Prozessbasierte Kostenbetrachtung eines Liefernetzwerks

Hervorhebung von Optimierungspotentialen durch Änderung des Lieferkonzepts

Procter&Gamble (P&G) vertreibt Waren verschiedener Produktgruppen über den Großhandel (Cash&Carry) und Einzelhandel (Real und Extra) der Metro Group. Produziert wird dabei an verschiedenen Standorten in Deutschland und anderen europäischen Länder. In der Regel wird zunächst über den Standort Euskirchen von P&G konsolidiert, bevor sie an die Metro Zentrallager ausgeliefert werden. Große Nachfragemengen werden teilweise auch direkt von den P&G-Produktionsstätten an MGL Lagerstandorte – mit Schwerpunkt Cash&Carry Zentrallager Unna – geliefert. Eine direkte Belieferung der Märkte durch P&G  (»Direct-Store-Delivery«) bzw. ein Cross-Docking (sowohl CD1 als auch CD2) über Plattformen findet heute noch nicht statt. Aus diesem Grund stellt sich einerseits die Frage, wie sich die Kosten der verschiedenen Distributionsformen (Lagerlogistik vs. Direktbelieferung) in absoluter Höhe gegenüberstehen und andererseits, wie diese sich auf die unterschiedlichen Handelsstufen verteilen.

Zuerst müssen die Kosten der heutigen Situation modelliert und bewertet werden. Diese Ist-Kosten sind anschließend den Kosten gegenüberzustellen, die sich bei einer direkten Belieferung der Märkte durch P&G ergeben würden. Weiter ist zu untersuchen, in wie weit sich Einsparpotenziale durch Verbesserungen in der Logistik erschließen lassen. Zusammenfassend stehen folgende Aspekte im Fokus der Betrachtungen:

  • Modellierung einer allgemeingültigen unternehmensübergreifenden Logistikkette unter Berücksichtigung der verschiedenen Lieferketten (Direktbelieferung, Lieferung über Zentrallager) und der Distributionsformen (z.B. Cross Docking etc.)
  • Abbildung der verschiedenen europäischen Transportrelationen von Procter&Gamble
  • Berücksichtigung der verschiedenen Produktsortimente von Procter&Gamble
  • Integration von administrativen Prozessen sowie weiterer Faktoren wie Mindestbestellmengen, Bestandsreichweiten und –kosten etc.
  • Entwicklung und monetäre Bewertung von Ansatzpunkten einer grundsätzlichen Optimierung der Distributionsstruktur.

Die Frei-Haus-Belieferung reduziert die Kapitalbindungs- und Lagerhaltungskosten deutlich. Die Transportkosten sowie der administrative Aufwand der Lieferreklamation und der Auftragskonsolidierung steigen jedoch erheblich. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass deutliche Optimierungspotenziale vorliegen. Sowohl die Verbesserung der Verfügbarkeit der Aktionsware und der Lagerreichweite als auch eine mögliche CD2 Abwicklung in Unna stellen interessante Ansatzpunkte dar. Die vorliegenden Optimierungspotenziale könne nun gemeinsam mit den Vertriebslinien aufgegriffen werden.

Metro AG

Düsseldorf

 

Procter & Gamble Germany GmbH & Co Operations oHG

Schwalbach am Taunus