Erste Mobilitätsstation in Ludwigsfelde

Im Projekt »Mobil²@Lu« wird untersucht, wie ein auf Mobilitätsstationen basierendes Sharing-System die öffentliche Anreise von Arbeitnehmenden stärkt. Das Sharing-System ist ausgestattet mit Fahrrädern und E-Scootern und verbindet den Bahnhof Birkengrund mit den umliegenden Industriegebieten. Die Umsetzung wird wissenschaftlich begleitet, u. a. wird das Nutzungsverhalten untersucht, und entsprechend Handlungsempfehlungen für eine Fortführung nach Ende der Projektlaufzeit abgeleitet.

Ludwigsfeldes Bürgermeister Andreas Igel, Jürgen Roß, VBB-Bereichsleiter Planung und Fahrgastinformation und Wolfgang Inninger, Abteilungsleiter Projektzentrum Verkehr, Mobilität und Umwelt am Fraunhofer IML stehen vor einer der neuen Mobilitätsstationen.
© Stadt Ludwigsfelde

Mobilitätsstation: Ziel und Hürden

Das Projekt macht den ÖPNV attraktiver und etabliert eine Alternative zum Pendeln mit dem eigenen Pkw. Dazu richtet die Stadt Ludwigsfelde gemeinsam mit ihren Partnern sechs Mobilitätsstationen ein, davon zwei am Bahnhof Birkengrund, und nimmt im Projektverlauf eine weitere Station in Betrieb.

Zur Mobilitätsstation im Industriepark Ost beträgt der Fußweg 42 Minuten bei 2,7 Kilometern; per Rad oder E-Scooter sinkt die Wegezeit auf 10 Minuten. Ausgangspunkt sind fehlende Busanbindungen sowie Taktungen, die nicht zu den Arbeitszeiten passen, was Personalakquise erschwert, den Individualverkehr stärkt und den CO2-Abdruck der Unternehmen belastet. Das Projekt adressiert damit die letzte Meile zwischen Bahnhof und Arbeitsplatz.

Wissenschaftliche Begleitung für Ihr Mobilitätsprojekt

Unser Institut entwickelt Konzepte für Sharing-Angebote, begleitet die Umsetzung wissenschaftlich und wertet Nutzungsdaten systematisch aus. Auf Basis von Befragungen, Interviews und Nutzerzahlen entstehen belastbare Handlungsempfehlungen für die weitere Umsetzung von ÖPNV-verknüpften Mobilitätsangeboten.

  • Konzepterstellung für Sharing-Angebote
  • Wissenschaftliche Begleitung des Projektverlaufs
  • Befragung integrierter Unternehmen zu Nutzungspotenzialen
  • Evaluation des tatsächlichen Nutzungsverhaltens durch Auswertung von Nutzungsdaten
  • Ableitung von Handlungsempfehlungen für eine optimale Umsetzung

Forschungsprojekt besprechen

Projektsteckbrief

Projekttitel Mobil²@Lu – Errichtung von Mobilitätsstationen zur Gestaltung einer nachhaltigen Verkehrswende
Laufzeit

Februar 2024 bis Oktober 2025

Förderer Bundesministerium für Digitales und Verkehr 
Kooperationspartner IPG Infrastruktur- und Projektentwicklungsgesellschaft mbH
Fraunhofer IML
überall GmbH
ProjektleitUNG IPG Infrastruktur- und Projektentwicklungsgesellschaft mbH

»Industrie- und Gewerbegebiete waren bislang kein typisches Umsetzungsgebiet für Sharing-Angebote. 'Mobil²@Lu' zeigt, wie mit Bike- und E-Scooter-Sharing ausgestattete Mobilitätsstationen die erste und letzte Meile im ÖPNV stärken und Unternehmensstandorte attraktiver machen.«
Nicole Biedermann, M. A., Projektleitung Personenmobilität am Fraunhofer IML

Mobilitätsstationen: Ergebnisse und Übertragbarkeit

Die Auswertung zeigt messbare Effekte auf Erreichbarkeit, Nutzung sowie Perspektiven für die Fortführung des Angebots:

  • Im Projekt entstehen sechs Mobilitätsstationen; im Verlauf kommt eine weitere Station hinzu.
  • Das stationsbasierte Bike-/E-Scooter-Sharing-System verknüpft Sharing-Angebote mit dem ÖPNV.
  • Die Wegezeiten zwischen Bahnhof Birkengrund und angebundenen Gewerbegebieten sinken je nach Station von 25 bis 42 Minuten zu Fuß auf 6 bis 10 Minuten mit Rad oder E-Scooter.
  • Der positive Buchungstrend hält bis zum Ende des Projektes an.
  • 77 % der Befragten kennen das Sharing-System; 41 % davon haben es genutzt.
  • 85 % der Nutzer empfinden das Angebot als Erleichterung.
  • 67 % der Nutzer fahren vor der Einführung nicht mit dem ÖPNV zur Arbeit.
  • Im Vergleich der beiden Umfragewellen - vor und nach der Einführung des Sharing-Systems - steigt die ÖPNV-Nutzung. Der Anteil der Befragten, die den ÖPNV "nie" nutzen, sinkt um 10 Prozentpunkte.
  • Alle befragten Unternehmen befürworten die Fortführung; 84 % signalisieren finanzielle Unterstützung.
  • Das Sharing-System wird nach Projektende räumlich erweitert und fortgeführt.

Weitere Informationen zur Mobilitätsstationen

Die Mobilitätsstationen dienen als Reallabor für ÖPNV-unterstützende Angebote außerhalb innerstädtischer Bereiche. Das Projekt bündelt Konzeptentwicklung für das Sharing-System, Umsetzungsberatung, Umfragen in involvierten Unternehmen sowie die Auswertung von Nutzerdaten. Hinzu kommt die digitale Einbindung in Karte, Auskunft und MaaS-Strukturen des regionalen Verkehrsverbunds. Daraus entstehen belastbare Handlungsempfehlungen für Standorte, Ausstattung, Handling und Akzeptanz. Zugleich fungiert der Ansatz als Vorstufe der VBB-Mobilstationen.

Das Projekt zeigt, wie Kommune, Wissenschaft, Praxisunternehmen und Arbeitgeber gemeinsam eine tragfähige Struktur für vernetzte Mobilität in einem Industriegebiet aufbauen und damit den ÖPNV vor Ort stärken können.

Gefördert durch

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