Zirkuläre Wertschöpfung mit Circle4Value 

Circle4Value untersucht, wie zirkuläre Wertschöpfung in globalen Innovationsnetzwerken entsteht, wirkt und skaliert. Das Projekt fragt, wie Unternehmen kreislauffähige Denkweisen etablieren, Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle an R-Strategien ausrichten und daraus Wertschöpfung generieren. Dafür verbindet das Konsortium Systemanalysen, digitale Plattformen, Methodenentwicklung sowie Transferformate.

Symbolbild für zirkuläre Wertschöpfung mit digitalen Technologien und nachhaltigen Kreislaufprozessen
© stock.adobe.com - Pcess609

Projektziel und zentrale Herausforderungen der zirkulären Wertschöpfung

Circle4Value verfolgt drei Ziele. Erstens erzeugt das Projekt Systemwissen zur kreislauffähigen Wertschöpfung, verknüpft es mit FuE-Erkenntnissen der EUREKA-Verbünde und bringt es in den Fachdiskurs ein. Zweitens baut das Konsortium eine Vernetzungsplattform auf, die Methoden, Forschungsergebnisse, Matching-Funktionen und Konfigurationsverfahren bereitstellt. Drittens überträgt ein Lernnetzwerk dieses Wissen an Unternehmen, Beschäftigte und den Mittelstand.

Die Herausforderungen reichen von Ressourcenknappheit, Klimawandel, steigenden Abfallmengen und geopolitischen Abhängigkeiten bis zu neuen Anforderungen an Datenflüsse, Rückführungsketten, Transparenz und Kooperation. Logistik verbindet Produktion, Nutzung und Rückführung. Sie muss Stoffströme mit Datenströmen koppeln, damit zirkuläre Wertschöpfungsnetze funktionieren. Entscheidend sind belastbare Bewertungsmethoden, internationale Vernetzung, neue Kompetenzen sowie tragfähige Plattform- und Geschäftsmodelle. Klar ist: Linear reicht nicht.

Kreislauffähige Wertschöpfung – jetzt Forschungskooperation anfragen

Wir unterstützen Sie beim Aufbau kreislauffähiger Wertschöpfungssysteme

  • Systemwissen zur Kreislaufwirtschaft und zur Circular Economy einordnen 
  • Vernetzungsplattform mit Matching- und Konfigurationsfunktionen nutzen 
  • Methoden für Life Cycle Assessment logistischer Prozesse anwenden 
  • Kosten-Nutzen-Evaluation digitaler Produktpässe strukturieren 
  • zirkuläre Geschäftsmodelle auf Netzwerkebene entwickeln 
  • Lernnetzwerk, E-Learning-Kurs, Weiterbildungskurse und Kurzvideos einsetzen 
  • Transferformate für KMU, Mittelstand, Verbände und Regio-Hubs gestalten

Das Team von Circle4Value kontaktieren

Projektsteckbrief

Projekttitel

Plattformbasiertes Systemwissen zum Ausbau globaler Innovationsnetzwerke für eine kreislauffähige Wertschöpfung (Circle4Value)

Laufzeit

1. Mai 2026 – 31. Oktober 2029

Fördervolumen 3.806.401 €
Förderer Bundesamt für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)  
Fördermaßnahme »Globale Wertschöpfung: Umdenken und Perspektiven für eine kreislauffähige Zukunft (CircularGlowUp)« 
Programm »Zukunft der Wertschöpfung«
KooperationSpartner
Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI 
Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML 
Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e.V. (DGM)
Assoziierte Partner Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) 
Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e.V. (BDE) 
IHK Dortmund 
IHK Karlsruhe 
Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE)
Projektleitung Fraunhofer ISI: Dr. Christian Lerch 
Fraunhofer IML: Dipl.-Ing. Volker Fennemann (Abteilungsleiter Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft) 
DGM: Dr. Stefan Klein (Geschäftsführer)

»Zirkuläre Wertschöpfung erfordert eine tiefgreifende Neugestaltung logistischer Prozesse und Datenflüsse. Die Logistik verknüpft Stoffströme, digitale Produktinformationen und Rückführungsketten, damit Kreislaufkonzepte messbar, vergleichbar und skalierbar werden.«
Dipl.-Ing. Volker Fennemann, Abteilungsleiter Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft am Fraunhofer IML

Die Lösung: Plattformwissen für kreislauffähige Wertschöpfungssysteme

Verbünden, ordnet sie methodisch ein und macht sie für Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Verbände und weitere Akteure nutzbar. Ziel ist belastbares Systemwissen für kreislauffähige Wertschöpfungssysteme.

Die Vernetzungsplattform bildet die digitale Infrastruktur. Sie macht Projektergebnisse sichtbar und bringt Akteure gezielt zusammen. Matching-Funktionen, Working Groups, Konfigurationsverfahren und Wissensräume helfen, passende Partner, Methoden, Anwendungsszenarien und Synergien zu identifizieren. So unterstützt Circle4Value den Übergang von einzelnen Forschungsaktivitäten zu vernetzten Innovationsökosystemen.

Methodisch kombiniert das Projekt Innovationsfeldanalyse, SWOT, Zielbilder, Trendanalysen, Wirkungsanalysen, Life Cycle Assessment logistischer Prozesse und eine Kosten-Nutzen-Evaluation digitaler Produktpässe. Das Lernnetzwerk ergänzt diese Arbeiten durch Webinare, Weiterbildungskurse und Praxisformate. Dadurch entsteht eine Struktur, die Wissen sammelt, bewertet und in die Anwendung überführt.

Tauschen Sie sich mit uns zum Thema zirkuläre Wertschöpfung aus

Die Circle4Value-Plattform bringt Menschen, Projekte und Wissen zusammen. Die Vernetzungsplattform unterstützt Matching, Austausch und Working Groups zwischen EUREKA-Verbünden, Unternehmen und weiteren Akteuren. Das Lernnetzwerk vermittelt praxisnahes Wissen zu Kreislaufwirtschaft, digitalen Produktpässen, Rückführungsketten und zirkulären Geschäftsmodellen. 

  • Partner für zirkuläre Innovationen finden
  • Methoden und Projektergebnisse anwenden
  • eigene Bedarfe, Erfahrungen und Ideen einbringen
  • Weiterbildung, Webinare und Lernmodule nutzen
  • gemeinsam neue Wertschöpfungskonzepte entwickeln

Jetzt Kooperation anfragen

Use-Case: zirkuläre Wertschöpfung in EUREKA-Verbünden konfigurieren

Ein zentraler Anwendungsfall liegt in der Vernetzung der EUREKA-Verbünde innerhalb der Fördermaßnahme CircularGlowUp. Circle4Value entwickelt dafür eine Methodik, die Anwendungsszenarien kreislauffähiger Wertschöpfungskonzepte systematisch mappt und konfiguriert. Grundlage bildet eine morphologische Box. Sie erfasst Merkmale wie Sektor, Perspektive, Technologie, Methodik, Konzept und R-Strategie.

Das Vorgehen macht Querbezüge, Schnittstellen und Synergien zwischen Verbünden sichtbar. In Vernetzungstreffen diskutieren die Projekte Querschnittsthemen, teilen Ergebnisse und identifizieren Innovationspotenziale. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen in Wirkungsanalysen, Policy Brief, Ergebnissynthese und R&I-Roadmap ein.

Für Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Kommunen und Intermediäre entstehen dadurch strukturierte Zugänge zu Kooperationsmöglichkeiten. Die Plattform unterstützt Matching, Working Groups und Wissenstransfer. So kann globale Wertschöpfung als vernetztes Innovationsfeld bearbeitet werden, statt einzelne Lösungen isoliert zu betrachten.

Use-Case: digitale Produktpässe in der Circular Economy bewerten

Circle4Value entwickelt eine Methodik zur systematischen Kosten-Nutzen-Evaluation digitaler Produktpässe. Der Anwendungsfall richtet sich an potenzielle Anwender, besonders Unternehmen sowie politische Akteure. Die Methodik untersucht, inwieweit digitale Produktpässe Nachhaltigkeitsziele unterstützen können. Betrachtet werden Potenziale für Rückgewinnung, Reparierbarkeit, Demontierbarkeit, Recycling und zirkuläre Geschäftsmodelle auf Basis relevanter Produktdaten.

Den erwarteten Nachhaltigkeits- und Effizienzgewinnen stellt die Methodik den Aufwand für Implementierung und laufenden Betrieb gegenüber. Unternehmen erhalten damit eine Grundlage, um digitale Produktpässe wirtschaftlich und ökologisch zu bewerten. Für die Logistik ist dieser Ansatz zentral, weil Produktinformationen über Nutzung, Rückführung und Weiterverarbeitung hinweg verfügbar bleiben müssen.

Der Use-Case zeigt, wie Datenökosysteme kreislauffähige Wertschöpfungssysteme unterstützen: Sie schaffen Transparenz, Vergleichbarkeit und Entscheidungssicherheit für Investitionen in zirkuläre Prozesse.

Use-Case: Life Cycle Assessment für logistische Prozesse

Ein weiterer Anwendungsfall betrifft die Lebenszyklusbewertung logistischer Prozesse. Circle4Value entwickelt eine dokumentierte LCA-Methodik, die Umweltwirkungen von Produkten, Logistiksystemen und Dienstleistungen bewertbar und vergleichbar macht. Sie orientiert sich an vorhandenen und in Vorbereitung befindlichen Normen sowie Standardisierungen, darunter VDI 4075, DIN EN ISO 14040 und 14044, ISO 14064f, DIN EN ISO 14083 sowie das THG-Protokoll.

Das Vorgehen unterstützt die methodisch korrekte Durchführung ökologischer Bewertungen im Projekt. Es schafft eine gemeinsame Basis, um Emissionen, Ressourcenverbrauch und Umweltauswirkungen entlang logistischer Prozesse und Produktlebenszyklen zu identifizieren. Für Unternehmen entstehen dadurch Hinweise, wo zirkuläre Maßnahmen ökologische Wirkungen entfalten können.

Die Methodik stärkt Vergleichbarkeit. Sie hilft, logistikbezogene Technologien, Dienstleistungen und Kreislaufkonzepte entlang definierter Kriterien einzuordnen und mit R-Strategien zu verknüpfen.

Die Rolle des Fraunhofer IML im Projekt

Das Fraunhofer IML koordiniert den Aufgabenbereich »Monitoring, Analyse und Auswirkung« und bringt seine Expertise in Logistik, Supply-Chain-Management, Plattformlösungen, Life Cycle Assessment und nachhaltiger Transformation ein. Im Projekt entwickelt unser Institut die Bedarfsanalyse für die Vernetzungsplattform, konzipiert die digitale Unterstützungsstruktur und etabliert Prozesse für Monitoring, Wissenstransfer, Matching, Working Groups sowie Kennzahlen.

Zudem erarbeitet unsere Forschungseinrichtung eine LCA-Methodik für logistische Prozesse und eine Kosten-Nutzen-Methodik für digitale Produktpässe. Diese Arbeiten greifen zentrale Logistikfragen auf: Wie lassen sich Stoffströme, Produktdaten, Rückführung und ökologische Bewertung so verbinden, dass zirkuläre Konzepte handlungsfähig werden? 

Zusätzlich unterstützen wir die Wissenschaftskommunikation, das Lernnetzwerk, den Transfer in den Mittelstand sowie die Ergebnissynthese. Dadurch fließt unser logistisches Systemwissen in die Plattform, die Methoden sowie die Praxisformate mit ein.

Weiterführende Informationen zu zirkulärer Wertschöpfung

Circle4Value verbindet Kreislaufwirtschaft, Circular Economy, Logistik, Plattformökonomie und Kompetenzentwicklung. Im Zentrum stehen R-Strategien wie Refuse, Rethink, Reduce, Reuse, Repair, Remanufacture, Repurpose und Recycle. Das Projekt betrachtet zirkuläre Wertschöpfung aus drei Perspektiven: Geschäftsmodelle und intelligente Dienstleistungen, systemische Aspekte der Wertschöpfung sowie Menschen in kreislauffähigen Prozessen.

Dabei entstehen Methoden, Plattformfunktionen und Lernformate, die Unternehmen, Forschung und Netzwerke beim Aufbau zirkulärer Wertschöpfungssysteme unterstützen – von Life Cycle Assessment und digitalen Produktpässen bis zu Matching, Working Groups und Transfer in den Mittelstand.

Gefördert durch die Fördermaßnahme »Globale Wertschöpfung: Umdenken und Perspektiven für eine kreislauffähige Zukunft (CircularGlowUp)«

Gefördert durch das Programm »Zukunft der Wertschöpfung«