Studien & Veröffentlichungen

Einkauf kann Führungsrolle übernehmen

BME Vorstudie Einkauf 4.0
© Fraunhofer IML

Fraunhofer IML und BME stellen neue Studie zur Digitalisierung des Einkaufs vor

Der digitale Strukturwandel der Industrie wird ohne den Einkauf nicht erfolgreich sein. Allerdings gehen die Meinungen über dessen Rolle weit auseinander. Sie reichen von „aktiver Treiber“ bis „lediglich Unterstützer“. Deshalb muss sich der Einkauf stärker in die Diskussion um Industrie 4.0 einschalten. Als Innovationsscout und Experte für Technologie und Management findet er dann auch Gehör. Das sind zentrale Ergebnisse der Studie „Digitalisierung des Einkaufs – Einkauf 4.0“, des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML und des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME). Zwischen August 2015 und April 2016 waren insgesamt 25 Einkaufsleiter und CPOs namhafter Industrieunternehmen sowie Vertreter von zwei Hochschulen befragt worden.


Zentrale Umfrage-Ergebnisse:

Eine starke interne und externe Vernetzung ist das Maß aller Dinge, wenn Industrie 4.0 erfolgreich entwickelt werden soll. Während die Vernetzung im eigenen Unternehmen alle Abteilungen gleichermaßen betrifft, ist insbesondere der Einkauf bei der externen Vernetzung gefordert. Der Austausch von Know-how mit anderen Unternehmen und Organisationen macht es erst möglich, von den Vorteilen der Digitalisierung zu profitieren. Der Einkauf ist Treiber der externen Vernetzung und trägt hier die volle Verantwortung. Ihm kommt bei der Umsetzung von Industrie 4.0 eine entscheidende Rolle zu: Er muss die Innovationen und Technologien ins Unternehmen bringen, damit es die vierte industrielle Revolution erfolgreich meistern kann.

Der Einkauf muss künftig in Echtzeit reagieren können. Das geht nur, wenn er zuvor seine Prozesse weitestgehend digitalisiert hat.

Der Einkauf muss ein zunehmend digitalisiertes Beschaffungsportfolio managen. Nicht nur die Prozesse des Einkaufs, sondern auch die zu beschaffenden Produkte unterliegen dem Wandel der Digitalisierung.

Operative Einkaufsprozesse können nahezu komplett digitalisiert werden. Sie müssen nicht durch einen Mitarbeiter abgewickelt werden; das übernehmen neue Technologien und E-Lösungen. Der strategische Einkauf steuert und überwacht diese Prozesse dann nur noch. Damit ist der operative Einkäufer ein Auslaufmodell.

Die Anforderungen und Erwartungen an den strategischen Einkauf wachsen und damit die Forderung nach einem erhöhten Wertbeitrag.

Das Berufsbild des Einkäufers wandelt sich grundlegend. Seine traditionelle Rolle ist passé. Er wird zum digitalen Schnittstellenmanager nach innen und außen.

Technologien schaffen viele neue Möglichkeiten für Unternehmen, ersetzen allerdings keine persönlichen Beziehungen. Besonders im Einkauf bleiben persönliche Kontakte zu Lieferanten und internen Kunden eine wichtige Basis.

Der Einkauf trägt nicht die Gesamtverantwortung für die Umsetzung von Industrie 4.0 – dennoch spielt er dabei eine entscheidende Rolle.

Die aktuelle Studie ist Ausgangspunkt für weitergehende, detaillierte Untersuchungen zum Thema Einkauf 4.0. Dazu haben BME und Fraunhofer IML einen Think Tank als Erfahrungs- und Ideengeber gegründet. Aufgabe dieses Expertenkreises ist es, Erfahrungswerte aus der bisherigen Praxis zusammenzutragen sowie die mit der fortschreitenden Digitalisierung der Wirtschaft verbundenen Anforderungen an den Einkauf zu ermitteln.

Hier geht es zur ganzen Studie

Leitfaden Investitionskonzept

© Fraunhofer IML

Die Digitalisierung und Industrie 4.0 hat eine tiefgreifende und nachhaltige Auswirkung auf die Unternehmens- und Arbeitswelt. Infolge neuer technologischer Möglichkeiten und des zunehmenden Innovationsdrucks sind Unternehmen gezwungen die Chancen von Industrie 4.0 zu nutzen und entwickelte Ideen schnell in die Realität umzusetzen.

Unterstützung auf dem Weg zur digitalisierten Arbeitswelt bietet der kostenfreie Leitfaden Investitionskonzepte von Digital in NRW – praktisch, praxisnah und professionell.

In einer gemeinsamen Workshopreihe werden Unternehmen mit dem Leitfaden Investitionskonzepte an die Hand genommen mit dem Ziel verlässliche Instrumente und Vorgehensweisen darzustellen, um Investitionen im Bereich Digitalisierung strukturiert zu bewerten und deren Realisierung abzusichern.

 

Der Leitfaden Investitionskonzepte führt Sie dabei Schritt für Schritt von der Projektplanung bis zur Risikoanalyse. Über mehrere Phasen begleiten wir Sie bei der Planung Ihres Investitionsvorhabens, ermitteln dessen Umsetzungs- sowie wirtschaftliches Potenzial. Zudem erhalten Sie anhand Industrie 4.0 relevanter und messbarer Kriterien eine aussagekräftige Auswertung und einen ganzheitlichen Überblick über Chancen sowie Herausforderungen Ihres avisierten Digitalisierungsprojekts und legen so die Grundlage für dessen erfolgreiche Umsetzung. Weitere Informationen stehen Ihnen hier zum Download zur Verfügung. (https://www.digital-in-nrw.de/de/downloads)

56. BME-Symposium Einkauf und Logistik DIGITAL

© BME

Das Fraunhofer IML nimmt bei dem diesjährigen 56. BME-Symposium Einkauf und Logistik DIGITAL teil und gibt Einblicke in die neuesten Forschungsergebnisse des Think Tank Einkauf 4.0. Thema dieses Beitrags wird die Scorecard 4.0 sein. Gemeinsam mit dem BME zeigen wir Ihnen die Erfolgsfaktoren für den „Einkauf 4.0“ und wie Sie anhand neuester Kennzahlen den Wertbeitrag des Einkaufs für Ihr Unternehmen ganzheitlicher erfassen können.

Der Think Tank Einkauf 4.0 kommt im vierteljährigen Turnus zusammen und bietet Industriepartnern aus unterschiedlichen Branchen Gelegenheit sich über aktuelle Themen aus dem Einkauf auszutauschen. Gemeinsam werden hier neue Impulse gesetzt und auf die aktuellen Herausforderungen des Einkaufs geblickt. Daraus werden neue Ansätze und Lösungswege abgeleitet, die den zukünftigen Einkauf effektiver gestalten können.

Entdecken Sie mit uns, wie Digitalisierung im Einkauf quantifiziert werden kann!