InKoRISK – Kollaboratives Risikomanagement in der Automobilindustrie

Unternehmensübergreifendes Risikomanagement für Supply Chains

Die hohe Komplexität in automobilen Logistiknetzwerken durch zunehmende Kundenindividualisierung und die steigende Anwendung von Lean-Management-Ansätzen in Beschaffung und Produktion hat eine hohe Verkehrsbelastung insbesondere des Verkehrsträgers Straße zur Folge.

Durch die Entwicklung neuer integrierter Planungsprozesse konnte bereits im Projekt InTerTrans erhebliches Potential zur Verringerung der Verkehrsbelastung und damit des Kohlendioxidausstoßes nachgewiesen werden. Dieses aufgezeigte planerisch nachgewiesene Potential wird jedoch durch den Eintritt von Risiken entlang des integrierten Planungsprozesses negativ beeinflusst, da Risiken in der Regel Störungen oder Ausfälle zur Folge haben.

Ein systematisches Risikomanagement, bestehend aus einer logistikorientierten Risikobeurteilung und einer bewussten Behandlung von Risiken mit verkehrlichen Risikofolgen mittels geeigneter proaktiver und reaktiver Maßnahmen, stellen Forschungslücken dar, die durch das Projekt InKoRISK, integrierte Terminierung und Transportplanung durch kollaboratives Risikomanagement in der Automobilindustrie, ausgefüllt werden. 

Ziel

Das Ziel des Projektteams ist, die in den letzten Jahren im Rahmen des durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Vorgängerprojekts InTerTrans entwickelten Prozesse und Prototypen zur Integration von Produktions- und Transportplanung um Maßnahmen des unternehmensübergreifenden Risikomanagements zu erweitern. Die Beteiligten versprechen sich von dem Forschungsprojekt neben einer Verlagerung von Regeltransporten von der Straße auf die Schiene, auch eine Erhöhung der Auslastung, eine Senkung von Beständen und eine Verkürzung der Durchlaufzeit sowie eine Reduktion der Sondertransporte. Die angestrebte Verlagerung von Transporten auf die Schiene ist jedoch besonderen Risiken ausgesetzt, beispielsweise durch Verwirbelungen der Produktionsreihenfolge.

„Bei der distributionsorientierten Reihenfolgeplanung verzahnen wir die Prozesse von Produktion und Transport sehr eng, so dass wir über fast keine Sicherheitspuffer mehr verfügen. Wenn dann ein unvorhergesehenes Ereignis eintritt, kann der gesamte Prozess gestört werden. Um das zu vermeiden, bedarf es der Implementierung eines intelligenten Risikomanagements“,

erklärt Dr. Ansgar Hermes, Projektleiter Distributionslogistik bei Volkswagen Logistics. 

Innovation

 

Das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Rahmen des Forschungsprogramms "Mobilität und Verkehrstechnologien" gefördert. Der Projektplan sieht zunächst die

  • Identifikation,
  • Bewertung und
  • Kategorisierung von Risiken

vor. Anschließend werden Risikomanagement-Maßnahmen erarbeitet und in einen Gesamtprozess eingefügt. Dieser wird durch maßgeschneiderte Software-Prototypen unterstützt. Hierzu kommen die Software-Produkte 4flow vista, die Standardsoftware zur Logistikplanung der 4flow AG, und das vom Fraunhofer IML entwickelte und in der Automobilbranche erprobte Simulationswerkzeug OTD-NET in Verbindung mit OTD-Assist, dem Framework für Logistische Assistenzsysteme, zum Einsatz.

Das gesamte Projekt wird von Fallstudien in Werken von Continental und Volkswagen in Zusammenarbeit mit der Schenker AG begleitet, um die Praxistauglichkeit der Ansätze zu gewährleisten.

Partner

  • Volkswagen AG
  • Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML)
  • 4flow AG
  • Schenker AG
  • Continental

© Foto RAN – RFID-based Automotive Network

Das auf drei Jahre angelegte  Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert. Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie hier.