Sollkonzept für die Ladungsträgerabwicklung

Entwicklung eines Sollkonzepts für die Leergutströme im Werk Sindelfingen

In der Automobilindustrie werden zur Belieferung und Versorgung der Montage mit Lieferantenteilen vielzahlige Ladungsträger (LT) eingesetzt. In der Regel erfolgt die Rückführung des in der Montage anfallenden Leerguts zum Lieferanten dabei grundsätzlich über zwei unterschiedliche Prozesse. Zum einen werden insbesondere Spezial-LT wie z.B. JIS-Gestelle dezentral, direkt in den Versorgungsbahnhöfen der Montage, im Rahmen eines 1:1-Tausches (Voll- gegen Leergut) zurückgeführt. Zum anderen werden vor allem Universal-LT zentral über einen Leergutsammelplatz abgewickelt.

Die Aufgabe des Fraunhofer IML bestand darin, ein Sollkonzept für eine effiziente Abwicklung der physischen und informatorischen Leergutströme im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen zu entwickeln. Das Vorgehen gliederte sich in zwei Projektabschnitte: Im ersten Schritt sollte durch eine Erhöhung der direkten Leergutrückführung (1:1-Tausch) das LT-Volumen und somit das Handling am zentralen Leergutsammelplatz reduziert werden. Hierfür wurden zunächst die jeweiligen Inbound-Mengenströme über Direktrelationen, Lieferanten-Logistikzentren (LLZ) und JIS-/JIT-Abläufen ermittelt. Darauf aufbauend wurden diejenigen Ladungsträger identifiziert, welche für eine Umstellung auf einen 1:1-Tausch geeignet erscheinen. Das Ergebnis wurde anschließend hinsichtlich der Volumen-, Flächen- und Handlingeinsparung monetär bewertet. Im Rahmen des zweiten Projektabschnitts wurden zunächst die operativen und administrativen Prozesse sowie die Flächen des zentralen Leergutsammelplatzes bzgl. ihrer Effizienz analysiert und bewertet. Auf dieser Basis wurden unterschiedliche Konzepte (Layout, Technikeinsatz, Prozesse) für eine Reorganisation des zentralen Leergutsammelplatzes entwickelt. Die Szenarien wurden anschließend in Form von Groblayouts dargestellt und bzgl. ihrer Realisierbarkeit sowie ihrer monetären und qualitativen Eigenschaften bewertet. Des Weiteren wurden Kennzahlen für die Rückführung des Leerguts über den zentralen Leergutsammelplatz entwickelt, die ein nachhaltiges Prozesscontrolling im Rahmen einer kontinuierlichen Verbesserung ermöglichen.

Als Abschluss wurde vom Fraunhofer IML auf Basis der erzielten Ergebnisse ein Gesamtkonzept für die Ladungsträgerabwicklung mit den jeweiligen Handlungsempfehlungen entwickelt. Dies beinhaltete im Wesentlichen die Erhöhung des 1:1-Tausches und die Prozessreorganisation des zentralen Leergutsammelplatzes sowie die Entwicklung von Kennzahlen zum nachhaltigen Prozesscontrolling.