GreenCraft: KI im Handwerk für die Umweltwirtschaft

GreenCraft verbindet KI und Handwerk in einer digitalen Plattform für umweltwirtschaftliche Projekte in Nordrhein-Westfalen. Die Lösung vernetzt private, gewerbliche sowie industrielle Nachfrager mit qualifizierten Handwerksbetrieben und Fördergebern. Sie stellt Informationen zu Förderprogrammen bereit, unterstützt Projektplanung, Durchführung, Abrechnung.

Das Vorhaben stärkt die Umweltwirtschaft und schafft ein gemeinwohlorientiertes Service-Ökosystem. Im Fokus steht die Frage, wie KI-gestützte Plattformökonomie die umweltwirtschaftliche Transformation durch das Handwerk beschleunigen kann.

Person in Sicherheitsweste vor Solarmodulen in einem Solarpark bei Sonnenuntergang; Handwerk, KI und Umweltwirtschaft stehen für die Energiewende im Bereich erneuerbarer Energien.
© Dollar - adobe.stock.de

Projektziel GreenCraft: KI-Ökosystem für das Handwerk

Das Handwerk in Nordrhein-Westfalen umfasst 196.000 eingetragene Betriebe mit 1,2 Millionen Beschäftigten. Diese Betriebe installieren Wärmedämmung, erneuerbare Energien und innovative Heizsysteme. Sie tragen den Kern der umweltwirtschaftlichen Transformation. Ohne diese handwerklichen Leistungen gelingt Klimaschutz nicht.

Parallel wirken zwei Transformationen: digitale Technologien verändern Wirtschaft sowie Gesellschaft, Klimaschutz erfordert Klimaneutralität sowie den Ausbau der Umweltwirtschaft. Der Strukturwandel in NRW schafft dafür Erfahrungen, die das Projekt nutzt.

GreenCraft verfolgt das Ziel, diese Umweltwirtschaft durch ein digitales Service-Ökosystem zu stärken. Die Plattform bildet den Nukleus eines umweltzentrierten Geschäfts- und Betreibermodells. Sie bündelt Akteure, unterstützt Umweltprojekte von der Anbahnung bis zur Dokumentation und erhöht die Sichtbarkeit nachhaltiger Dienstleistungen. Der erhöhte Informationsgrad aktiviert zusätzliche Marktanreize für umweltwirtschaftliche Leistungen. Kooperationen zwischen Handwerk, Kammern und wissenschaftlichen Instituten ermöglichen Wissenstransfer in die Umweltwirtschaft.

Entscheider im Handwerksumfeld sehen sich mit komplexen Marktmechanismen konfrontiert. Umweltwirtschaftliche Projekte involvieren häufig mehrere Gewerke, unterliegen spezifischen Förderbedingungen und benötigen abgestimmte Zeitfenster. Bestehende Vermittlungsplattformen fokussieren auf Lead-Generierung sowie Preisvergleich und bieten keine projektbezogene Vernetzung, Qualitätssicherung oder Nachverfolgung von Umweltzielen.

Hier setzt GreenCraft mit einem gemeinwohlorientierten Plattformdesign an, das die Steuerungsziele der Umweltwirtschaft in NRW unterstützt. Das Vorhaben stärkt den Innovations- sowie Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen und folgt der Innovationsstrategie des Landes zur Umweltwirtschaft.

Handlungsoption: GreenCraft im Handwerk einsetzen

Nutzen Sie GreenCraft für strukturierte Umweltprojekte mit qualifizierten Betrieben.

  • KI-gestütztes Matching temporärer Netzwerke aus Handwerksbetrieben,Kundengruppen sowie Fördergebern.
  • Informationsservice zu umweltwirtschaftlichen Förderprogrammen und Richtlinien durch KI-basierte Chatbots.
  • Unterstützung von Projektanbahnung, Organisation, Abwicklung, KI-gestützter Projektsteuerung.
  • Erfassung von Kennzahlen zur Zielerreichung der Umweltprojekte, Bereitstellung für Förderstellen.
  • Qualitätssicherung durch Zulassung ausschließlich qualifizierter Fachbetriebe sowie neutrale Schiedsstelle bei Konflikten.
  • Digitale Kommunikations-, Administrations- sowie Archivierungsfunktionen für alle Projektbeteiligten.

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Projektsteckbrief

Projekttitel GreenCraft – Stärkung und Optimierung der umweltwirtschaftlichen Transformation durch das Handwerk
Laufzeit

Mai 2024 – Mai 2027

Fördervolumen 891.220 €
Förderer NRW-Umweltministerium, kofinanziert durch die Europäische Union
Kooperationpartner Fraunhofer UMSICHT 
KAUZ GmbH
Kreishandwerkerschaft Essen
Kreishandwerkerschaft Mülheim/Oberhausen
Lokaleshandwerk.de GmbH
Umweltzentrum des Handwerks in Oberhausen
Zentrum für Umwelt, Energie und Klima der HWK Düsseldorf
ProjektleitUNG Kreishandwerkerschaft Essen

»Aus Sicht des Fraunhofer IML macht GreenCraft sichtbar, wie KI im Handwerk Abläufe strukturiert digitalisiert, datenbasierte Ökosysteme ermöglicht und die Umweltwirtschaft in NRW langfristig stärkt.«
Steffen Bölling, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer IML forscht an KI-Lösungen für das Handwerk.

Die Lösung: KI-basierte digitale Plattform für das Handwerk

GreenCraft fungiert als digitale Plattform für Handwerker, die Umweltprojekte in Nordrhein-Westfalen über KI strukturiert steuert. Die Lösung verknüpft private Haushalte, Gewerbe sowie Industrieunternehmen mit Handwerksbetrieben, und Fördergebern. Die Plattform bildet ein digitales Service-Ökosystem, in dem Akteure zeitlich befristete Netzwerke bilden und Projekte gemeinsam abwickeln.

Kern der Lösung sind mehrere Funktionen, die aufeinander abgestimmt wirken:

  • Matchingfunktion: KI-Algorithmen bilden ad hoc Netzwerke aus mehreren Gewerken, Architekturbüros, Kundengruppen sowie Fördergebern nach definierten Kriterien.
  • Informationsfunktion: Die Plattform liefert zielgerichtete Informationen zu Umweltprojekten, Förderprogrammen und Richtlinien; KI-Chatbots beantworten Anfragen nutzerspezifisch.
  • Projektfunktion: GreenCraft unterstützt die Anbahnung, Organisation sowie Abwicklung von Umweltprojekten.
  • Kontroll- und Nachweisfunktion: Kennzahlen dokumentieren die Erreichung von Umweltzielen über festgelegte Zeiträume und stehen Förderstellen zur Verfügung.
  • Qualitätssicherungsfunktion: Eingebundene Fachbetriebe weisen ihre Qualifikation vor Registrierung nach; eine neutrale Instanz wirkt als Schiedsstelle bei Problemen.
  • Kommunikationsfunktion: KI-basierte Dialogsysteme und digitale Kanäle binden alle Beteiligten in die Projektkommunikation ein.
  • Administrations- und Archivierungsfunktion: Die Plattform unterstützt fristgerechte Dokumentenerstellung, leitet Unterlagen an Abrechnungsstellen weiter und archiviert sie strukturiert.
  • Netzwerkfunktion: GreenCraft verknüpft Projekte mit programmatischen Umweltwirtschaftsstrategien wie regionalen Klimapakten.

Die KAUZ GmbH entwickelt die linguistischen KI-Module, LokalesHandwerk.de programmiert die Plattformarchitektur, Fraunhofer IML sowie Fraunhofer UMSICHT begleiten Prozesse, Geschäftsmodelle und Umwelttechnik wissenschaftlich. So entsteht eine Infrastruktur, die die Förderung von Nachhaltigkeit in Unternehmen der Umweltwirtschaft unterstützt.

Ministerien, Förderlogik und KI im Handwerk

GreenCraft zeigt, wie eine passende Förderlogik und die wissenschaftliche Begleitung durch Fraunhofer-Institute zusammenwirken, um KI im Handwerk für die Umweltwirtschaft nutzbar zu machen. Mitarbeitende aus Ministerien mit Zuständigkeit für Umweltwirtschaft, Energie oder innovatives Bauen können dieses Zusammenspiel gezielt für den eigenen Aufgabenbereich erschließen.

Ihre Vorteile im Austausch mit GreenCraft:

  • Öffentliche Förderung unterstützt den Aufbau des digitalen Ökosystems GreenCraft und schafft Strukturen und Instrumente für die Umweltwirtschaft.
  • Fraunhofer IML und Fraunhofer UMSICHT validieren Prozesse, digitale Geschäftsmodelle und Umwelttechnik und stellen sie auf eine wissensbasierte Grundlage.
  • Das geförderte Projekt stärkt Umsätze und Beschäftigung in der Umweltwirtschaft, macht Produktionsketten lokal resilienter und baut eine neue Plattformökonomie auf.
  • Durch die Verknüpfung von Digitalisierung, KI und Handwerk trägt GreenCraft zur Attraktivität handwerklicher Berufe bei und unterstützt den Abbau des Fachkräftemangels.
  • Die Projektergebnisse fließen in weitere Forschungsfragen, Projekte, Hochschullehre und themenbezogene Netzwerke zwischen Handwerk und Wissenschaft ein.

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Weiterführende Informationen zu KI und Handwerk

GreenCraft verankert mehrere Kompetenzfelder in einem gemeinsamen Rahmen. Die Kreishandwerkerschaften Essen sowie Mülheim / Oberhausen bringen ihre Nähe zu Innungen, Betrieben und regionalen Netzwerken ein. Das Fraunhofer IML fokussiert digitale Prozesse, Logistik und Geschäftsmodelle und das Fraunhofer UMSICHT steuert Expertise zu Umweltwirtschaft, Ressourcen- und Energieeffizienz bei. LokalesHandwerk.de agiert als Betreiber des digitalen Ökosystems, Die KAUZ GmbH entwickelt KI-basierte Sprachmodelle. Die wissenschaftlichen Partner übertragen Erkenntnisse in weitere Forschungsvorhaben sowie in die Hochschullehre.

Die Plattform adressiert typische Umweltprojekte wie Fassadendämmung, Installation von Photovoltaikanlagen oder Einbau von Wärmepumpen. Die Anwendungsfelder reichen von der zukunftsrobusten Ertüchtigung des Gebäudebestands über Klimaanpassungsmaßnahmen bis zur Kreislaufwirtschaft. Sie erleichtert den Zugang zu Förderprogrammen, strukturiert die Zusammenarbeit mehrerer Gewerke und reduziert den Aufwand für Formulare sowie Abrechnung. Dadurch stärkt GreenCraft die Querschnittsbranche Umweltwirtschaft, erhöht die Resilienz lokaler Wertschöpfungsketten und unterstützt neue Arbeitsplätze im Handwerk. Die Verbindung von Digitalisierung sowie KI mit der Umweltwirtschaft erhöht die Attraktivität des Handwerks für Fachkräfte. KI-gestützte Assistenzsysteme helfen, Engpässe beim Personal zu überbrücken; sie beschleunigen Innovationsprozesse. Die im Handwerk erprobten KI-Anwendungen können als Blaupause für weitere industrielle Einsatzfelder dienen.

 

Gefördert durch

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