Mobilität

Fraunhofer IML und ivm GmbH untersuchen den Einsatz von Mikromobilen

Pressemitteilung / 20.12.2018

Der Mobilitätsbedarf unserer Gesellschaft wächst und mit ihm die Nachfrage nach flexiblen und nachhaltigen Mobilitätsangeboten. Innovative und zukunftsfähige Mobilitätslösungen, die einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz leisten, sind heute mehr denn je gefragt. Elektrische Fahrzeuge für die Kurzstreckenmobilität, sogenannte Mikromobile, versprechen ein großes Potential, um die Lücke zwischen den existierenden Mobilitätsangeboten (ÖV, MIV, Fahrrad und Fußverkehr) zu schließen und maßgebend zur Förderung der Intermodalität beizutragen. Ob Segway, Elektroroller, Hoverboard oder One-Wheel, die Palette an verfügbaren Produkten im Segment der Mikromobile ist breit – allerdings ist häufig unklar, was unter welchen Rahmenbedingungen auch im öffentlichen Verkehrsraum genutzt werden kann.

Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML und die Gesellschaft für Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain (ivm) haben daher gemeinsam eine Untersuchung zum Thema »Zukunftsfeld Mikromobile - Eine Analyse des Status Quo und möglicher Anwendungsfelder« gestartet. Das Projekt hat im November 2018 begonnen. Ziel der Untersuchung ist es, Mikromobile hinsichtlich ihrer Potenziale für eine nachhaltige und zukunftsfähige Mobilität zu analysieren und Rahmenbedingungen und Anforderungen für einen Einsatz in der Praxis zu bewerten.

»In der Neugestaltung unserer Mobilität spielen innovative Fahrzeugkonzepte eine ebenso wichtige Rolle wie neue Antriebe. Mit der Entwicklung von Mikromobilen kommt Bewegung in den Markt. Unsere Untersuchung wird aufzeigen, in welchen Anwendungsfeldern Mikromobile einen Mehrwert leisten können, aber auch, welche Hürden zu nehmen und welche Rahmenbedingungen zu schaffen sind«, so die Projektleiterin des Fraunhofer IML, Isabella Geis.

»Auch in unserer Region sind die Städte und Gemeinden und die Aufgabenträger im Mobilitätssektor ein weiteres Mal gefordert, neue Mobilitätsangebote und –formen zu integrieren und einen Rahmen zu schaffen«, ergänzt Heike Mühlhans, Geschäftsführerin der ivm. »Im Rahmen unseres betrieblichen Mobilitätsmanagements ist bereits heute ein zunehmendes Interesse an dem Einsatz solcher Mikromobile im betrieblichen Umfeld erkennbar – ob für Wege innerhalb großer Industrie- oder Gewerbeparks oder auch für die sog. letzte Meile von der S-Bahn zum Arbeitsplatz.« Mit der angestoßenen Untersuchung wolle man daher Kommunen und Unternehmen eine konkrete Unterstützung bieten.

Die Untersuchung schafft daher zunächst einen Überblick über den Markt für Mikromobile. Anschließend werden Anwendungsfelder für Mikromobile untersucht. Drei Felder stehen hier im Fokus:

1.       Betriebliche und innerbetriebliche Mobilität: Mikromobile als effiziente und wirtschaftliche Mobilitätslösung sowohl für kurze dienstliche Wege als auch für innerbetriebliche Dienstwege auf dem Werksgelände.

2.       Die erste und letzte Meile als Ergänzung zu Wohnangeboten: Mikromobile als erstes bzw. letztes Bindeglied in der Mobilitätskette zur Schließung der Lücke zwischen Wohnort/ Reiseziel und dem ÖPNV.

3.       Privatanschaffung: Mikromobile als individuelles Fortbewegungsmittel für die Durchführung kurzer Wege.

Dabei werden die Anwendungsfelder hinsichtlich bestehender und zu schaffender Rahmenbedingungen, Nutzungshürden, Auswirkungen auf planerische Aspekte und Beitrag für die Mobilität der Zukunft bewertet.

Die Ergebnisse werden für die Öffentlichkeit und Fachpublikum aufbereitet und zur Verfügung gestellt. Sie geben Politik, Verkehrsplanern und Anwendern Empfehlungen für die Implementierung von Mikromobilen, zeigen auf, welche Aspekte zu beachten sind und welche Mikromobile für welche Anwendungen am ehesten geeignet sind.

Für die Untersuchung werden die relevanten Akteure über Workshops und Experteninterviews eingebunden.