Optimierung der Material- und Steuerungsprozesse im Bereich Fleisch

Am Standort Frankfurt am Main betreibt die Wilhelm Brandenburg GmbH & Co.oHG ein Fleischwerk mit Frische- und Logistikzentrum. Als ein Unternehmen der Rewe Group wird hier u. a. das komplette SB-Eigenmarken- und Bedienungstheken-Programm für Fleisch- und Wurstwaren hergestellt und distribuiert.

Zur Bearbeitung von Kundenaufträgen werden aus verschiedenen Lagerbereichen Fleischkisten vollautomatisiert zusammengeführt und auf Rollwagen gestapelt. Im Rahmen dieser Auftragsabwicklung entstehen in Abhängigkeit der Auftragsstruktur  und –menge zunehmend Engpasssituationen in den Lager- und Fördersystemen. Das Fraunhofer IML wurde beauftragt, Engpässe und deren Ursachen zu identifizieren sowie Optimierungsansätze zu entwickeln.

Die Umsetzung erfolgt in verschiedenen Arbeitsschritten. Zuerst analysierte Fraunhofer IML Auftragsdaten und Leistungsparameter der unterschiedlichen Anlagenkomponenten. Auf Basis einer statischen Durchsatzbetrachtung des Gesamtsystems wurden Schwachstellen und Ursachen im Materialfluss und deren Steuerung ermittelt.

Anschließend wurden entsprechende Optimierungsszenarien im Bereich der Anlagensteuerung sowie des Komponenteneinsatzes entwickelt und deren Wirksamkeit mit Hilfe eines Simulationsmodells überprüft. Die Notwendigkeit für den Einsatz der Simulation ergab sich insbesondere aus der Komplexität der eingesetzten Steuerungsstrategien und den Wechselwirkungen zwischen einzelnen Systemkomponenten im zeitlichen Verlauf.

Der Lehrstuhl für Förder- und Lagerwesen der TU Dortmund realisierte die maßstabsgetreue Abbildung und reale Parametrisierung aller relevanten Technikkomponenten, Steuerungsstrategien und der Auftragslast im Simulationsmodell. Danach wurden die Optimierungsszenarien im Modell implementiert.

Mit Hilfe des Simulationsmodell konnte die Wirksamkeit unterschiedlicher Optimierungsszenarien im Hinblick auf die real zu erreichende Grenzleistung überprüft werden. Auf dieser Basis die unterschiedliche Maßnahmen hinsichtlich ihres Nutzens und des wahrscheinlichen Umsetzungsaufwandes bewertet und in konkrete Handlungsempfehlungen überführt.