Mobilität und Umwelt

RadAR+

Reiseassistenzsysteme für dynamische Umgebungen auf Basis von Augmented Reality

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Ausgangssituation-Unterstützungsbedarf der Reisenden

Multi- und intermodale Mobilitätsangebote führen zu einer neuen Komplexität von Reisen. Durch den minutengenau getakteten Wechsel zwischen Verkehrsmitteln erwachsen Herausforderungen an die kognitive und physische Leistungsfähigkeit der Reisenden, insbesondere an stark frequentierten Umsteigepunkten in der Reisekette.

Zur Erleichterung des Wechsels zwischen Verkehrsmitteln besteht einerseits beim Reisenden ein persönlicher Informationsbedarf, und andererseits existiert eine Vielzahl von Informationen, die zur Lösung entlang der persönlichen Wegekette beitragen können. Die Informationen bleiben jedoch oft ungenutzt, da es sowohl an Kenntnissen bezüglich der sinnvollen Auswahl und Aufbereitung als auch am entsprechenden Übertragungsmedium fehlt. Derzeit erfolgt die Information von Reisenden an Flughäfen oder Bahnhöfen primär über Anzeigen, Wegweiser und Ansagen oder über mobile Endgeräte wie Smartphones, die den Vorteil haben, dass auch während der Reise weiterführende individuelle Informationen abrufbar sind.

Vor dem Hintergrund der sich verändernden Altersstrukturen in der Bevölkerung, verbunden mit der Notwendigkeit von Mobilität als Daseinsvorsorge und unter Einbezug der technologischen Entwicklungen, besteht ein hoher Bedarf zur situationsgerechten, standortbezogenen und altersgerechten Unterstützung zur Nutzung komplexer Mobilitätsketten, um einen barrierefreien Zugang zu gewährleisten.

F&E-Die Idee des lernenden Mobilitätsassistenten

Im Forschungsprojekt RadAR+ (Laufzeit 2016-2018) wird ein adaptiver, lernender Mobilitätsagent im Rahmen der Fördermaßnahme »Adaptive, lernende Systeme« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) entwickelt, der Reisende bei einem bedarfsgerechten und effizienten Wechsel zwischen Verkehrsmitteln unterstützt. Durch Fern- und Indoor-Routing wird sichergestellt, dass der Reisende stets die relevanten Informationen verfügbar hat. Die Ausstattung von Mobilgeräten mit Augmented-Reality-Anwendungen und einem lernenden Nutzermodell ermöglichen eine individualisierte und bedarfsgerechte Unterstützung des Reisenden.

Die Projektpartner aus den Bereichen Forschung, Entwicklung und Anwendung bündeln Kompetenzen in den Themenfeldern Mobilität, Augmented Reality, Sprach-User Interfaces, Mensch-Maschine-Interaktion sowie Nutzermodellierung.

Das Fraunhofer IML ist mit seinem Team Mobilität in der ersten Projektphase insbesondere für die Erhebung und Analyse der Erwartungen und Anforderungen aus Sicht der potenziellen Verkehrsdienstleister und Verkehrsunternehmen an ein innovatives Reiseassistenzsystem verantwortlich. Veränderungsstrategien in Richtung neuer Mobilitätsdienstleistungen bzw. eines lernenden Mobilitätsagenten, sind ohne Kenntnis und Berücksichtigung der Bedürfnisse dieser Stakeholder nicht möglich. Ziel ist die Erforschung spezieller Anforderungskriterien für Verkehrsdienstleister und -unternehmen innerhalb einer intermodalen Reisekette, wie z. B. Potenziale für den Einsatz eines Mobilitätsagenten und Nutzungsanreize, Herausforderungen vor Ort, Anforderungen an Technik und Schnittstellen oder generelle Fragen zur Markteinführung.

Diesbezüglich wurden Fokusgruppen zu dem Themen »Daten – Schnittstellen – Märkte« am 23.Mai 2016 und »Erwartungen und Anforderungen von Verkehrsdienstleistern an ein innovatives Reiseassistenzsystem« am 18. April 2016 in Frankfurt am Main durchgeführt.

Die so gewonnen Erkenntnisse verwendet das Projektteam des Fraunhofer IML im weiteren Projektverlauf zur Spezifikation von Test- und Anwendungsszenarien sowie zur Ableitung der Anforderungen an das Gesamtsystem. Abschließend wird ebenfalls die Akzeptanz des Gesamtsystems evaluiert, um eine erfolgreiche Umsetzung des innovativen Reiseassistenzsystems in die Praxis vorzubereiten.

Das Fraunhofer-Projektteam steht unter Leitung von Frau Nicole Wagner.

Projektkonsortium und assoziierte Partner:

 • House of Logistics & Mobility (HOLM) GmbH

 • Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML), Prien am Chiemsee und Frankfurt am Main

 • HaCon Ingenieursgesellschaft mb

 • Rhein-Main-Verkehrsverbund Servicegesellschaft mbH (rms GmbH)

 • Ubimax GmbH

 • Universität Kassel, Fachgebiet Mensch-Maschine-Systemtechnik

 • voice INTER connect GmbH

 • Fraport AG

 • Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH