Mobilität und Umwelt

Integration von Mitnahmefahrten und Gelegenheitsverkehren in öffentliche Verkehrsangebote

Anwendungsszenarien zur multimodalen Mobilität am Beispiel des Odenwaldkreises

Die ivm GmbH (Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain) verfolgt als regionale Gesellschaft u.a. das Ziel der Sicherstellung einer nachhaltigen Mobilität im ländlichen Raum, insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Hierzu gehört insbesondere die Schaffung eines attraktiven und flexiblen Mobilitätsangebotes unter besserer Ausnutzung und intelligenten Vernetzung bestehender Mobilitätsressourcen.

Aufgabe – den Wandel zur intermodalen Mobilität gestalten

Am Beispiel des Odenwaldkreises sollte geklärt werden, unter welchen Bedingungen auf Basis eines bereits bestehenden Mobilitätsystems eines ländlichen Kreises der Aufbau eines integrierten Mobilitätssystems erfolgreich gestaltet werden kann. Dabei ist das gesamte Spektrum des Öffentlichen Verkehrs und des Motorisierten Individualverkehrs auszuschöpfen und unter Berücksichtigung von innovativen und flexiblen Formen des Personenverkehrs, wie z.B. Mitnahmeverkehren, die erfolgreiche Ausgestaltung zu konzipieren.

Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML), Projektzentrum Prien wurde in diesem Zusammenhang mit der Szenarienaufnahme und –betrachtung zur nachhaltigen Sicherstellung der Mobilität im ländlichen Raum beauftragt.

Arbeitspakete des Projektes:

  • Workshop zur Grundlagenermittlung, IST-Analyse der Mobilitätsgarantie
  • Use-Case-Entwicklung auf Basis von gemeinsam definierten Zielgruppen und möglichen, zukünftig notwendigen Funktionen innerhalb einer verkehrsmittelübergreifenden Auskunft.
  • Szenarienaufnahme und Szenarienbetrachtung zur Integration von Mitnahmefahrten und Gelegenheitsverkehren in öffentliche Verkehrsangebote aus drei Perspektiven (Nutzersicht des Kunden, Anbietersicht der Verkehrsdienstleister, Sichtweise des Disponenten)
  • Identifikation von „Must-have“ und „Nico-to-have“ Anwendungen
  • Risikobenennung, z.B. Rechtsrahmen, PBfG
  • Projektorganisation und –dokumentation

 Ergebnis

Durch diese Zusammenarbeit der OREG (Aufgabenträger für den öffentlichen Verkehr im Odenwaldkreis), der ivm und dem Fraunhofer IML Prien konnten Anforderungen, Vorgaben und anspruchsvolle Schnittstellen im Rahmen der Szenarienbetrachtung für intermodale Verkehre dargelegt werden.

Das Szenariendokument, welches durch die Projektleiterin Nicole Wagner verfasst wurde, bildet die Grundlage für die Feinspezifikation eines informationstechnischen Hintergrundsystems. Auf Grundlage von 60 entwickelten Anwendungsszenarien zur Integration von Mitnahmefahrten und Gelegenheitsverkehren in öffentliche Verkehrsangebote wurden die notwendigen sowie optionalen Anforderungen an ein verkehrsmittelübergreifendes Informations-, Buchungs- und Bezahlsystem definiert.

 

 

Gesamtsystemansicht einer Mobilitätsplattform

© Fraunhofer IML, Projektzentrum Prien

Neben der Identifikation grundlegender Systemfunktionalitäten dienten die Szenarien als Diskussionsgrundlage zur Entwicklung von Prozessabläufen und als Ausgangspunkt zur Definition von Testfällen. Damit gab die Studie wiederum wichtige Hinweise auf rechtliche und organisatorische Fragestellungen, die vor der abschließenden Feinspezifikation und Umsetzung des technischen Hintergrundsystems zu klären waren.

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