RFID-gestützte Bestandserfassung von Einsatzrahmen

Untersuchung der technologischen Machbarkeit und Auswahl geeigneter Systeme

Mehrwegtransportverpackungen stellen für Automobilhersteller wie die DaimlerChrysler AG einen nicht unwesentlich Anteil der Logistikkosten dar, die sich direkt im Umlaufvermögen niederschlagen. Daher hat die DaimlerChrysler AG am größten Produktionswerk  in Sindelfingen ein Projekt zur Optimierung des Mehrwegbehältermanagements mit der IBM Deutschland GmbH und dem Fraunhofer IML durchgeführt. Ziele der Optimierung sind eine höhere Transparenz der Behälterbewegungen und somit eine Verringerung des Schwunds und eine bessere Verfügbarkeit durch den Einsatz von Radio Frequency Identification (RFID) . Dabei sollen die Vorteile einer berührungslosen Erfassung durch die RFID-Technologie die Identifizierung und Traceablity der einzelnen Transportbehälter und Stahlpaletten ermöglichen.

Zur Optimierung des Behältermanagements sollten 3 Identifikationspunkte mit verschiedenen RFID-Komponenten umgesetzt werden. Der erste I-Punkt im System ermöglicht ein softwaretechnisches Unithandling einer kompletten Ladeeinheit aus Großladungsträger, Kleinladungsträger und dem entsprechenden Palettenabschlussdeckel. Dazu werden alle Transponder (EPC Gen2) der Mehrwegbehälter einer Palette mittels UHF-Handheld erfasst und mit dem Palettentransponder logisch verknüpft. Über die unique-ID des Palettentags sind somit alle Elemente der Ladeeinheit im Softwaresystem abgebildet. Sechs Ladeeinheiten werden anschließend mittels eines Flurförderzeugs durch ein RFID-Gate in den Lagerbereich transportiert. Beim Durchfahren des RFID-Gates werden die Palettentransponder erfasst und die Ladeeinheiten zum Lagerbestand gebucht. Im anschließenden Verladeprozess auf Spediteur-Trailern können die Paletten über Staplerreader gelesen und über ein Terminal senkenbezogen gebucht werden, was die Disposition zu einem Real-Time Bestandsmanagement befähigt. Die Aufgabe des Fraunhofer IML lag in der herstellerneutralen Eignungsprüfung verfügbarerer RFID-Systeme, um das am besten zu den Anforderungen passende System für den anschließenden Pilotbetrieb zu eruieren.

Den Anforderungen entsprechend wurden 4 UHF Gen2 Reader, 4 Antennen Systeme, ein Stapler Reader und ein mobiles Handheld für die Machbarkeitsuntersuchung im openID-center des IML beschafft. Des Weiteren kamen in den Laborversuchen 8 verschiedene Gen2 Transponder zum Einsatz. Die vorhandene Hardware wurde mit den Transpondern in einem Quervergleich getestet. In Reihenversuchen konnte die optimale Kombination und maximale Durchfahrtsgeschwindigkeit für den Pilot ermittelt werden. Für den Stapler konnten Montagemöglichkeiten für 2 Antennen konstruiert und am Stapler so ausgerichtet werden, dass ein Erfassen von 5 Paletten auf der Langgabel möglich ist.