SNAP – Silent Night Analysis and Planning

Tourszenarien weisen u.a. die Zeitersparnisse Tag vs. Nacht aus
© OpenStreetMap contributors - CARTO
Tourszenarien weisen u.a. die Zeitersparnisse Tag vs. Nacht aus.

Geräuscharme Nachtlogistik mit E‑Lkw schafft betriebliche Spielräume und stabilere Abläufe. Mit der Ausweitung der Belieferungszeiten können die vorgelagerten Logistikprozesse – etwa die Kommissionierung der Waren – flexibler gestaltet und Lastspitzen im Tagesgeschäft entzerrt werden. Die Touren sind besser planbar, weil in den Tagesrandzeiten die Straßen weniger belastet sind und dadurch weniger unvorhersehbare Lieferverzögerungen durch Staus auftreten. Gleichzeitig sind weniger Verkehrsteilnehmer unterwegs; die Unfallgefahr sinkt und die Touren verlaufen für das Fahrpersonal spürbar stressärmer. Darüber hinaus können die in der Beschaffung kostenintensiveren E‑Lkw in den Tagesrandzeiten eine zusätzliche Tour absolvieren, was sich positiv auf die Fahrzeuggesamtkosten auswirkt.
 

Bewertung von Standorten anhand verfügbarer Geodaten

Die zentrale Hürde liegt in der standortscharfen Zulässigkeit und Verträglichkeit von Nachtbelieferungen. Jeder Standort hat eigene Rahmenbedingungen hinsichtlich relevanter Immissionsorte, Gebietsausweisung, Zufahrt und Schallschutz. Genau hier setzt SNAP – Silent Night Analysis and Planning – an. SNAP bewertet Standorte auf Basis von Luftbildaufnahmen, frei zugänglichen Sekundärdaten und OpenStreetMap (OSM)‑Daten. Im ersten Schritt werden nur die Standortadressen benötigt, keine weiteren Unternehmensdaten. Das Tool bietet als digitale Entscheidungsunterstützung eine transparente Empfehlung und relevante Standortinformationen. Die weiteren Schritte konzentrieren sich dann auf die relevanten Standorte.

Mit SNAP wird die einzelne Standortbetrachtung, die für die schalltechnische Untersuchung notwendig ist, mit der logistischen Sichtweise verknüpft, die in Touren und Liefergebieten mit vielen Standorten denkt. So lassen sich nicht nur einzelne Filialen bewerten, sondern ganze Touren planen, Zeitgewinne Tag vs. Nacht abschätzen, Fahrzeugbedarfe ableiten und der Weg zur Genehmigung systematisch vorbereiten. SNAP erschließt damit das Potenzial der geräuscharmen Nachtlogistik – schnell, konsistent und skalierbar.

SNAP ersetzt nicht die schalltechnische Untersuchung (Schallprognose) für die Änderungsanträge zur Ausweitung der Betriebszeiten, unterstützt aber die fundierte Entscheidungs- und Genehmigungsvorbereitung.
 

SNAP – Digitale Entscheidungsunterstützung für die Nachtbelieferung mit E‑Lkw

  • Zielgruppe: Einzelhandel, Logistikdienstleister, Immobilienbetreiber sowie Stadt‑ und Verkehrsplanung.
  • Datengrundlage: Luftbildaufnahmen und OSM, ergänzt durch öffentliche Regelwerke und Geodaten.
  • Start ohne Unternehmensdaten: Erstbewertung ausschließlich auf Adressdaten und aus externen Daten.
  • Ergebnis: Ampel (grün/gelb/rot) mit Begründung, Maßnahmenvorschläge und PDF‑Report.
  • Einsatzfelder: Standorteignung, Filialnetz‑Optimierung, Genehmigungsvorbereitung, Umstellung auf Nachtlogistik.
Mit den Modulen von SNAP von einer ersten Einschätzung bis zur Umsetzung
© Fraunhofer IML

Modularer Ansatz – von der Ersteinschätzung bis zur Umsetzungsunterstützung

SNAP ist modular aufgebaut und ermöglicht einen stufenweisen Einstieg in das Logistikkonzept der geräuscharmen Nachtlogistik. Den Anfang macht die Standorteignung. Auf Basis von Luftbildern und OSM liefert SNAP einen fundierten Ersteindruck, ob Nachtlogistik an ausgewählten Standorten grundsätzlich machbar ist. Die Standortinformationen können im Anschluss für die Gespräche mit den zuständigen Behörden genutzt werden. Hierbei kann auf die Expertise am Fraunhofer IML aus Forschungsprojekten zur geräuscharmen Logistik und der engen Zusammenarbeit mit Schallgutachtern zurückgegriffen werden, damit aus einer Chance eine belastbare Freigabe wird. Flankierend werden für die Standorte, die im ersten Schritt nicht für eine Nachtbelieferung geeignet sind, technische Maßnahmen ausgewiesen. Bauliche Abschirmungen, fahrzeugseitige Optionen und leises Equipment – werden jeweils mit Wirkung, Aufwand und Priorität benannt. Für die logistische Umsetzung wird die Einbindung der geeigneten »Nachtstandorte« in die bestehenden Touren geplant und anhand von Tag‑ vs. Nachtszenarien werden Zeitgewinne und Einsparungen bei dem Fahrzeugbedarf ausgewiesen. Abschließend macht die Kostenrechnung das Bild vollständig, indem Investitionen in geräuscharme Technik und Umbauten, Aufwände im Genehmigungsprozess und operative Effekte (inkl. Personal) zu einem transparenten Business Case zusammengeführt werden.

So verbindet SNAP die standortscharfe schalltechnische Betrachtung mit der Netz‑ und Tourensicht der Logistik – von der schnellen, datensparsamen Analyse bis zur unternehmensspezifischen individuellen Umsetzung.

Unterschiedliche Sichtweisen auf den Standort werden für die Beurteilung herangezogen
© Google Maps 2025 / Google Street View 2025 / OpenStreetMap
Unterschiedliche Sichtweisen auf den Standort werden für die Beurteilung herangezogen.
Übersicht welche Standorte geeignet sind (grün), welche nicht (rot) und welche unter Umständen (gelb)
© OpenStreetMap contributors - CARTO
Übersicht welche Standorte geeignet sind (grün), welche nicht (rot) und welche unter Umständen (gelb).
Logo: Leistungszentrum Logistik und IT
SNAP-Logo bestehend aus einem E-Lkw mit buntem Farbverlauf und der Wortmarke

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