Die heutige Logistiklandschaft ist fragmentiert und Systeme, Datenflüsse und Verantwortlichkeiten über Behörden, Unternehmen und Ländergrenzen verteilt. Dabei ist die Logistik essenziell für die Souveränität und Verteidigungsfähigkeit Europas. Sie trägt entscheidend zur operativen und strategischen Fähigkeit eines Verteidigungssystems bei und stellt sicher, dass Deutschland im Verteidigungsfall handlungsfähig bleibt.
Zu den logistischen Herausforderungen für den Bereich Defence zählen:
- Lieferkettenresilienz: Lieferketten, die nur auf Effizienz statt auf Resilienz optimiert sind, sind anfällig für Störungen, etwa durch Cyberangriffe oder geopolitische Konflikte. Die Notwendigkeit flexibler und redundanter Netzwerkstrukturen erfordert systematische Analysen und simulationsgestützte Bewertungen.
- Komplexe Standortnetze: Multi-Site-Strukturen mit divergenten Anforderungen an Produktion, Lagerhaltung und Distribution erfordern integrierte Planungsansätze.
- Instandhaltung: Instandhaltung und insbesondere Instandsetzung sollte zum richtigen Zeitpunkt erfolgen, zu früh bedeutet, dass die Restlebensdauer von Bauteilen nicht vollständig ausgenutzt wird. Zu spät kann für kritische Bauteile zum Ausfall der Anlage und auch zu erheblichen Folgeschäden führen.
- Lagerung: Die Anforderungen an Lager- und Distributionsstandorte unterliegen im Bereich Defence einer anderen Logik.
- Infrastruktur: Besonders in Deutschland behindern veraltete Straßen, Brücken und Schienennetze den schnellen Materien- und Truppenabtransport.
- Interoperabilität: Unterschiedliche Systeme und Standards zwischen Ländern erschweren die Integration und Effizienz in militärischen Planungen.
Als neutraler Partner unterstützen wir als Fraunhofer IML bei der Erhöhung der Resilienz, Effizienz und Sicherheit der logistischen Prozesse. Die grundsätzliche Dual-Use-Fähigkeit der Logistik ist dabei eine große Chance, Innovation und Leistungsfähigkeit aus dem zivilen bzw. privatwirtschaftlichen Bereich auch in den militärischen Bereich zu übertragen.