Ergonomischer Arbeitsplatz: Analyse & Gestaltung

Fachkräftemangel, steigende Belastungen und Digitalisierung stellen Unternehmen in Produktion und Logistik vor neue Herausforderungen. Ein ergonomischer Arbeitsplatz entsteht heute durch das Zusammenspiel von Mensch, Prozess, Technologie und Arbeitsumgebung – physische und psychische Anforderungen müssen gleichermaßen betrachtet werden. Das Fraunhofer IML unterstützt Unternehmen wissenschaftlich fundiert: von der Analyse über Maßnahmenentwicklung bis zur Erprobung neuer Lösungen.

Kommissionierung im Picking Lab an einem ergonomischen Arbeitsplatz mit blauen Lagerboxen
© Vinzenz Neugebauer - Fraunhofer IML

Ergonomie im Wandel: Ergonomische Arbeitsplätze wissenschaftlich gestalten

Die Anforderungen an einen ergonomischen Arbeitsplatz haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Während Ergonomie früher vor allem mit der Reduzierung körperlicher Belastungen verbunden wurde, rücken heute zunehmend komplexe Arbeitssysteme in den Mittelpunkt. Automatisierung, Robotik, Künstliche Intelligenz und digitale Assistenzsysteme verändern Arbeitsabläufe und schaffen neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Technik.

Damit verändern sich auch die Anforderungen an die ergonomische Gestaltung. Neben klassischen Fragestellungen der physischen Ergonomie, etwa Heben, Tragen oder ungünstige Körperhaltungen, gewinnt die kognitive Ergonomie zunehmend an Bedeutung. Sie befasst sich mit mentalen Prozessen des Menschen, insbesondere mit Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Informationsverarbeitung, Gedächtnis und Entscheidungsfindung sowie deren Bedeutung für die Gestaltung von Informationsflüssen sowie der Interaktion mit digitalen Systemen. Ziel ist es, die mentale Belastung angemessen zu gestalten und das Risiko von Fehlhandlungen zu verringern. 

Ein ergonomischer Arbeitsplatz entsteht daher nicht allein durch einzelne Hilfsmittel oder Technologien. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Mensch, Arbeitsprozess, Technologie und Arbeitsumgebung. Ziel ist es, Arbeitssysteme so zu gestalten, dass physische und kognitive Anforderungen den Fähigkeiten und Bedürfnissen der Beschäftigten entsprechen. Dadurch lassen sich körperliche und psychische Belastungen reduzieren sowie Gesundheit, Arbeitssicherheit und Produktivität gleichermaßen fördern.

Neutrale Ergonomieexpertise für Ihr Unternehmen

Unsere Leistungen umfassen sowohl fachliches als auch technisches Know-how zur Gestaltung eines ergonomischen Arbeitsplatzes.

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Unterstützung bei der Gestaltung ergonomischer Arbeitsplätze

Das Fraunhofer IML verbindet etablierte ergonomische Bewertungsverfahren mit innovativen Analysemethoden und -technologien, um physische und psychische Belastungen sowie ergonomische Potenziale wissenschaftlich fundiert zu bewerten. Dabei kombinieren wir objektive Messverfahren, subjektive Einschätzungen der Beschäftigten und strukturierte Beobachtungsverfahren, um ein möglichst umfassendes Bild der tatsächlichen Arbeitssituation zu erhalten. 

Analyse & Bewertung ergonomischer Arbeitsplätze

  • Systematische Analyse physischer und psychischer Belastungen
  • Kombination aus objektiven Messverfahren, Mitarbeitendenbefragungen und strukturierten Beobachtungsverfahren 
  • Bewegungsanalyse mittels Motion Capture und Motion-Mining®
  • Bewertung von Arbeitsumgebungsbedingungen (Beleuchtung, Lärm, Greifräume) anhand ergonomischer Normen und ASR
  • Unterstützung bei der Gefährdungsbeurteilung physischer und psychischer Belastungen

Technologiebewertung & praxisnahe Erprobung

  • Herstellerneutrale Bewertung und Vergleich ergonomischer Technologie
  • Erprobung im Picking Lab: Test von Robotiklösungen, Kommissioniertechnologien und digitalen Assistenzsystemen sowie Schulungen für Mitarbeitende
  • Erprobung im Exoskelett Lab: Bewertung und Auswahl von Exoskeletten sowie Schulungen für Mitarbeitende

Beratung & Begleitung

  • Entwicklung technischer, organisatorischer und personenbezogener Maßnahmen
  • Begleitung von der Analyse bis zur erfolgreichen Einführung neuer Technologie
  • Unabhängige, herstellerneutrale Beratung auf wissenschaftlicher Grundlage

Ergonomie-Quick-Check

Der Ergonomie-Quick-Check ist der ideale Einstieg für Unternehmen, die Arbeitsplätze systematisch analysieren und ergonomisch weiterentwickeln möchten. In einem ausgewählten Arbeitsbereich analysieren wir physische und kognitive Ergonomie, bewerten Belastungen und identifizieren Potenziale – auf Basis objektiver Messverfahren, Mitarbeitendenbefragungen und strukturierter Beobachtungsverfahren, ergänzt durch Bewegungsanalysen mittels Motion Capture. Darüber hinaus bewerten wir Arbeitsumgebungsbedingungen wie Beleuchtung und Lärm sowie Greifräume anhand der Arbeitsstättenregeln (ASR) und ergonomischer Normen. Die Ergebnisse münden in einem konkreten Maßnahmenkatalog entlang des STOP-Prinzips.

Ihr Mehrwert auf einen Blick:

  • Analyse von Arbeitsplatz, Arbeitsaufgabe und Arbeitsumgebung
  • Bewertung physischer und psychischer Belastungen
  • Unterstützung bei der Gefährdungsbeurteilung
  • Fundierte Handlungsempfehlungen als Entscheidungsgrundlage

Zielgruppe: Unternehmen aller Branchen, die Arbeitsbelastungen reduzieren und gesunde sowie produktive Arbeitsbedingungen fördern möchten. 

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Usability-Quick-Check für digitale Technologien

Ein ergonomischer Arbeitsplatz umfasst heute auch die ergonomische Gestaltung digitaler Technologien. Die Softwareergonomie beeinflusst maßgeblich Effizienz, Akzeptanz und Arbeitssicherheit im Alltag.

Mit dem Usability-Quick-Check bewertet das Fraunhofer IML Hard- und Software, digitale Assistenzsysteme, Mock-ups und Prototypen hinsichtlich Usability, User Experience (UX) und Softwareergonomie. Dabei analysieren wir grafische Benutzeroberflächen (Graphical User Interface, GUI), Informationsdarstellung, Bedienkonzepte sowie die Interaktion zwischen Mensch und Technologie. Nach einer gemeinsamen Bedarfsanalyse evaluieren wir Lösungen mittels Mitarbeitendenbefragungen, Fokusgruppenworkshops und Expertenbewertungen auf Basis etablierter Normen. Ergänzend analysieren wir Bedienelemente und Greifräume anhand ergonomischer Normen sowie mithilfe objektiver Bewegungsanalysen (Motion Capture). Je nach Entwicklungsstand und Anwendungsfall erfolgt die Evaluation im Picking Lab des Fraunhofer IML, direkt im Unternehmen oder bei den Technologieanbietern.

Ihr Mehrwert auf einen Blick:

  • Bewertung von Hard- und Software, Assistenzsystemen, Mock-ups und Prototypen
  • Analyse von Usability, UX, GUI und Bedienkonzepten
  • Unterstützung bei Technologieauswahl und Benchmarking
  • Steigerung von Akzeptanz, Sicherheit und Effizienz

Zielgruppe: Technologiehersteller, Softwareanbieter sowie Unternehmen, die digitale Technologien entwickeln oder einsetzen.

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Von der Analyse zur passenden Maßnahme

Die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung beginnt mit einer systematischen Analyse der Arbeitsbedingungen – denn nicht jede Herausforderung erfordert dieselbe Lösung. Mithilfe dieser Bewertungsverfahren und Analysemethoden können physische und psychische Belastungen erfasst werden.

  • Arbeitsplatzbeobachtungen & Mitarbeitendenbefragungen zur Erfassung subjektiver Einschätzungen
  • Motion Capture zur objektiven Analyse von Bewegungsabläufen
  • Motion-Mining® zur datenbasierten Untersuchung realer Arbeitsprozesse
  • Usability- & UX-Evaluierungen zur Bewertung digitaler Systeme und Assistenztechnologien

Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Auswahl geeigneter Maßnahmen zur Gestaltung ergonomischer Arbeitsplätze. Dabei orientieren wir uns als Fraunhofer IML an den Grundsätzen des Arbeitsschutzes und entwickeln Lösungen entlang des STOP-Prinzips. Technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen werden systematisch betrachtet und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit bewertet. 


»Überall dort, wo Menschen in ihrem Arbeitsumfeld besonderen Anforderungen ausgesetzt sind, liegt Potenzial, Arbeitsbedingungen menschengerecht zu gestalten. Unser Ziel ist es, Unternehmen mit wissenschaftlich fundierten Analysen dabei zu unterstützen, die richtigen Entscheidungen für gesunde, sichere und produktive Arbeitsplätze zu treffen.«
Dr. Veronika Kretschmer, Senior Scientist am Fraunhofer IML

Technologien bewerten und praxisnah erproben

Technologien können einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung ergonomischer Arbeitsplätze leisten, vorausgesetzt, sie werden zielgerichtet eingesetzt. Nicht jede Technologie eignet sich für jede Aufgabe und nicht jede ergonomische Herausforderung lässt sich durch technische Lösungen bewältigen.

Das Fraunhofer IML unterstützt Unternehmen bei der Auswahl, Bewertung und Erprobung geeigneter Technologien. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Empfehlung eines bestimmten Produkts, sondern die Frage, welche Lösung den größten Nutzen für Mensch, Prozess und Arbeitsumgebung bietet. Als unabhängiges Forschungsinstitut bewerten wir Technologien herstellerneutral und schaffen fundierte Entscheidungsgrundlagen für Investitionen und Technologieeinführungen.

Unsere Forschungshallen und Labore bieten eine einzigartige Infrastruktur, um praxisnahe Logistiklösungen nicht nur zu entwickeln, sondern direkt zu erproben.

Picking Lab

Das Picking Lab des Fraunhofer IML bietet eine realitätsnahe Testumgebung für moderne Logistikarbeitsplätze. Unternehmen können Robotiklösungen, Kommissioniertechnologien und digitale Assistenzsysteme erproben, Prozessvarianten simulieren sowie Prototypen weiterentwickeln. So lassen sich Innovationen frühzeitig bewerten, Investitionsentscheidungen absichern und neue Technologien gezielt in die betriebliche Praxis überführen. 

Picking LaB entdecken

Mitarbeiterin im Picking Lab scannt Produkte mit einem Tablet in einem Lagergang mit Regalen und Behältern.
© Michael Neuhaus - Fraunhofer IML

Exoskelett Lab

Im Exoskelett Lab bewertet das Fraunhofer IML Exoskelette herstellerneutral anhand typischer Logistikprozesse. Unternehmen werden bei Anforderungsanalyse, Systemvergleich und Technologieauswahl unterstützt. Darüber hinaus begleiten wir die Entwicklung neuer Prototypen sowie Workshops und Schulungen – von der Auswahl geeigneter Systeme bis zur erfolgreichen Einführung im Betrieb. 

Exoskelett Lab entdecken

Eine Frau hebt mithilfe eines Exoskeletts eine Kiste.
© Michael Neuhaus - Fraunhofer IML

Gestaltung des ergonomischen Arbeitsplatzes: Unsere Referenzen

Evaluierung der Ergonomie auf einer Tunnelbohrmaschine

Das Fraunhofer IML hat auf einer Tunnelbohrmaschine in 100 Metern Tiefe mithilfe des Ergonomie-Quick-Checks typische Tätigkeiten, Körperhaltungen, Bewegungen und Umgebungsbedingungen analysiert, um ergonomische Belastungen für die Beschäftigten zu bewerten. Die Ergebnisse zeigen vor allem hohe Belastungen durch Zwangshaltungen, enge Räume und schwierige Arbeitsbedingungen. Daraus wurden konkrete Verbesserungen nach dem STOP-Prinzip abgeleitet, um Sicherheit, Gesundheit und die gesetzlich geforderte Gefährdungsbeurteilung gezielt zu unterstützen.

Gemeinsam mit IKEA zum weltweit einsetzbaren Ergonomiestandard

Gemeinsam mit IKEA hat das Fraunhofer IML einen weltweit einsetzbaren Ergonomiestandard für zentrale Distributionszentren entwickelt. Dazu wurden typische manuelle Intralogistikprozesse am Standort Torsvik mit Messsensorik, Fragebögen und ergonomischen Bewertungssystemen analysiert. Auf dieser Basis entstanden konkrete Empfehlungen zur ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung, zum Einsatz technischer Hilfsmittel, zu einer internationalen Checkliste und zu einem Schulungskonzept, um Gesundheitsschutz und Effizienz global zu verbessern.

Augmented-Reality-Laserprojektion bei Rhenus

Das Fraunhofer IML hat mit dem augensicheren Augmented-Reality-Laserprojektionssystem LARS bei Rhenus Warehousing Solutions dynamische Bodenmarkierungen für Lagerprozesse erprobt, um Mitarbeitende bei der Konsolidierung und Bereitstellung von Sendungen zu unterstützen. Die Feldstudie zeigt, dass LARS die Prozesseffizienz steigert und von den Mitarbeitenden hinsichtlich Ergonomie, Usability und Akzeptanz positiv bewertet wird, wodurch laserbasierte Assistenzsysteme großes Potenzial für eine menschenzentrierte Intralogistik haben.

Mehr zu LARS

Ergonomische Arbeitsplätze gemeinsam gestalten

Ob Ergonomieanalyse, Technologieauswahl oder die Erprobung neuer Lösungen, das Fraunhofer IML begleitet Unternehmen von der ersten Analyse über die Entwicklung geeigneter Maßnahmen bis zur erfolgreichen Einführung neuer Technologien.

Nehmen Sie Kontakt auf. Gemeinsam entwickeln wir Lösungen für gesunde, sichere und produktive Arbeitsplätze.

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FAQ: Ergonomischer Arbeitsplatz

  • Ein ergonomischer Arbeitsplatz ist so gestaltet, dass er den Fähigkeiten und Fertigkeiten der Beschäftigten gerecht wird. Ziel ist es, körperliche und psychische Belastungen zu reduzieren sowie Gesundheit, Arbeitssicherheit und Produktivität gleichermaßen zu fördern. Dabei werden nicht nur Arbeitsmittel und Arbeitsausstattung betrachtet, sondern das gesamte Arbeitssystem: Mensch, Arbeitsprozess, Technologie und Arbeitsumgebung.

  • Ergonomische Arbeitsplätze leisten einen wichtigen Beitrag zu Gesundheit, Arbeitssicherheit und Produktivität. Sie können körperliche und psychische Belastungen reduzieren, Fehlzeiten verringern und die Arbeitsqualität verbessern. Gleichzeitig unterstützt eine ergonomische Arbeitsgestaltung Unternehmen dabei, Fachkräfte langfristig zu binden und neue Technologien erfolgreich einzuführen.

  • Die Verantwortung für die Gestaltung ergonomischer Arbeitsplätze liegt beim Arbeitgeber. Grundlage bilden unter anderem das Arbeitsschutzgesetz, die Arbeitsstättenverordnung sowie weitere gesetzliche und normative Anforderungen. Beschäftigte tragen ebenfalls dazu bei, indem sie Arbeitsmittel sachgerecht nutzen und ergonomische Maßnahmen im Arbeitsalltag umsetzen.

    In Unternehmen unterstützen häufig Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsärzte, Verantwortliche des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) oder Gesundheitsmanager sowie, je nach Organisation, der Betriebsrat die ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen. Bei der Analyse und Optimierung können zudem spezialisierte Forschungseinrichtungen und Ergonomieexpertinnen und -experten eingebunden werden.

  • Die physische Ergonomie beschäftigt sich mit der Anpassung von Arbeitsplätzen an die körperlichen Fähigkeiten und Grenzen des Menschen. Dabei werden unter anderem Körperhaltungen, Greifräume, Bewegungsabläufe sowie Arbeitsumgebungsbedingungen wie Beleuchtung oder Lärm betrachtet. Ziel ist es, Muskel-Skelett-Belastungen zu reduzieren und sichere sowie gesunde Arbeitsbedingungen zu schaffen.

  • Die kognitive Ergonomie befasst sich mit den mentalen Prozessen des Menschen, insbesondere Wahrnehmung, Gedächtnis, Beurteilung und Informationsverarbeitung, und deren Bedeutung für die Gestaltung von Arbeitssystemen und Mensch-Maschine-Interaktionen.  Eine gute kognitive Ergonomie unterstützt eine effiziente Informationsverarbeitung, hält die mentale Beanspruchung auf einem angemessenen Niveau, fördert die Akzeptanz neuer Technologien und reduziert das Risiko von Fehlhandlungen.

  • Softwareergonomie beschreibt die ergonomische Gestaltung digitaler Anwendungen und Benutzerschnittstellen. Ziel ist es, Hard- und Software so zu entwickeln, dass sie intuitiv, effizient und sicher genutzt werden können. Dazu gehören unter anderem die Gestaltung grafischer Benutzeroberflächen (GUI), die Usability, die User Experience (UX) sowie die Berücksichtigung menschlicher Wahrnehmungs- und Entscheidungsprozesse. Eine gute Softwareergonomie erhöht die Akzeptanz digitaler Technologien und unterstützt die ergonomische Gestaltung moderner Arbeitsplätze.

  • Eine ergonomische Arbeitsplatzanalyse dient dazu, körperliche und psychische Belastungen sowie ergonomische Potenziale systematisch zu erfassen und zu bewerten. Dabei werden Arbeitsaufgaben, Arbeitsabläufe, Arbeitsmittel und die Arbeitsumgebung ganzheitlich betrachtet.

    Je nach Fragestellung kommen objektive Messverfahren, strukturierte Beobachtungsverfahren und Mitarbeitendenbefragungen zum Einsatz. Ergänzend können digitale Analysetechnologien wie Motion Capture oder Motion-Mining® sowie Bewertungen anhand ergonomischer Normen und Arbeitsstättenregeln eingesetzt werden. Die Kombination unterschiedlicher Analyseverfahren ermöglicht eine fundierte Bewertung der Arbeitssituation und bildet die Grundlage für konkrete Maßnahmen zur menschengerechten Gestaltung ergonomischer Arbeitsplätze.

  • Die Gefährdungsbeurteilung physischer und psychischer Belastungen ist ein zentrales Instrument des Arbeitsschutzes. Sie dient dazu, arbeitsbedingte Gefährdungen systematisch zu ermitteln, zu bewerten und geeignete Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten abzuleiten.

    Bei der Beurteilung physischer Belastungen werden unter anderem Körperhaltungen, Heben und Tragen, Greifräume sowie Arbeitsmittel betrachtet. Die Beurteilung psychischer Belastungen umfasst beispielsweise Arbeitsorganisation, Arbeitsinhalt, Arbeitsaufgabe, soziale Beziehungen, die Interaktion zwischen Mensch und Technologie sowie Arbeitsumgebungsbedingungen.

    Für eine fundierte Bewertung werden je nach Fragestellung objektive Messverfahren, strukturierte Beobachtungsverfahren und Mitarbeitendenbefragungen kombiniert. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die menschengerechte Gestaltung ergonomischer Arbeitsplätze und unterstützen Unternehmen dabei, Gesundheit, Arbeitssicherheit und Produktivität nachhaltig zu fördern.

  • Für die Gestaltung ergonomischer Arbeitsplätze gelten je nach Anwendungsfall unterschiedliche gesetzliche und normative Anforderungen. Dazu zählen unter anderem das Arbeitsschutzgesetz, die Arbeitsstättenverordnung mit den zugehörigen Arbeitsstättenregeln (ASR) sowie ergonomische Normen, beispielsweise zur Gestaltung von Arbeitssystemen, Greifräumen oder der Softwareergonomie. Welche Regelwerke relevant sind, hängt von der jeweiligen Tätigkeit, den eingesetzten Technologien und dem Arbeitsumfeld ab.

  • Exoskelette können Beschäftigte bei körperlich belastenden Tätigkeiten unterstützen, beispielsweise beim Heben, Tragen oder Arbeiten in Zwangshaltungen. Ob ein Exoskelett sinnvoll ist, hängt jedoch immer vom jeweiligen Anwendungsfall ab. Deshalb sollten Anforderungen, Arbeitsprozesse und Einsatzbedingungen zunächst systematisch analysiert werden. Eine herstellerneutrale Bewertung und Erprobung helfen Unternehmen dabei, geeignete Systeme auszuwählen, Investitionsentscheidungen abzusichern und Exoskelette zielgerichtet in den Arbeitsalltag zu integrieren.