Defence: Logistiklösungen für Verteidigung und Resilienz

Die sicherheitspolitische Lage in Europa hat sich dauerhaft verändert. Krisen, hybride Bedrohungen und Lieferkettenstörungen zeigen, dass Logistik nicht nur eine wirtschaftliche Funktion erfüllt, sondern strategische Infrastruktur ist und für den Bereich Defence unverzichtbar.

Die Fähigkeit, Versorgung aufrechtzuerhalten, ist direkt mit staatlicher Handlungsfähigkeit verbunden, im Verteidigungsfall ebenso wie in zivilen Krisenlagen.

Ein Schutzschild spannt sich über die symbolische Erdkugel die dunkel ist und nur einige Lichtpunkte zeigt.
© Thananatt - aobe.stock.com

Defence und privatwirtschaftlich-militärische Logistik

Moderne Verteidigung und Defence Aktivitäten erfordern robuste und belastbare Logistiksysteme, die den Herausforderungen geopolitischer Unsicherheiten und hybrider Bedrohungen gerecht werden. Logistikketten müssen Resilienz durch Diversifizierung von Ressourcen, redundante Netzwerkstrukturen und strategische Vorratshaltung entwickeln. Digitale Technologien wie Echtzeit-Tracking und KI-gestützte Optimierung bieten dabei entscheidende Vorteile für eine durchhaltefähige Versorgung.

An dieser Stelle setzt die Verbindung aus Privatwirtschaft und der Bundeswehr an: Eine privatwirtschaftlich-militärische Zusammenarbeit (PMZ) im Bereich Logistik ist besonders wichtig, um im Krisenfall koordinierte Hilfe und Unterstützung zu leisten. Sie erleichtert die gemeinsame Nutzung logistischer Ressourcen zwischen Organisationen und den Streitkräften, optimiert die Versorgungskette und sorgt für Sicherheit bei der Nutzung kritischer Infrastrukturen. Resilienzstrategien stärken nicht nur den Schutz von Lieferwegen, sondern ermöglichen auch eine reaktionsschnelle Mobilität und operative Sicherheit, selbst unter extremen Bedingungen.

Unabhängige Logistikkompetenz für Defence

Das Fraunhofer IML unterstützt die privatwirtschaftlich-militärische Logistik mit anwendungsnaher Forschung und umsetzungsorientierten Lösungen in den Bereichen Supply Chain Management, Produktion, Materialflussoptimierung und Transportlogistik.

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Kompetenzfelder im Bereich Defence

Wir unterstützen den Bereich Defence sowohl mit fachlichem als auch technischen Know-how und der passenden Logistikkompetenz:

Supply Chain

  • Lieferkettentransparenz: Die Entwicklung von Predictive Analytics und Echtzeitüberwachung ermöglicht die schnelle Identifizierung alternativer oder redundanter Bezugsquellen zur Risikostreuung.
  • Resilienz und Risikomanagement, Transport: Methoden zur Lieferantenauswahl und zur Entwicklung robuster, redundanter Beschaffungsstrategien (Multi-Sourcing) sowie Standortauswahl und Transport.

Produktion und Fertigung

  • Simulation: Wir entwickeln virtuelle Anlaufkurven und simulieren die Optimierung von Materialflüssen mit schneller Skalierung. Digitale Zwillinge und Edge-Computing steigern die Effizienz.
  • Produktions- und Anlaufmanagement: Agile Fabrikstrukturen und skalierbare Logistiklayouts ermöglichen schnelle Umrüstungen und verkürzte Taktzeiten. Lean-Methoden und -Management werden übertragen und für kritische Güter wie Chemikalien und Lithiumbatterien wird spezialisiertes Logistik-Know-how bereitgestellt.

Technologie

  • KI & autonome Logistiksysteme: Unser Know-how umfasst die vollständige Automatisierung von Lager- und Umschlagprozessen sowie der Einsatz generativer KI zur Optimierung von Planungs- und Entscheidungsprozessen. Darüber hinaus erforschen wir den Einsatz von fahrerlosen Transportsystemen (FTS), Robotik und KI-basierter Simulation in der Logistik.
  • Digital Twin und Datenökonomie: Aufbau eines Digital Twin der Fabrik/des Lagers sowie konsistenter, interoperabler Datenstandards und Plattformen. Entwicklung von logistischen IT-Architekturen und Standardisierung zur Schaffung datengesteuerter Logistik-Ökosysteme.

Start-ups

  • Anspruchsvolle technische Projektideen: Wir hinterfragen Ihre Produktidee oder Ihr Konzept, um neue Lösungen zu finden. Sie können auf ein Netzwerk von 300 Logistikexperten zurückgreifen, welches das gesamte Logistikspektrum abdeckt.
  • Prototypenbau: Unser Institut verfügt über ein breites Spektrum an Fertigungskapazitäten, von einer mechanischen Werkstatt bis hin zu einem SMD-Labor. In unserem Prototypenzentrum können wir Ihre Produktideen in Vorserien umsetzen.

Logistik als Schlüssel für Souveränität und Verteidigung

Die heutige Logistiklandschaft ist fragmentiert und Systeme, Datenflüsse und Verantwortlichkeiten über Behörden, Unternehmen und Ländergrenzen verteilt. Dabei ist die Logistik essenziell für die Souveränität und Verteidigungsfähigkeit Europas. Sie trägt entscheidend zur operativen und strategischen Fähigkeit eines Verteidigungssystems bei und stellt sicher, dass Deutschland im Verteidigungsfall handlungsfähig bleibt.

Zu den logistischen Herausforderungen für den Bereich Defence zählen:

  • Lieferkettenresilienz: Lieferketten, die nur auf Effizienz statt auf Resilienz optimiert sind, sind anfällig für Störungen, etwa durch Cyberangriffe oder geopolitische Konflikte. Die Notwendigkeit flexibler und redundanter Netzwerkstrukturen erfordert systematische Analysen und simulationsgestützte Bewertungen.
  • Komplexe Standortnetze: Multi-Site-Strukturen mit divergenten Anforderungen an Produktion, Lagerhaltung und Distribution erfordern integrierte Planungsansätze.
  • Instandhaltung: Instandhaltung und insbesondere Instandsetzung sollte zum richtigen Zeitpunkt erfolgen, zu früh bedeutet, dass die Restlebensdauer von Bauteilen nicht vollständig ausgenutzt wird. Zu spät kann für kritische Bauteile zum Ausfall der Anlage und auch zu erheblichen Folgeschäden führen.
  • Lagerung: Die Anforderungen an Lager- und Distributionsstandorte unterliegen im Bereich Defence einer anderen Logik.
  • Infrastruktur: Besonders in Deutschland behindern veraltete Straßen, Brücken und Schienennetze den schnellen Materien- und Truppenabtransport.
  • Interoperabilität: Unterschiedliche Systeme und Standards zwischen Ländern erschweren die Integration und Effizienz in militärischen Planungen.

Als neutraler Partner unterstützen wir als Fraunhofer IML bei der Erhöhung der Resilienz, Effizienz und Sicherheit der logistischen Prozesse. Die grundsätzliche Dual-Use-Fähigkeit der Logistik ist dabei eine große Chance, Innovation und Leistungsfähigkeit aus dem zivilen bzw. privatwirtschaftlichen Bereich auch in den militärischen Bereich zu übertragen.

Logistiklösungen für den Bereich Defence

Unterstützung im Bereich Digitales Lagebild

DISMOD ist ein Analyse- und Planungstool, welches eine ganzheitliche Supply-Chain-Optimierung ermöglicht, von Lieferanten über Produktion bis hin zur Distribution. Es integriert modernste Methoden, darunter maschinelles Lernen, und bietet Modulen für Standortwahl, Tourenplanung und Kapazitätsmanagement, um Logistikprozesse effizienter zu gestalten.

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Das Bild  zeigt einen Laptop mit einer Lankarte unt unterschiedlichen Ländern in unterschiedlichen Farben.
© Fraunhofer IML

Abgleich von Bedarf und Kapazität

Der Collaborative Demand Aligner ist ein webbasiertes Abstimmungstool zum Bedarfsabgleich (Menge/Zeit) zwischen Produzenten und Lieferanten. Das Open Source Tool dient zur Erhöhung der Planungssicherheit in der Produktionsplanung unter Berücksichtigung der Datensouveränität.

Mehr Infos zum Collaborative Demand Aligner

Ein Finger zeigt auf einem Bildschirm, der Daten in einer Kuve vor der Weltkarte als Hintergrund zeigt.
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Zukunftsweisende Instandhaltung durch Predictive Maintenance

Die Roadmap für Predictive Maintenance dient als strukturierter Leitfaden für Unternehmen zur Einführung einer datengetriebenen Instandhaltungsstrategie. Sie umfasst den Aufbau einer Daten- und Wissensbasis, Lösungen für Datenqualität und -verarbeitung sowie spezifische Strategien, die als Schablone für unterschiedliche Unternehmen und Maschinentypen angewendet werden können.

Mehr Infos zu Predictive Maintenance

In einer Produktionshalle sind einige Arbeiter zu sehen, die am arbeiten und kommunizieren sind. In der Arbeitshalle sind digitale Dashboards zu sehen, auf denen Statistiken abgebildet sind. Eventuell wird an einer Predictive Maintenance Lösung gearbeitet.
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Unsere Expertise für Defence, Resilienz und Verteidigung

Wir transformieren die kritischen Versorgungsketten in digitale, skalierbare und resiliente Netzwerke, die auch unter extremen Ramp-up-Bedingungen und strengen Compliance-Anforderungen funktionieren.

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FAQ zum Thema Defence

  • Defence bezeichnet Maßnahmen zum Schutz und zur Abwehr gegen Bedrohungen, Angriffe oder andere Gefahren. Militärisch umfasst es die Abwehr feindlicher Kräfte und den Schutz nationaler Interessen durch Streitkräfte oder Verteidigungssysteme. Es kann auch in zivilen, rechtlichen oder sportlichen Kontexten Anwendung finden, um Schutz oder Verteidigung zu gewährleisten.

  • Verteidigungslogistik beschreibt die Planung und Durchführung der Versorgung und Mobilität von Streitkräften, einschließlich Materialtransport, Instandhaltung und Infrastrukturmanagement. Sie sichert, dass militärisches Gerät und Personal rechtzeitig und in benötigter Menge verfügbar sind, um Einsätze zu ermöglichen und durchzuführen. Ihre Bedeutung wächst durch die Integration moderner Technologien und international koordinierter Systeme.

  • Die zivil-militärische Zusammenarbeit (ZMZ) beschreibt die enge Kooperation zwischen militärischen und zivilen Organisationen, Behörden oder NGOs zur Förderung von Sicherheit, Katastrophenhilfe und Landesverteidigung. Dabei werden zivile Ressourcen abgestimmt genutzt, um militärische Aufgaben zu unterstützen und gleichzeitig die zivile Infrastruktur zu schützen. Sie ist ein wichtiger Bestandteil für resiliente nationale und internationale Krisenbewältigung.

  • Die privatwirtschaftlich-militärische Zusammenarbeit (PMZ) umfasst die Kooperation zwischen staatlichen Verteidigungsstrukturen und privatwirtschaftlichen Unternehmen. Ziel ist es, militärische Logistik und Versorgung durch privatwirtschaftliche Ressourcen effizienter und resilienter zu gestalten, oft durch digitale Plattformen und innovative Technologien. PMZ stärkt die Verteidigungsfähigkeit und nationale Sicherheit durch Synergien aus staatlichen und wirtschaftlichen Kompetenzen.

  • Der Begriff »Dual-Use« bezeichnet Produkte, Technologien oder Forschungsergebnisse, die primär für zivile Zwecke entwickelt wurden, jedoch aufgrund ihrer Eigenschaften (z. B. Materialbeschaffenheit) ebenfalls für militärische Zwecke eingesetzt werden können. Solche Güter können zu Sicherheitsrisiken führen und unterliegen daher strengen Exportkontrollen, um mögliche Missbräuche zu verhindern. Die EU-Dual-Use-Verordnung regelt diese Güter und legt Genehmigungspflichten fest, um internationale Sicherheit zu gewährleisten.