Mit dem DTAC-Projekt treibt das Fraunhofer IML gemeinsam mit seinen Projektpartnern die Digitalisierung des Datenaustauschs in der Luftfracht auf Basis des IATA-Standards »ONE Record« voran. Ziel ist es, Informationen nicht länger über Dokumente oder proprietäre Schnittstellen auszutauschen, sondern sie entlang der gesamten Transportkette direkt zwischen den beteiligten Unternehmen bereitzustellen.
In der ersten Projektphase schuf das Konsortium mit der Open-Source-Serverplattform NE:ONE® die technischen Grundlagen für den standardisierten Datenaustausch nach »ONE Record«. Gemeinsam mit Industriepartnern setzte es verschiedene Anwendungsfälle erfolgreich um und erprobte sie – darunter den »Shipment Record«, CO₂-Monitoring, digitale Begleitdokumente, den Datenaustausch am neutralen Frachtübergabepunkt sowie »Truck Pre-Advice«. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse brachte das Konsortium zudem über internationale Arbeitsgruppen in die Weiterentwicklung des »ONE-Record«-Standards ein. Die International Air Transport Association (IATA) empfiehlt diesen seit Januar 2026 als einzigen offiziellen Luftfracht-Datenstandard.
In der aktuellen Projektphase legt das Konsortium den Schwerpunkt auf die durchgängige Digitalisierung realer Luftfrachtprozesse. Am Beispiel einer internationalen eCommerce-Lieferkette – einem der datenintensivsten Anwendungsfälle der Luftfracht – demonstriert es den End-to-End-Datenaustausch zwischen den beteiligten Unternehmen auf Basis von »ONE Record«. Ergänzend entwickelt es Lösungen, die den Übergang von papierbasierten zu vollständig digitalen Prozessen unterstützen. Dazu gehören unter anderem die automatische Überführung von RFID-Informationen in »ONE Record« sowie die Digitalisierung bestehender Frachtdokumente mittels OCR-Texterkennung.
Parallel entwickelt das Projekt die im DTAC entstandenen Softwarelösungen konsequent weiter. Aus dem ersten Demonstrator der »NE:ONE® Tag App« entsteht eine Open-Source-Anwendung, die den mobilen Zugriff auf »ONE-Record«-Daten sowie deren Erfassung und Aktualisierung direkt im operativen Umfeld ermöglicht. Auch den Smart Pouch erweitert das Projekt um neue Funktionen wie KI-gestützte Prozesserkennung und stellt damit Ereignisse sowie Sensordaten unmittelbar über »ONE Record« bereit. Der Digitale Avatar ergänzt diese Entwicklungen als virtuelle Abbildung logistischer Prozesse und schafft die Grundlage für Simulationen, datenbasierte Entscheidungen und die Optimierung zukünftiger Abläufe.
Auch die Open-Source-Software »NE:ONE«, die opeN sourcE: ONE record server software professionalisiert das Projekt konsequent. Während in der ersten Projektphase die Entwicklung eines ersten »ONE-Record«-konformen Servers im Vordergrund stand, konzentriert sich das Projekt heute auf Themen wie Performance, Skalierbarkeit, Praxistauglichkeit und Interoperabilität. Ziel ist es, Industrieunternehmen den produktiven Einstieg in »ONE Record« zu erleichtern und gleichzeitig eine offene Community rund um die Weiterentwicklung der Software zu stärken. Damit schafft das DTAC-Projekt nicht nur technische Demonstratoren, sondern auch eine offene und praxiserprobte Grundlage für den zukünftigen digitalen Datenaustausch in der Luftfracht.