DIANA – Stärkung und Digitalisierung der Wagentechnischen Untersuchung

Foto von mehreren Güterzügen unter einer Ladebrücke
© Fraunhofer IML

In dem im Sommer 2025 abgeschlossenen Forschungsprojekt DIANA standen die Wagentechnische Untersuchung (WTU) im Bahnbereich und dessen Digitalisierung im Fokus. Ziel war es, die WTU effizienter, transparenter und robuster zu gestalten, indem digitale Lösungen dort eingeführt wurden, wo Prozesse bislang analoge oder manuelle Schritte erforderten. Während in vielen Bereichen der Logistik digitale Ansätze präsent sind, stand die WTU einiges hinter diesen Entwicklungen zurück. DIANA adressierte genau diesen Aspekt und strebte eine auf Digitalisierung basierende Modernisierung der Abläufe an, um Zeitaufwände zu senken, Kosten zu reduzieren und die Qualität der Wagenprüfungen zu erhöhen.

Bei diesem Vorhaben wirkten Partner aus Industrie und Wissenschaft zusammen: die Duisburger Hafen AG (duisport), Nordic Rail Service GmbH, leogistics GmbH, die Studiengesellschaft für den Kombinierten Verkehr (SGKV) e.V. sowie das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML brachten ihre jeweilige Expertise ein, um die Digitalisierung der WTU praxisnah zu gestalten. Ziel war es, die Arbeit der Wagenmeister durch konkrete Technologien zu erleichtern, die Einbindung der Wagenmeister in den Informationsfluss zu stärken und administrative Hürden zu verringern. Dafür wurden Konzepte und Lösungen entwickelt, die den Informationsfluss zwischen den Beteiligten verbessern und so die Effizienz der gesamten WTU erhöhen.

Ein Kernelement des Projekts war die WTU-App, die eine digitale Bereitstellung von Wagenlisten, die Prüfung und Änderung der Wagenreihung sowie das Erfassen von Schäden gemäß AVV-Anlage 4 ermöglicht. Darüber hinaus unterstützt sie das Erstellen von Meldezettelvermerken und stellt die Grundlage für eine zeitnahe Kommunikation von Daten zwischen den beteiligten Akteuren, z. B. zum übernehmenden Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU). Die App reduziert papiergebundene Prozesse und sorgt für eine konsistente Datengrundlage über alle beteiligten Partner hinweg. In Pilotanwendungen wurde zudem der Einsatz von Datenbrillen untersucht. Diese Technologie erlaubt freihändiges Arbeiten und eine Darstellung relevanter Informationen zu den Wagen in komprimierter Form.

Ein weiteres zentrales Lösungselement des Projektes ist die so genannte Sensorbox, die Schallsensorik nutzt, um Schäden wie Flachstellen oder Aufschweißungen an Wagen bzw. genauer gesagt an den Rädern zu diagnostizieren. Die Identifikationsmerkmale wurden gemeinsam mit den Wagenmeistern der duisport rail analysiert und validiert. Die Sensorbox und die verarbeitende Software ermöglichen das Erkennen von charakteristischen Anomalien, die so vor einer WTU aufgedeckt und angezeigt werden können, und unterstützt so die Wagenmeister bei ihrer Arbeit.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass DIANA positive Impulse für eine zeitgemäße Digitalisierung der Wagentechnischen Untersuchung liefert. Die Integration unterschiedlicher Technologien – von der WTU-App über die Sensorbox bis hin zu unterstützenden Analysetools – eröffnete neue Ansätze zur Steigerung der Prozesseffizienz, zur Beschleunigung der Zugbereitstellung und zur transparenten Dokumentation aller relevanten Schritte. Die gewonnenen Erkenntnisse finden nicht nur Anwendung bei duisport, sondern sollen auch in weiteren Projekten und Anwendungsfeldern der Branche genutzt und weiterentwickelt werden. Dadurch trägt DIANA dazu bei, WTU-Arbeitsabläufe robuster, zügiger und wirtschaftlicher zu gestalten.

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