»Rail Capacity Broker«
Neue Plattform bringt kleine Sendungsgrößen leichter auf die Schiene
- Entwickelt von Fraunhofer IML, Rail-Flow und Captrain Deutschland
- Plattform bündelt freie Kapazitäten bestehender Verkehre in einem virtuellen Netzwerk und ermittelt daraus die beste Route
- Premiere auf der BME/VDV-Gleisanschluss-Konferenz am 6./7. Oktober 2026
Der Einzelwagenverkehr (EWV) in Europa steht vor großen Herausforderungen. Gleichzeitig wächst der Bedarf an flexiblen und wirtschaftlichen Transportlösungen für kleine Sendungsgrößen auf der Schiene. Die neue, neutrale Plattform »Rail Capacity Broker«, entwickelt vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, der Rail-Flow GmbH und Captrain Deutschland, bringt Anbieter und Kunden zusammen. Rail Capacity Broker bündelt freie Kapazitäten bestehender Verkehre in einem virtuellen Netzwerk und ermittelt daraus die beste Route. Verlader erhalten so einen transparenten und schnellen Zugang zu passenden Transportoptionen. Am 6. und 7. Oktober 2026 stellen die Partner die Plattform auf der 5. BME/VDV-Gleisanschluss-Konferenz in Wiesbaden erstmals vor.
Die meisten Anbieter im Schienengüterverkehr haben kein flächendeckendes Netz. Kunden fehlt der Überblick über verfügbare Kapazitäten und Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Anbieter. Um dem entgegenzuwirken, vernetzt Rail Capacity Broker Kunden und Anbieter auf einer neutralen Plattform.
Anbieter hinterlegen ihre Relationen mit Zwischenhalten, freien Kapazitäten und Kompetenzen. Kunden können eine konkrete Verbindung im Rail Capacity Broker anfragen. Ein Algorithmus kombiniert die Zugnetzwerke verschiedener Anbieter und berechnet Transportoptionen für einzelne Güterwagen oder Wagengruppen. Der persönliche Austausch bleibt dabei erhalten und spielt weiterhin eine wichtige Rolle: Rail Capacity Broker sorgt für mehr Transparenz und fungiert als Vermittler, der die Marktteilnehmer zusammenbringt. Preisangaben und Transportverträge werden weiterhin direkt zwischen den Partnern vereinbart. Kontaktdaten und eine Chatfunktion erleichtern die Kommunikation zusätzlich.
Damit verbessert Rail Capacity Broker nicht nur den Zugang zu Angeboten für kleine Sendungsgrößen, sondern unterstützt Kunden dabei, diese effizienter, schneller, zuverlässiger und wirtschaftlicher zu transportieren. Denn im klassischen Einzelwagenverkehr werden Güterwagen an einem regionalen Sammelpunkt zu einem Zug zusammengestellt, der zum Zugbildungsbahnhof fährt, wo die Wagen nach Zielregionen sortiert und eventuell mehrfach umgruppiert werden. Dieses System verursacht hohe Infrastrukturkosten, lange Transportdauern und Umwege. Mit dem Rail Capacity Broker werden vorhandene Kapazitäten besser ausgeschöpft, Rangieraufwände minimiert und neue Transportwege erkannt.
Das Projekt Rail Capacity Broker wird vom Bundesministerium für Verkehr im Rahmen des Bundesprogramms Zukunft Schienengüterverkehr (Z-SGV) gefördert und läuft noch bis Juni 2027.
Letzte Änderung:
Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML