Neukonzeption der Ablauforganisation des Warenversands

Kosten- und Zeitreduktion im Warenversand eines Automobilherstellers

Im Warenversand am Produktionsstandort eines deutschen Automobilherstellers wird der weltweite Versand von Waren (z.B. reklamierte Bauteile) und Dokumenten für alle Fachabteilungen des ganzen Werks durchgeführt. Die Versandgüter werden dabei als Straßen-, Luft- oder Seefracht versendet. Die Empfänger setzen sich aus nationalen und internationalen Zulieferern und Werken sowie sonstigen Empfängern zusammen.    
Die zu versendenden Artikel zeichnen sich durch eine besonders hohe Heterogenität in Bezug auf ihre Abmessungen und Schutzbedürftigkeit aus. Dementsprechend stellten sich die eingesetzten Packmittel und Packhilfsmittel dar.
Durch die Infrastruktur und die räumliche Anordnung von Pufferflächen ergaben sich lange Transportwege und somit ineffiziente Abläufe. Darüber hinaus war der informatorische Prozessinput bezüglich seines Inhalts und Formats nicht standardisiert. Fehlende Angaben zu Absendern, Inhalten oder Gefahrgut, hatten Rückfragen an den Versender zur Folge. Zudem erfolgten eine manuelle und redundante Erfassung der Versanddaten.  
Zusätzlich stellte das bisherige Transportkonzept mit über 200 Spediteuren und einer hohen Anzahl von Rampenkontakten einen sehr großen Koordinations-, Verwaltungs- und operativen Aufwand dar.
Diese Prozessineffizienzen spiegelten sich im Wesentlichen in suboptimalen Prozess- und Transportkosten, werksinternen Imageverlusten sowie in einem erhöhten Dispositionsaufwand wider.

Die Aufgabe bestand in der Neukonzeption der Ablauforganisation des Waren- und Dokumentenversands am Produktionsstandort. Wesentliche Zielsetzungen der Untersuchungen waren die Reduzierung der Kosten (Personal, Flächen, Betriebsmittel, Transport) und Durchlaufzeiten als auch die Erhöhung der Prozesssicherheit und –qualität.
Diese Aufgabe beinhaltete physische Materialflussoptimierungen am o.g. Standort unter Betrachtung relevanter informationslogistischer (administrativer) Aspekte sowie die Entwicklung eines neuen Speditionskonzeptes für den Warenversand. Hierbei war letzteres insbesondere unter der Prämisse der Reduktion auf max. einen oder zwei Speditionen mit einer Laufzeit ≤ 2 Tagen zu erarbeiten. Resultierende Potentiale sollten hinsichtlich der logistischen Zieldimensionen Kosten, Zeit und Qualität in dieser Reihenfolge priorisiert und in Form eines integrierten Konzepts erarbeitet werden.

Durch die Neukonzeption des Warenversands und die Entwicklung eines neuen Speditionskonzeptes konnten durch die Reduktion von Personal, Flächen und Packmitteln die internen Prozesskosten um knapp 40 Prozent und die Transportkosten um rund 20 Prozent gesenkt werden.
Das Transportkonzept mit einem Spediteur ermöglicht nun eine direkte Verladung der versandfertigen Güter ohne Zwischenlagerung und garantiert eine Laufzeit zum Empfänger von ≤ 2 Tagen.