die Bauwerksdatenmodellierung. P3 Logistic Parks wird als Anwender sein Knowhow im Bereich nachhaltiger Industrieimmobilien und Marktentwicklung in das Projekt einbringen. Der italienische Partner Politecnico di Milano bringt seine Kompetenzen im Bereich „Green Logistics“ ein. Der Partner GreenRouter ist insbesondere für die Berechnung des CO2-Fußabdrucks von Logistikgebäuden verantwortlich. Die Partner FercamFlexilogConad und Prysmian group bringen ihre Kompetenzen und Erfahrungen aus den eigenen Logistikstandorten ein. Zusätzlich wird der Partner Universidad de los Andes mit seiner lateinamerkikanischen Perspektive und Erfahrungen zur Umweltperformance von Terminals eingebunden. Der parallel Diskurs mit externen Stakeholdern ist ebenfalls vorgesehen.

Das bmbf fördert das Projekt German, Italian & Latin American consortium for resource efficient logistics hubs & transport (GILA) unter dem FKZ 03INT712BA.

Die Projektlaufzeit ist Juli 2020 bis Juli 2023.

Dieses Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

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