Standortplanung und Standortoptimierung
Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML
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Die Logistikstandorte richtig?
Basis aller Transportnetze sind die Logistikstandorte als Schnittstelle zwischen Kunde und Produktion einerseits und dem Hauptlauf andererseits. Deshalb sollte zu Beginn einer Standortplanung die Frage geklärt werden, ob die bestehenden Lager und Depots von ihrer Anzahl und Lage her richtig positioniert sind.
Was nützt das beste Logistiknetzwerk, wenn aufgrund einer falschen Anzahl oder Lage von Standorten beispielsweise sehr lange Zustelltouren gebildet werden müssen? Gerade die Verkehre in der Fläche, also die Sammel- und Verteiltouren, machen den Großteil der regelmäßigen Kosten von Transportnetzen aus. Deshalb kommt der Frage nach den richtigen Standorten der Depots - und der richtigen Anbindung der Kunden an diese Depots - eine so große Bedeutung zu.
Anpassungsplanung
Meistens stehen nicht alle bestehenden Standorte zur Disposition. Bestehende Kundenbeziehungen oder langfristrige Immobilienverträge sorgen dafür, dass einzelne Standorte gesetzt sind. In solchen Fällen werden diese auch für die Optimierungsrechnungen als fix gesetzt, und es wird ermittelt, wie viele und welche ergänzenden Standorte gebraucht werden.
Auch bei der Vorauswahl der möglichen Standortkandidaten können spezielle Rahmenbedingungen berücksichtigt werden: Wenn beispielswiese die Depotanzahl verkleinert werden soll, aber nur bestehende Standorte genutzt und keine neuen errichtet werden sollen, werden nur die existierenden Depots als Kandidaten gesetzt und deren optimale Teilmenge als Depotstandorte für die Zukunft ermittelt.
Immobilienpreise
Es ist möglich, bei der Standortoptimierung nicht nur die Minimierung der Transportkosten zu berücksichtigen. Bei Bedarf können auch andere Kostenwerte wie Grundstücks- und Immobilienpreise oder entsprechende Kostenfunktionen (auch Betriebskosten) in die Zielfunktion der Optimierung eingebunden werden.
Qualitative Standortfaktoren
Auf Wunsch des Auftraggebers werden auch „weiche“ Standortfaktoren wie Arbeitskraft-Verfügbarkeit und -Qualifizierung, Fördermöglichkeiten und baurechtliche Vorgaben in die Standortoptimierung einbezogen.
Gebietsoptimierung
Entscheidend für die Transportkosten im Nahbereich ist neben der richtigen Anzahl und Lage der Depots auch die richtige Zuordnung der vorhandenen und zukünftigen Kunden. Die Aufgabe der Gebietszuordnung wird algorithmisch bei der Standortoptimierung mit gelöst, es kann jedoch auf Grund spezifischer Rahmenbedingungen sinnvoll sein, diese Berechnung auch separat durchzuführen, um die Zuordnung bei gegebenen Standorten zu überprüfen und zu optimieren. Dabei kann eine schnelle Kunden-Erreichbarkeit Vorrang vor einer kurzen Fahrtstrecke bekommen, oder die gegebene geringe Umschlagskapazität einzelner Depots kann dafür sorgen, dass diese Depots ein kleineres Einzugsgebiet bekommen als andere. Diese und andere Restriktionen können bei unseren Verfahren berücksichtigt werden.
Überprüfung mit Tourenplanung
Die Ermittlung von Standorten erfolgt notwendigerweise in einem analytischen Modell, in dem von realen Details der Abwicklung abstrahiert wird. Das Fraunhofer IML ist jedoch in der Lage, mittels leistungsfähiger Tourenplanungsalgorithmen die unterschiedlichen Standortszenarien hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit zu vergleichen und zu verifizieren. Dabei wird die Tourenplanung nicht zur Disposition, sondern als strategisches Planungsmittel eingesetzt..
Für vergangenheitsbezogene konkrete Auftragsdaten werden dabei für die verschiedenen Standortszenarien realistische Zustelltouren in den Depotgebieten gebildet. Dies führt zu einer genauen Bewertung der Zustellkosten und steigert die Qualität der entwickelten Lösungen.
Das Fraunhofer-IML verfügt durch zahlreiche Beratungsprojekte für Logistikdienstleister über Detailwissen zu Marktstrukturen und -entwicklungen, dem Leistungsangebot sowie den Kundenanforderungen.
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