Supply Chain Resilience beschreibt das Ziel einer widerstandsfähigen, schnell erholungsfähigen Lieferkette. Die entscheidende Frage bleibt jedoch: Wie erreichen Unternehmen dieses Ziel systematisch, angesichts von Risiken, die zunehmend geopolitisch getrieben und nur bedingt vorhersagbar sind?
Genau hier setzt Geostrategisches SCM als konkreter Lösungsansatz an. Es überführt resiliente Lieferketten als abstraktes Ziel in einen strukturierten, kontinuierlichen Prozess:
- Exposure-Analyse – Systematische Identifikation von Verwundbarkeiten und Chancen entlang der gesamten Wertschöpfungskette
- Umfeld-Szenarien – Entwicklung plausibler Zukunftsszenarien statt linearer Prognosen: In Szenarien denken und lenken
- Roadmapping – Ableitung priorisierter Handlungsfelder und einer umsetzbaren Roadmap, um Resilienz systematisch zu stärken
Exposure-Analyse
Der Ausgangspunkt eines Geostrategischen SCM ist die systematische Identifikation von Prozessen entlang der Wertschöpfungskette, die gegenüber geopolitischen, wirtschaftlichen oder regulatorischen Veränderungen besonders exponiert sind oder in denen sich Entwicklungschancen ergeben.
Im Rahmen einer Status-quo-Betrachtung (Supply Chain Mapping) analysieren wir unternehmensindividuell die Beschaffungs-, Produktions- und Absatzseite und bewerten dabei sowohl bestehende Risiken als auch strukturelle Potenziale. Zur Durchführung der Exposure-Analyse setzen wir auf KI-gestützte Methoden. So können große Mengen interner und externer Daten effizient ausgewertet und relevante Einflussfaktoren frühzeitig identifiziert werden. Auf diese Weise entsteht eine fundierte, passgenaue Grundlage, auf der weiterführende strategische Entscheidungen basieren können.
Bildung von Umfeld-Szenarien
Da die Entwicklung globaler Rahmenbedingungen nur bedingt vorhersagbar ist, empfiehlt sich ein Foresight- statt eines reinen Forecast-Ansatzes: Statt eine einzige Zukunft zu projizieren und das Unternehmen darauf auszurichten, werden mögliche und wahrscheinliche Entwicklungspfade systematisch erarbeitet und bewertet. Dabei wird zu Beginn eine Priorisierung vorgenommen. Berücksichtigt wird der relevante Zeithorizont, der vor allem durch folgende Faktoren bestimmt wird:
- Produktlebenszyklen auf der Absatzseite
- Kosten neuer Produktionstechnologien
- Zeitaufwand für deren Einführung
- Geschwindigkeit, mit der die Beschaffung neu ausgerichtet werden kann
Auf diese Weise werden Umfeldszenarien entwickelt, die für das jeweilige Unternehmen strategisch handlungsrelevant sind.
Identifikation von Handlungsfeldern und Roadmapping
Auf Basis der erarbeiteten Szenarien werden konkrete Lösungsszenarien formuliert, die aufzeigen, wie ein Unternehmen auf unterschiedliche Entwicklungen entlang der Wertschöpfungskette reagieren kann. Dazu werden Gestaltungsalternativen entlang der Beschaffung, Produktion und Distribution entwickelt und anschließend sowohl qualitativ als auch quantitativ hinsichtlich Kosten, Servicegrad und strategischer Widerstandsfähigkeit bewertet.
Aus dieser Bewertung werden priorisierte Handlungsfelder und konkrete, unternehmensindividuelle Maßnahmen abgeleitet und in einer Roadmap strukturiert. So entwickeln Unternehmen ihr Geostrategisches SCM schrittweise weiter.