Standortplanung für Centralmarkt Roisdorf

Neuanordnung und Dimensionierung der logistischen Funktionsbereiche

Der Centralmarkt Roisdorf mit Sitz in Bornheim-Roisdorf vermarktet jährlich über 100.000 t Obst und Gemüse, die fast ausschließlich von regionalen Erzeugerbetrieben angeliefert, am Standort umgeschlagen und an den Lebensmitteleinzelhandel sowie Großhändler vertrieben werden. Gleichzeitig erfolgt sowohl die Ausgabe von Mehr- als auch Einwegverpackungen an die regionalen Lieferanten.
Neben Centralmarkt haben sich im Laufe der Zeit weitere Unternehmen auf dem Gelände angesiedelt, darunter die Fa. EDEKA, die ihre Aktivitäten durch den Neubau einer Halle an diesem Standort deutlich auszuweiten plant. Der Neubau impliziert zum einen auf Grund von beschränkten räumlichen Ausdehnungsmöglichkeiten den Wegfall bestehender Hallen, die bis dahin zur Lagerung von Leergut genutzt wurden, und zum anderen eine Änderung der Verkehrssituation auf dem Gelände.
Der Neubau der EDEKA-Halle bringt somit die Notwendigkeit zur Restrukturierung des Standorts mit sich.

Die Aufgabe des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik ist in drei Arbeitspunkte unterteilt. Kern der Tätigkeit ist die Neuanordnung und Dimensionierung der logistischen Funktionsbereiche am Standort Roisdorf, wobei der Schwerpunkt auf der Neuanordnung  und Definition von Lagermöglichkeiten für Leergut liegt. Des Weiteren soll das Fraunhofer IML die Planung und Dimensionierung der Verkehrswege vornehmen und abschließend ein Konzept für die Übergangsphase, während der Regelbetrieb auf Grund von Baumaßnahmen gestört sein wird, entwickeln.

Basierend auf einer umfangreichen Analyse gelieferter Daten der Warenein- und Warenausgänge werden die Material- und Verkehrsflüsse ermittelt. In mehreren Szenarien für die Übergangs- und Ziellösung werden die Möglichkeiten der Flächenanordnung und LKW-Torverteilung mit der Ist-Situation verglichen und bewertet. Aus diesen Varianten werden die zielführenden Lösungen ausgewählt.
Zur Darstellung der Verkehrsbelastung analysiert das Fraunhofer IML das Verkehrsaufkommen an den Geländezu- und abfahrten sowie neuralgischer Kreuzungspunkte auf dem Gelände. Darauf basierend werden Verkehrsströme definiert und in einem CAD-Layout visualisiert.

Die Funktionsflächen wurden nach logistischen Gesichtspunkten angeordnet und garantieren einen gerichteten Materialfluss mit kurzen Wegen. Der Wegfall von Hallenteilen zur Leergutlagerung wurde durch ein Außenlagerungsdepot für Mehrwegkisten kompensiert. Die Übergangslösung zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich an den Strukturen der Ziellösung orientiert, wodurch Änderungen von Übergangs- zur Ziellösung minimal ausfallen. Trotz einer zukünftigen Erhöhung des LKW-Verkehrsaufkommens kann die Verkehrssituation auf dem Gelände entschärft werden.
Das erarbeitete Konzept bietet der Firma Centralmarkt zukünftige Erweiterungspotentiale und eine langfristige Entwicklung.