Standortplanung und Standortoptimierung

Die Logistikstandorte richtig?

Basis aller Transportnetze sind die Logistikstandorte als Schnittstelle zwischen Kunde und Produktion einerseits und dem Haupt­lauf andererseits. Deshalb soll­te zu Beginn einer Standortplanung die Frage geklärt werden, ob die be­ste­henden Lager und Depots von ihrer Anzahl und Lage her richtig positioniert sind.

Was nützt das beste Logistiknetzwerk, wenn aufgrund einer falschen Anzahl oder Lage von Standorten bei­spiels­weise sehr lange Zustelltouren ge­bildet werden müssen? Gerade die Ver­kehre in der Fläche, also die Sam­mel- und Verteiltouren, machen den Groß­teil der regelmäßigen Kosten von Transportnetzen aus. Deshalb kommt der Frage nach den richtigen Stand­orten der Depots - und der rich­ti­gen Anbindung der Kunden an die­se Depots - eine so große Bedeutung zu.

Anpassungsplanung

Meistens stehen nicht alle bestehenden Standorte zur Dis­po­si­ti­on. Bestehende Kundenbeziehungen oder langfristrige Immobilienverträge sor­gen dafür, dass einzelne Standorte ge­setzt sind. In solchen Fällen wer­den diese auch für die Op­ti­mie­rungs­rech­nungen als fix gesetzt, und es wird ermittelt, wie viele und welche er­gänzenden Standorte gebraucht wer­den.

Auch bei der Vorauswahl der mög­lichen Standortkandidaten kön­nen spe­zielle Rahmenbedingungen be­rück­sich­tigt werden: Wenn bei­spiels­wie­se die De­potanzahl verkleinert wer­den soll, aber nur bestehende Stand­orte genutzt und keine neuen er­richtet werden sollen, werden nur die existie­ren­den Depots als Kandi­da­ten ge­setzt und deren optimale Teil­menge als Depotstandorte für die Zu­kunft er­mittelt.

Immobilienpreise

Es ist möglich, bei der Stand­ort­op­ti­mie­rung nicht nur die Minimierung der Transportkosten zu be­rück­sich­ti­gen. Bei Bedarf können auch an­dere Kos­tenwerte wie Grundstücks- und Im­mo­bilienpreise oder entsprechende Kos­ten­funktionen (auch Be­triebs­kos­ten) in die Zielfunktion der Op­ti­mie­rung eingebunden werden.

Qualitative Standortfaktoren

Auf Wunsch des Auf­traggebers wer­den auch „weiche“ Stand­ort­faktoren wie Arbeitskraft-Ver­füg­bar­keit und -Qua­lifizierung, För­der­mög­lichkeiten und baurechtliche Vor­ga­ben in die Stand­ortoptimierung ein­bezogen.

Gebietsoptimierung

Entscheidend für die Transportkosten im Nahbereich ist neben der richtigen An­zahl und Lage der Depots auch die rich­tige Zuordnung der vorhandenen und zukünftigen Kunden. Die Auf­ga­be der Gebietszuordnung wird al­go­rith­misch bei der Stand­ort­op­ti­mie­rung mit gelöst, es kann jedoch auf Grund spezifischer Rahmen­be­din­gun­gen sinnvoll sein, diese Berechnung auch separat durchzuführen, um die Zu­ord­nung bei gegebenen Stand­or­ten zu überprüfen und zu op­ti­mie­ren. Dabei kann eine schnel­le Kun­den-Erreichbarkeit Vor­rang vor einer kur­zen Fahrtstrecke be­kommen, oder die gegebene ge­rin­ge Um­schlags­ka­pa­zität einzelner De­pots kann dafür sor­gen, dass diese De­pots ein klei­ne­res Einzugsgebiet be­kommen als an­de­re. Diese und andere Restriktionen kön­nen bei unseren Verfahren be­rück­sichtigt werden.

Überprüfung mit Tourenplanung

Die Ermittlung von Standorten erfolgt not­wendigerweise in einem ana­ly­ti­schen Modell, in dem von realen De­tails der Abwicklung abstrahiert wird. Das Fraunhofer IML ist jedoch in der Lage, mit­tels leistungs­fähiger Touren­pla­nungs­algo­rith­men die un­ter­schied­lichen Standorts­zenarien hin­sicht­lich ihrer Pra­xis­taug­lichkeit zu ver­gleichen und zu verifizieren. Da­bei wird die Touren­pla­nung nicht zur Dis­po­sition, sondern als stra­te­gi­sches Pla­nungs­mittel eingesetzt..

Für vergangenheitsbezogene kon­kre­te Auftragsdaten werden dabei für die ver­schiedenen Standortszenarien rea­lis­tische Zustelltouren in den De­pot­ge­bieten gebildet. Dies führt zu einer ge­nauen Bewertung der Zu­stell­kos­ten und steigert die Qualität der ent­wickel­ten Lösungen.

Das Fraunhofer-IML verfügt durch zahl­reiche Beratungsprojekte für Lo­gis­tik­dienstleister über Detail­wissen zu Marktstrukturen und -ent­wick­lun­gen, dem Leistungsangebot sowie den Kundenan­forderungen.