MoVET Mobile Verfahren zur Optimierung des Europaletten-Tauschs

Innerhalb des Projektes werden Verfahren zur Unterstützung und Optimierung der Prozesse rund um den Europalettentausch entwickelt. Mit Hilfe von alltäglichen Begleitern wie Smartphones und Tablets sollen Mengenerfassung, Qualitätsbewertung und Verbuchung der getauschten Paletten verbessert werden.

 

Motivation

Der Einsatz von Mehrwegpaletten ist in den letzen Jahren kontinuierlich gestiegen. Waren vor 15 Jahren noch ca. 280 Millionen Mehrwegpaletten in Europa im Umlauf, sind es jetzt ca. 500 - 550 Millionen. Dabei ist der bei weitem dominierende Palettentyp die Euro-Poolpalette gemäß Gütenorm UIC 435-2 mit einem Gesamtvolumen von ca. 400 Millionen Paletten. Ungefähr ein Viertel der Europaletten (rund 100 Millionen) werden in Deutschland eingesetzt und bilden somit den unabdingbaren Grundstein für den gebündelten Warentransport.

In Folge dieses verstärkten Einsatzes der Europalette und der damit stark wachsenden Anzahl an Teilnehmern am offenen Europalettenpool sowie steigenden Anforderungen durch Automatisierungstechnik und die zunehmenden Schnittstellen innerhalb der Supply Chain hat sich die Komplexität der Tauschprozesse deutlich erhöht. Trotz dieser wirtschaftlich bedeutenden Stellung der Europalette wurden notwendige operative und administrative Prozesse bisher allerdings nicht an die Veränderungen angepasst.

Insbesondere Mengenerfassung, Qualitätsbestimmung und Verbuchung der Paletten werden primär manuell ausgeführt. Dabei gehen die manuelle Erfassung der Anzahl und der Qualität der getauschten Paletten mit der Nutzung von Palettenscheinen / Quittungen einher. Hierdurch ergeben sich Personal- und kostenintensive Abläufe, rein subjektive Bewertungen der Paletten beim Tausch und eine ungleiche Kostenverteilung zwischen den Tauschpartnern.

 

Zielstellung

Ziel des Forschungsprojektes ist es die für den Palettentauschprozess zentralen Arbeitsschritte

• Erfassen der Menge,

• Bestimmung der Palettenqualitäten,

• Quittierung sowie

• Verbuchung der Paletten im LTM-System

zu objektivieren und zu vereinfachen. Im Detail soll durch die optische Erfassung der Anzahl und automatische Bewertung der Qualität der Paletten, sowie die anschließende digitale Verbuchung und Quittierung des Tausch, der Informationsfluss homogenisiert und automatisiert werden.

Um den Anforderungen bezüglich Mobilität und auch der allgemeinen Verfügbarkeit einer etwaigen Lösung gerecht zu werden, sollen als technische Plattform für angestrebte Methodik Smartphones und Tablet-Computer eingesetzt werden. Insbesondere die rasante technische Entwicklung dieser Geräte sowie die Verbesserung und Erweiterung der zu Verfügung stehenden Rechenleistung, Kommunikationsmöglichkeiten und Sensorik lassen diese Geräte besonders geeignet erscheinen.

Forschungsbedarf besteht hinsichtlich geeigneter Algorithmen und Verfahren zur optischen Erfassung der Paletten, sowie einer möglichst einfachen und sicheren Anbindung an bestehende Systeme zum Ladungsträger- bzw. Palettenmanagement. Insbesondere die Robustheit und Qualität der Ergebnisse für eine mobilen Einsatz und der Anpassung entsprechender Verfahren auf die beschränkte Ressource Smartphone stellen dabei die Herausforderung in dem vorliegenden Forschungsprojekt dar.

Aus dem Projekt resultieren für die Problemstellung spezifische Algorithmen, die in einer Referenzimplementierung umgesetzt werden. Der Aufbau eines Demonstrators und eine Evaluierung im "realen Prozess" bei Projektpartnern soll die Realisierbarkeit in der Praxis nachweisen.


Das IGF-Vorhaben 447ZN der Forschungsvereinigung Bundesvereinigung Logistik e.V. wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung und  -entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

In Kooperation mit: