Projektidee »TT-GSat« mit dem ESA Integspace Award 2013 ausgezeichnet

Pressemitteilung / 04. April 2013

Das Fraunhofer IML Projektzentrum Verkehr, Mobilität und Umwelt wurde für ihre Idee eines »Test und Trainingszentrums für Geoinformations- und Satellitenbasierte Rettungsdienste (TT-GSat)« mit dem „ESA Integspace Award 2013“ ausgezeichnet. Von eingereichten Ideen aus Wirtschaft, Industrie, Forschung und Wissenschaft konnte das Fraunhofer IML und dessen Partner, die IABG mbH, die proTime GmbH und die DIALOGIS UG, erneut ihr fachliches Know-how beweisen und sich zu den insgesamt drei Preisträgern zählen.

Der von der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA), dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) und der MT Aerospace AG erstmalig ausgeschriebene sowie von der bavAIRia e.V. und dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie unterstützte Wettbewerb prämierte Vorschläge für integrierte Anwendungen und Dienstleistungen welche auf mindestens zwei existierenden Raumfahrttechnologien aufbauen. Der Preis, welcher eine Prämie von 50.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie der eingereichten Idee beinhaltet, wurde am 28. Februar zusammen mit den Projektpartnern von Herrn Wolfgang Inninger, Abteilungsleiter des Fraunhofer IML Projektzentrums Prien und Herrn Holger Schulz, Projektleiter Sicherheitslogistik und TT-GSat Ideengeber, im Ludwig-Erhard-Saal des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie in München entgegengenommen.

Nach dem heutigen Stand werden bei Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) bereits einzelne Systeme, wie beispielsweise Satellitennavigation oder -kommunikation genutzt. Mehrheitlich jedoch als sogenannte „Insellösungen“, also als organisatorisch und technisch voneinander getrennte Technologien. Zudem existiert aktuell kaum eine integrierte Anwendung der Bereiche Satellitenkommunikation, -navigation, Erdbeobachtung oder auch dem Themenfeld Robotik.

 Ziel des Test- und Trainingszentrum für Geoinformations- und Satellitenbasierte Rettungsdienste ist es daher, der Polizei und verschiedenen Rettungsorganisationen innovative Endgeräte und neue Technologien aus oben genannten  Bereichen für Test- und Trainingsmöglichkeiten sowie für Schulungs- und Demonstrationszwecke bereitzustellen, um ihnen hierüber die Vorteile der einzelnen Technologien, Endgeräte oder auch die Möglichkeiten von geoinformationsspezifischen Anwendungen aufzuzeigen. Eine stetige Anpassung und Integration weiterer neuartiger Technologien und Systeme in das »TT-GSat« Testgelände ist vorgesehen.

 Insbesondere sollen jedoch der Nutzen und die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten einer integrierten Lösung aufgezeigt werden. Vorteile einer integrierten Anwendung dieser Technologien sind beispielsweise die Gewinnung spezifischer Informationen über das Einsatzgebiet sowie über die Auswirkungen des Schadensereignisses durch gezielte Erdbeobachtung oder das Ermöglichen einer autarken und zuverlässige Kommunikation, die unabhängig von der vorhandenen Infrastruktur besteht, mittels Satellitenkommunikation. Zudem können hier dem Nutzer Anwendungsmöglichkeiten der Satellitennavigation, wie beispielsweise eine optimierte und zuverlässige Ortung, ein kontinuierliches Tracking oder einer Lagebilddarstellung in Echtzeit, nähergebracht werden.

„Als weiterer Effekt des »TT-GSat«-Ansatzes soll einerseits der Innovationszyklus im BOS Bereich verstärkt und beschleunigt werden sowie andererseits durch das Feedback und die Erfahrung der Nutzer auch eine kontinuierliche Optimierung der einzelnen Technologien und Anwendungen ermöglicht werden und zukünftig hinsichtlich einer praxisbezogenen Produktentwicklung dienen“, so Holger Schulz, Projektleiter Sicherheitslogistik am Fraunhofer IML Projektzentrum Prien.

Die Staatliche Feuerwehrschule Geretsried als Vertreter aus dem Bereich Rettungswesen und das Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei in Ainring haben bereits ihre aktive Unterstützung des Projektes signalisiert und werden als priorisierte Anwender in die Machbarkeitsstudie des »TT-GSat«-Projekts mit einbezogen.