Betriebliches Mobilitätsmanagement

Betriebliches Mobilitätsmanagement (BMM) ist ein strategischer Ansatz von Unternehmen zur nachhaltigen und effizienten Gestaltung der Mobilität ihrer Mitarbeitenden und Besucher. Es umfasst Maßnahmen wie ÖPNV-Förderung inkl. erster/letzter Meile, Fahrradförderung, Parkraummanagement und Mobilitätslösungen auf Betriebsgeländen, um den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren und umweltfreundliche Alternativen zu fördern. Ziel ist es, Mobilitätskosten zu senken, CO₂-Emissionen zu verringern und gleichzeitig die Erreichbarkeit und damit die Standortattraktivität des Unternehmens sowie die Mitarbeiterzufriedenheit zu verbessern. 

Ein Stau verdeutlicht wie wichtig betriebliches Mobilitätsmanagement ist.
© Milan – stock.adobe.com

Mobilitätsmanagement für Unternehmen

Für Unternehmen mit steigenden Mitarbeiterzahlen können neue Herausforderungen wie Parkplatzprobleme oder Staus bei der Anfahrt entstehen. Das Firmengelände und die dort verfügbaren Stellplätze erreichen ihre Kapazitätsgrenze. Auch nah gelegene öffentliche Straßen und Parkplätze werden schon mit einbezogen. Perspektivisch entwickelt sich jedoch das Unternehmen zum weiteren Stellenausbau und somit steigt auch der Bedarf an weiteren Stellplätzen. 

Das Fraunhofer IML berät Unternehmen und entwickelt bedarfsgerechte Lösungen durch die Kombination aus Parkraummanagement und betrieblichem Mobilitätsmanagement, wovon sowohl Mitarbeitende als auch Unternehmen profitieren. Das Parkraummanagement ermöglicht eine optimale Auslastung der Stellplätze und einen effektiven Einsatz der Geländeflächen, während das betriebliche Mobilitätsmanagement die Nutzung alternativer Verkehrsmittel neben dem eigenen PKW fördert, ohne die Mitarbeitenden zu demotivieren. Durch neue Technologien in der Fahrzeugentwicklung, kreative Parkraumkonzepte, vielfältige Sharing-Modelle und flexible Schichtzeitmodelle ergeben sich neue Chancen für wirtschaftliche und umweltfreundliche Lösungen mit erheblichen Optimierungspotenzialen. 

Zukunftsfähige Mobilitätskonzepte für Unternehmen

Wir sehen das Betriebliche Mobilitätsmanagement als zentralen Baustein zur nachhaltigen und effizienten Gestaltung der Mobilität von Mitarbeitenden und Besuchern. 
Informieren Sie sich über die Möglichkeiten für Ihr Unternehmen! 

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Unterstützung beim betrieblichen Mobilitätsmanagement

Unsere Leistungen umfassen sowohl fachliches als auch technisches Know-how zur Optimierung des Mobilitätsmanagements für Unternehmen, Verbände und Kommunen. Wir unterstützen bei:

  • Umfragen, Analysen, Maßnahmenentwicklung, Konzept
  • Lösungen für Mobilität in Industriegebieten (überbetrieblich)
  • Prüfung von Flotten
  • Einbeziehung der Möglichkeiten von neuen Mobilitätsangeboten (z. B. Sharing, Mitfahrgelegenheiten)
  • Parkraummanagement & Parkraumoptimierung

»Unsere Erfahrungen aus zahlreichen Projekten zeigen: Viele Unternehmen unterschätzen, welches Potenzial in der Mobilität ihrer Mitarbeitenden steckt. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich nicht nur der Parkdruck spürbar reduzieren – auch die Zufriedenheit und Gesundheit der Belegschaft profitieren davon.«
Dipl.-Ing. Wolfgang Inninger, Abteilungsleiter am Fraunhofer IML

Quick Check Betriebliche Mobilität

Das Fraunhofer IML hat auf Basis der Erfahrungen aus durchgeführten Projekten im Bereich des Betrieblichen Mobilitätsmanagements den »Quick Check BMM« erstellt. Dieser hilft Unternehmen schnell und kostengünstig, den Status quo ihrer Mitarbeitermobilität zu analysieren und Optimierungspotenziale zu identifizieren. Der Quick Check umfasst:

  • kurzer Online-Fragebogen, der das Verkehrsverhalten, die Parkplatzsituation sowie die Bereitschaft der Mitarbeitenden zum Umstieg auf nachhaltige Verkehrsmittel erfasst
  • Auswertung mit konkreten Kennzahlen wie etwa den Modal Split und Zufriedenheitswerte
  • Maßnahmenkatalog auf Basis der Optimierungspotenziale wie z. B. ein Jobticket oder Mitfahr-Lösungen, welche das Pkw-Aufkommen reduzieren könnten

Hier den Quick Check anfragen

Maßnahmen zur zeitgemäßen Gestaltung betrieblicher Mobilität

Die systematische Transformation betrieblicher Mobilitätsstrukturen erfordert ein koordiniertes Vorgehen auf mehreren Handlungsebenen. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass erfolgreiche Implementierungen durch die Integration strategischer Maßnahmen gekennzeichnet sind. So könnten diese Maßnahmen aussehen:

Strategieentwicklung und Governance

Die Etablierung einer umfassenden Mobilitätsstrategie bildet die konzeptionelle Grundlage. Diese umfasst die Definition messbarer Zielparameter, die Analyse bestehender Mobilitätsbedarfe sowie die Priorisierung von Maßnahmen nach Wirkungsgrad und Umsetzbarkeit. Die Einrichtung eines Teams aus den verantwortlichen Unternehmensbereichen gewährleistet die kontinuierliche Implementierung und Anpassung der definierten Maßnahmen.

Infrastrukturelle Interventionen 

Infrastrukturelle Anpassungen betreffen sowohl die physische als auch die digitale Ebene. Dazu zählen die Bereitstellung von Ladeinfrastruktur für Elektromobilität, die Schaffung sicherer Fahrradabstellanlagen mit Serviceangeboten, die Optimierung betrieblicher Standorte hinsichtlich ihrer Erreichbarkeit sowie die Implementierung digitaler Mobilitätsplattformen zur Integration multimodaler Angebote.

Prüfung von Flotten und Fahrzeugpolitik

Die strategische Neuausrichtung betrieblicher Fahrzeugflotten umfasst die sukzessive Elektrifizierung des Fuhrparks, die Implementierung von Pooling-Konzepten anstelle personengebundener Fahrzeugzuteilungen sowie die Integration alternativer Fahrzeugkategorien wie Pedelecs oder Lastenräder für spezifische Einsatzbereiche. Begleitend sind differenzierte Regelwerke zur Fahrzeugnutzung und -berechtigung zu entwickeln.

Organisatorische Rahmenbedingungen 

Die Flexibilisierung von Arbeitsort und Arbeitszeit stellt einen zentralen Hebel dar. Hybride Arbeitsmodelle reduzieren Pendelbewegungen und ermöglichen zeitversetztes Arbeiten zur Vermeidung von Spitzenlastzeiten. Ergänzend können Anreizsysteme wie Mobilitätsbudgets, die Bezuschussung von ÖPNV-Abonnements oder Fahrradleasing-Programme implementiert werden.

Datenbasiertes Monitoring und kontinuierliche Optimierung

Die systematische Erfassung mobilitätsbezogener Daten ermöglicht evidenzbasierte Steuerungsimpulse. Relevant sind Kennzahlen wie Modal Split, durchschnittliche Pendelstrecken, Flottenauslastung sowie CO₂-Emissionen. Die regelmäßige Evaluation schafft die Grundlage für iterative Anpassungen und die Identifikation neuer Handlungsfelder.

Stakeholder-Integration und Kommunikation 

Die Einbindung von Mitarbeitendenvertretungen, die systematische Bedarfsanalyse durch Befragungen sowie transparente Kommunikationsprozesse erhöhen die Akzeptanz implementierter Maßnahmen. Schulungs- und Informationsangebote unterstützen Verhaltensänderungen und vermitteln die Kompetenz zur Nutzung neuer Mobilitätsangebote.

Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen ist stark kontextabhängig und erfordert eine standort- und organisationsspezifische Adaption.

Betriebliches Mobilitätsmanagement: Unsere Referenzen

Betriebliches Mobilitätsmanagement bei der Roche Pharma AG in Grenzach-Wyhlen 

Das Fraunhofer IML entwickelte für die Roche Pharma AG ein ganzheitliches Mobilitätskonzept, das auf einer umfassenden Analyse der Standortinfrastruktur, regionaler Verkehrsangebote sowie der Bedarfe von Mitarbeitenden und Außendienstmitarbeitern basiert. Ziel war es, konkrete Maßnahmen des Betrieblichen Mobilitätsmanagements zu erarbeiten, um Verkehre effizienter, umweltfreundlicher und sozialverträglicher zu gestalten und Roche als Innovationstreiber nachhaltiger Mobilität zu positionieren.

Sharing-System für Industriegebiete 

Im Rahmen des Projekts mobil²@Lu errichtete die Stadt Ludwigsfelde – wissenschaftlich begleitet durch das Fraunhofer IML – Mobilitätsstationen am Bahnhof Ludwigsfelde-Birkengrund, an denen Pendlerinnen und Pendler per App Fahrräder und E-Scooter ausleihen können, um die bis zu vier Kilometer lange „letzte Meile" zum Gewerbegebiet schnell und unkompliziert zu überbrücken.

Zum Projekt mobil²@Lu

Ludwigsfeldes Bürgermeister Andreas Igel, Jürgen Roß, VBB-Bereichsleiter Planung und Fahrgastinformation und Wolfgang Inninger, Abteilungsleiter Projektzentrum Verkehr, Mobilität und Umwelt am Fraunhofer IML stehen vor einer der neuen Mobilitätsstationen.
© Stadt Ludwigsfelde

Zukunftsfähiges Mobilitätskonzept für den Chemiepark Knapsack 

Das Fraunhofer IML entwickelte für den Chemieparkbetreiber InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG ein ganzheitliches, dreistufiges Mobilitätskonzept, das auf einer Kombination aus Standortanalyse, Mitarbeiterbefragung sowie einer Markt- und Trendanalyse basiert. Ziel war es, angesichts wachsender Mitarbeiterzahlen und begrenzter Parkkapazitäten bedarfsgerechte Maßnahmen für die Pendlermobilität sowie die innerbetriebliche Mobilität zwischen Standorten zu erarbeiten – von Fahrradinfrastruktur und Werksbussen bis hin zu Mikromobilen und Carsharing.

Unabhängige Expertise im Betrieblichen Mobilitätsmanagement

Durch Investitionen in Maßnahmen des Betrieblichen Mobilitätsmanagements können Unternehmen neben einem Beitrag zum Klimaschutz auch soziale und ökonomische Vorteile erzielen. Das Fraunhofer IML forscht und berät seit Jahren Unternehmen und Kommunen.

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FAQ zum Betrieblichen Mobilitätsmanagement

  • Betriebliches Mobilitätsmanagement (BMM) bezeichnet die systematische Planung und Steuerung aller mobilitätsbezogenen Aktivitäten eines Unternehmens – sowohl für den Weg zur Arbeit als auch für dienstliche Fahrten und die Mobilität auf dem Betriebsgelände.

    Ziel ist es, den Pkw-Verkehr zu reduzieren und nachhaltige, effiziente Alternativen zu fördern. Unternehmen profitieren dabei nicht nur durch Kosteneinsparungen, sondern auch durch eine gesteigerte Attraktivität als Arbeitgeber und einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz.

  • Betriebliche Mobilität umfasst alle Wege, die im Zusammenhang mit der Arbeit entstehen – also sowohl den täglichen Arbeitsweg der Beschäftigten als auch Dienstreisen und innerbetriebliche Verkehre.

    Sie ist ein wesentlicher Faktor für die Funktionsfähigkeit von Unternehmen, gleichzeitig aber auch eine bedeutende Quelle von CO₂-Emissionen und Verkehrsbelastungen. Eine effiziente Gestaltung der betrieblichen Mobilität ist daher sowohl ökonomisch als auch ökologisch von großer Bedeutung.

  • Typische Beispiele für betriebliches Mobilitätsmanagement sind die Einführung von Jobtickets für den öffentlichen Nahverkehr, der Aufbau von Fahrradabstellanlagen und Duschmöglichkeiten für Radfahrende sowie die Organisation von Fahrgemeinschaftsbörsen.

    Darüber hinaus zählen Mobilitätsstationen mit Sharing-Angeboten, Werksbusse oder die Bereitstellung von Dienstfahrrädern und E-Bikes dazu. Auch die Einführung flexibler Arbeitszeiten oder Homeoffice-Regelungen kann ein wirksames Instrument des BMM sein, da sie das Verkehrsaufkommen zu Stoßzeiten reduzieren.

  • Ein Mobilitätsbudget ist ein vom Arbeitgeber bereitgestelltes Guthaben, das Beschäftigte flexibel für verschiedene Verkehrsmittel und Mobilitätsdienstleistungen einsetzen können – etwa für ÖPNV-Tickets, Carsharing, Bikesharing oder Taxi-Fahrten.

    Anders als klassische Dienstwagen- oder Fahrtkostenregelungen gibt es den Mitarbeitenden die Freiheit, je nach Bedarf das passende Verkehrsmittel zu wählen. Das Modell fördert so die multimodale Mobilität, reduziert die Abhängigkeit vom privaten Pkw und kann steuerlich begünstigt gestaltet werden. 

  • Mobilitätsmanagement bezeichnet die nachfrageorientierte Beeinflussung des Verkehrsverhaltens mit dem Ziel, Mobilität effizienter, nachhaltiger und sozialverträglicher zu gestalten – ohne zwingend neue Infrastruktur zu bauen. Es setzt auf Maßnahmen wie Information, Kommunikation, Koordination und Organisation, um bestehende Angebote besser zu nutzen und den Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel zu erleichtern.

    Mobilitätsmanagement kann auf verschiedenen Ebenen angewendet werden – kommunal, regional oder eben betrieblich – und ist ein zentrales Instrument zur Erreichung von Klimaschutz- und Verkehrszielen.