Kurz vor Ende des Forschungsprojektes im Februar 2026 werden die Entwicklungsarbeiten und Datenauswertungen sukzessive abgeschlossen.
Der im Projekt TOLKIEN entstehende digitale Zwilling hat das Ziel, eine Daten- und Informationsgrundlage zu schaffen, um den beteiligten Hafenbetreibern strategische und datengetriebene Entscheidungen zu ermöglichen. Auch den Hafenanliegern bietet der digitale Zwilling einen Mehrwert im operativen und taktischen Geschäft.
Zu Beginn des Projekts wurden zunächst drei Business Szenarien (»digitale wasserseitige Verkehrserfassung«, »digitale Verkehrserfassung der Hafenbahn« und »Emissionsmonitoring eines Logistikareals«) definiert und um ein viertes Szenario (»digitale straßenseitige Verkehrserfassung«) im Hafen Trier ergänzt. Dieses Szenario entstand aus dem durch das Programm Digitale Testfelder in Häfen (DigiTest) geförderte Projekt DiVer-HT, indem Kameras entlang der Hafenbahn und der Straßeninfrastruktur montiert und angebunden wurden. Die Kameratechnik ermöglicht es, Auswertungen der Verkehre an zwei Straßenknotenpunkten im Hafen durchzuführen und bspw. Verkehrsstärken oder Spitzenzeiten zu identifizieren. Hierdurch ist erstmalig ein transparenter Überblick über die Verkehre möglich.
Im Rahmen des Szenarios der Hafenbahn Trier wurde u.a. ein E-Mail-Service in Betrieb genommen, der Hafenanlieger über Zugankünfte und -abfahrten kurz nach der Durchfahrt durch das Schienen-OCR-Gate über Wagen- und Containernummern automatisiert informiert, was Auswirkungen auf die operativen Abläufe hat.
Zur Erhöhung der Emissionstransparenz werden umfangreiche Verkehrs- und Umweltdaten aus den Duisburger Hafenbereichen, die vom DigiTest-Projekt SETRI des duisport montierten Sensoren erfasst werden, kontinuierlich ausgewertet. Hierdurch lassen sich standortbezogene Analysen von Luftschadstoffen durchführen, Verkehre analysieren und gebietsbezogene Verkehrsströme datenbasiert erfassen, um Transparenz zu schaffen und die Entwicklung von Handlungsempfehlungen zu unterstützen.
Abgerundet werden die Arbeiten durch die Analyse der wasserseitigen Verkehre auf Basis von AIS-Daten. Die Erkenntnisse hieraus werden analog zur Straße und Schiene verwendet, um Verkehrsspitzen zu erkennen, Engpässe zu identifizieren und Transparenz zu schaffen.
Ergebnis des TOLKIEN-Projekts ist eine robuste Sensor-Datenbasis über Straße, Schiene, Wasserstraße und Umweltparameter – als Grundlage für datengetriebene Entscheidungen in den Binnenhäfen. Projektpartner sind die Duisburger Hafen AG, die Trierer Hafengesellschaft mbH, die NautilusLog GmbH und das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML.
Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML