Blockchain

Blockchain-Technologie als Enabler für die Digitalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen

Pressemitteilung / 17.9.2018

Gemeinsam mit dem technischen Großhändler PIEL hat das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML ein Forschungsprojekt gestartet: PIEL testet exemplarisch auf der Blockchain-Technologie basierende Lösungen für den Austausch von Daten mit anderen Unternehmen. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geför-derte Projekt läuft bis Juni 2019.

Sobald kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Daten sicher untereinander austauschen wollen, werden sie vor eine große Herausforderung gestellt. Die nötige Infrastruktur fehlt oder ist schlicht zu teuer, es gibt kaum branchenübergreifende Lösungen. Teilweise sind die Systeme einzelner Unternehmen nicht miteinander kompatibel. Das hindert häufig vor allem KMU, effektiv an der Digitalisierung teilzunehmen.

Eine Lösung hierfür kann die Blockchain-Technologie sein. Sie ist kostengünstig, individuell an die Bedürfnisse der KMU anpassbar und trotzdem sicher. Der technische Großhändler PIEL wird gemeinsam mit dem Fraunhofer IML in einem Pilotprojekt die Grundlagen für dieses wichtige Einsatzgebiet der Blockchain-Technologie in KMU legen. Bei erfolgreichem Proof of Concept ergeben sich zahlreiche Ausroll- und Anschlussmöglichkeiten für den mittelständischen Handel.

PIEL selbst sieht in der Blockchain-Technologie die Chance, die Digitalisierung im eigenen Unternehmen voranzutreiben und so auch die vollständig digitalisierte Nachbestellung von Ersatzteilen und Verbrauchsmaterialien zu ermöglichen – etwas, das sich die Kunden schon lange wünschen. Die dafür verwendeten automatisierten Transaktionen beschleunigen den Ablauf. 

Die Blockchain-Technologie ermöglicht die Digitalisierung der gesamten Supply Chain. So wird sie transparent, effizient und bietet den Unternehmen Rechtssicherheit. Um PIEL und Andere bei der Einführung der Technologie zu unterstützen, kombiniert das Team des Fraunhofer IML mehrere Maßnahmen: von der Identifizierung sinnvoller Use-Cases für die Entwicklung von Smart Contracts über Machbarkeitsanalysen sowie Kosten-Nutzen-Bewertungen bis hin zur Durchführung von Pilotprojekten für Blockchain-basierte Geschäftsprozesse.

 

Informationen zu Blockchain und Smart Contracts:

Die Blockchain ist eine dezentrale Speicherform für Informationen. Einzelne Informationen werden zu »Blöcken« gebündelt, die wie in einer Kette über sogenannte »Hashes« miteinander verbunden sind. Diese Hashes sorgen dafür, dass die bisher erstellten Blöcke nicht manipulierbar sind. Ihre große Sicherheit gewinnt die Blockchain-Technologie zusätzlich aus der Tatsache, dass die Informationen verschlüsselt sind und nicht zentral an einem Ort gespeichert werden. Jeder im jeweiligen Blockchainnetzwerk erhält eine vollständige Kopie aller Informationen. Wenn so Dritte die Blockchain manipulieren wollen, müssten sie es zeitgleich bei allen Teilnehmern des Netzwerks tun – unmöglich.

Durch den Einsatz von Smart Contracts wird es möglich, Verträge in Echtzeit zu schließen und deren aktuellen Status zu validieren. Dabei handelt es sich nicht um Verträge im klassischen Sinne, sondern um Programmcodes, die auf Wenn-Dann-Bedingungen beruhen und vereinbarte Handlungen auslösen. Die hierfür notwendigen Bedingungen werden zuvor von den Partnern verbindlich vereinbart. So wird z. B. ein Container mit Kühlgut automatisch aussortiert, wenn die Kühlkette unterbrochen wurde. Durch die Kombination von Smart Contracts mit der Blockchain-Technologie herrscht vollkommene Transparenz über die automatisierten Abläufe und Prozesse können schneller und sicherer ablaufen als bei der Verwendung klassischer Verträge.