Ökobilanz und produktionsintegrierter Umweltschutz

Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

Carbon Footprint
© Fraunhofer IML

Ökologische und ökonomische Bewertung

Das 21. Jahrhundert führt die Menschheit an ihre natürlichen Grenzen. Bei wachsender Weltbevölkerung nimmt die Verfügbarkeit von Rohstoffen wie Erdöl, Erdgas, Erz oder Trinkwasser ab. Dabei trifft die abnehmende Verfügbarkeit auf weltweit steigenden Bedarf. In der Folge werden die Rohstoffe zunehmend knapper und teurer. Gleichzeitig gilt es, die Treibhausgase, vor allem den CO2-Ausstoß, deutlich zu reduzieren, um weiteren Klimaveränderungen entgegenzuwirken.

Die Notwendigkeit des effizienteren Umgangs mit Ressourcen rückt als entscheidende Aufgabe immer stärker in den Fokus von Wirtschaft, Gesellschaft, Forschung und Politik. Vor diesem Hintergrund wird energie- und ressourceneffizientes Wirtschaften zunehmend zu einem wettbewerbsentscheidenden Erfolgsfaktor, denn: Der schonende und effiziente Umgang mit Ressourcen birgt deutliches Einsparpotential. Dieses Potential lässt sich – je nach Anwendungsfall – mit den Methoden PIUS, Carbon Footprint Analyse und Ökobilanz aufzeigen und erschließen.

Ökobilanz und Carbon Footprint

Die Carbon Footprint Analyse gibt Auskunft über die CO2-Emissionen eines Untersuchungsraumes, wie z. B. den Lebensweg eines Produktes, die unternehmensspezifischen Distributionsstrukturen oder Dienstleistungen eines Logistikunternehmens.

Die Ökobilanz betrachtet neben dem Treibhauseffekt weitere Umweltwirkungskategorien, wie z. B. die Belastung durch Partikel (PM10) und den Verbrauch fossiler Energieträger. Beide Methoden zeigen die Umweltverträglichkeit, z. B. eines Produktes oder einer Dienstleistung und verdeutlichen, welche Produktbestandteile und Teilprozesse welches ökologische Optimierungspotential aufweisen.

Das Fraunhofer IML verknüpft die Untersuchungen eng mit Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen, so dass im Ergebnis ökoeffiziente Maßnahmen abgeleitet werden können.

Nutzen Carbon Footprint und Ökobilanz

  • Bewertbarkeit und Vergleichbarkeit der Umweltbelastungen, z. B. verschiedener Produkte, Logistiksysteme und Dienstleistungen
  • Verbesserung der Unternehmensprozesse im Rahmen der Prozessanalyse
  • Reduzierung der Unternehmenskosten durch eine optimierte Ressourcennutzung
  • Quantifizierte Umweltwirkungen eigener Produkte, Dienstleistungen und Teilprozesse
  • Entwicklung und Umsetzung ökoeffizienter Unternehmensstrategien im Sinne der Corporate Social Responsibility (CSR)

PIUS – Produktionsintegrierter Umweltschutz

Der Einsatz von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Energie sowie die Abfall- und Abwasserentsorgung stellen für produzierende Unternehmen heute beträchtliche Kostenfaktoren dar. Dabei existiert in den meisten Unternehmen durch eine bessere Ressourcennutzung ein realisierbares Einsparpotential in der Größenordnung der Umsatzrendite. Mit den richtigen Optimierungswerkzeugen und neuen Technologien lassen sich diese Potentiale erschließen und führen schließlich zu geringeren Kosten, mehr Effizienz und einem besseren Umweltschutz. Der produktionsintegrierte Umweltschutz kann nicht zuletzt als Marketinginstrument herangezogen werden, gleichzeitig stärken innovative Lösungen in der Produktion die eigene Position am Markt.

PIUS-Maßnahmen sind für produzierende Unternehmen jeder Größe sinnvoll. Kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) stehen aber häufig die erforderlichen Kapazitäten (Kapital, Personal und Know-how) für ein PIUS-Projekt nicht zur Verfügung, obwohl die Verbesserungen hier meist beträchtlich sind. Das Fraunhofer IML arbeitet als externer Berater eng mit Kooperationspartnern (z. B. der Effizienz-Agentur NRW) zusammen und ermöglicht so auch KMU die Umsetzung von PIUS-Maßnahmen.

PIUS Nutzen

  • Reduzierung der Produktionskosten durch eine optimierte Ressourcennutzung
  • Verbesserung der Produktionsabläufe durch optimierte Prozesse
  • Höhere Produktionssicherheit und Produktionsqualität durch optimierte Prozesse und Verfahren
  • Niedrigere Entsorgungskosten durch Verringerung des Abfall- und Abwasseraufkommens
  • »Grüne Produktion« als Marketing-Argument