Mobilität und Umwelt

Integriertes Mobilitätskonzept Allgäu

Intelligente Mobilität - zum Wohle der Einheimischen und der Gäste

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Panorama Landschaft in Bayern mit Alpen im Allgäu bei Immenstadt
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Ausgangssituation im Allgäu

Aufgrund des steigenden Verkehrsaufkommens insgesamt sowie des touristischen Andrangs auf die Landkreise und kreisfreien Städte in der Region Allgäu kommt es verstärkt zu verkehrlichen Herausforderungen. Überfüllte Parkplätze und ausgelastete Ortsdurchfahrten stellen konkrete Folgen der aktuellen Situation dar.

Unter der Federführung der Allgäu GmbH erstellen das Fraunhofer IML, die Green City Experience GmbH sowie das Urban Institute verschiedene Analysen, verkehrliche Bewertungen und beziehen schon bestehende Initiativen in das integrierte Mobilitätskonzept Allgäu ein. Für das einjährige Förderprogramm stellt der Freistaat Bayern 200.000 Euro zur Verfügung. Das Projekt wird von Januar bis Dezember 2021 durchgeführt.

Ziele des Projekts - zwei Themenschwerpunkte

Um auf die beschriebenen regionalen Herausforderungen entsprechend passende Lösungen erarbeiten zu können, wird die Erstellung eines integrierten Mobilitätskonzepts angestrebt. Zunächst steht eine Analyse von Studien und lokaler Daten an, Experteninterviews folgen.

1)    Analyse verkehrlicher Hotspots & Sofortmaßnahme digitales Parkraummanagement

Der Fokus liegt zunächst auf der Einführung eines digitalen Parkraummanagementsystems als Sofortmaßnahme, welches zur verkehrlichen Beruhigung ausgewählter Hotspots beitragen soll. Eine eingehende Analyse des Verkehrsströme ist dafür erforderlich. Anhand von Mobilfunkdaten und CFD wird der Quell-Ziel-Verkehr sowie die Situation auf Zufahrten und in Parkräumen vor Reisezielen erhoben. Die verkehrlichen Schlüsselstellen (Hotspots) werden durch Interviews mit regionalen Akteuren, wie Fachleuten aus den Landkreisen und kreisfreien Städten, Verbünde und Initiativen sowie Vertretern von Polizei und Tourismusverbänden erhoben und validiert. Aber auch das Fachwissen der Bergbahnen, Naturschutzbehörden, der Hotellerie, des ADAC und anderer Bereiche wird integriert. Aus den gemeinsam erhobenen Daten können schließlich passgenaue Maßnahmen zur Verkehrssteuerung abgeleitet werden. Die Einschätzungen und Expertisen der Interviewten fließen anschließend in ein Bewertungsschema zur Identifikation der meistbetroffenen Hotspots ein, welche sodann von der Konzeptionierung eines Parkraummanagementsystems profitieren können. Das Konzept zur Lenkung von Besucherströmen geht dabei auf die an den Hotspots vorhandenen Bedürfnisse ein und zielt auf die kurzfristige Einführung eines digitalen Parkraummanagementsystems als Best-Practice-Maßnahme ab. Das System bietet den Besuchern durch die Integration von Echtzeitdaten die Möglichkeit ihre Anreise frühzeitig zu planen, indem die aktuellen Verhältnisse vor Ort über beliebige Plattformen (Apps, Websites, etc.) kommuniziert werden. So können Besucher bspw. einen Ausflug bereits von zu Hause aus planen, da ihnen die Überschreitung von Parkkapazitäten mitgeteilt und ggf. alternative Anreiseoptionen oder Ausflugsziele vorgeschlagen werden. Es wird ein einheitliches System für die im Allgäu betroffenen Gebiete angestrebt.

2)    Leitbildentwicklung - Das integrierte Mobilitätskonzept

Das Mobilitätskonzept beinhaltet unter Berücksichtigung einer verkehrsträgerübergreifenden Analyse der Situation im gesamten Allgäu ein Maßnahmenbündel des Verkehrs- und Mobilitätsmanagements und sieht die Konzeption maßgeschneiderter Maßnahmen vor.

Ziel ist die Entwicklung eines Leitbildes für die Mobilität im Allgäu und darauf abgestimmte Maßnahmen zur Verkehrssteuerung (integriertes Mobilitätskonzept).

Projektkonsortium

Das Projektkonsortium bündelt die langjährigen Expertisen aus den Bereichen Wissenschaft und kommunaler Praxis und maximiert so das für das Projekt essenzielle Knowhow aus dem Sektor Mobilität und Verkehr. Die Partner nutzen so Synergien und kombinieren ihre Erfahrungen aus dem Projektmanagement, der Stadt- und Regionalentwicklung, den Bereichen Partizipation, Moderation und Kommunikation sowie Digitalisierung, KI-gesteuerten Datenanalysen, Smart Parking, Verkehrsplanung und Prozessoptimierung.

-       Green City Experience GmbH (GCX)

-       Urban Institute [ui!]

-       Fraunhofer IML, Projektzentrum Verkehr Mobilität und Umwelt in Prien am Chiemsee

Das Fraunhofer-Projektteam steht unter der Leitung von Frau Nicole Wagner-Hanl.

Fördermittelgeber

Fördergeber ist das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (StMB), vertreten durch die Regierung von Schwaben.