Bürstenförderer

Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

Basketball auf Borstenplatte
© Fraunhofer IML

Bürstenförderer - Funktionsweise

Der Bürstenförderer transportiert und verteilt Material mittels in Schwingungen versetzter Borstenplatten. Die Borsten sind in 15 Grad Neigung angeordnet und definieren so die Förderrichtung. Entwickelt wurde die Förder- und Verteileinrichtung für leichte Stückgüter bis zu einem Gewicht von 31,5 kg. Es können neben quaderförmigen Objekten auch Stückgüter ohne plane Auflageflächen transportiert werden. Grundvoraussetzung ist eine Mindeststeifigkeit sowie eine Mindestgröße von doppeltem Borstenabstand um eine Förderfähigkeit zu garantieren. Eine V-förmige Anordnung der Bürstenteilflächen sorgt für eine Zentrierung des Förderguts in der Mitte des Förderers.

Im  Vergleich zu konventionellen Stetigförderern, wie beispielsweise Rollen- oder Bandförderanlagen, kommt der Bürstenförderer mit deutlich weniger bewegten Teilen aus: allein der Schwingungsgeber (Umwucht) ist dynamisch, alles andere sind statische Bauteile. Es müssen keine Rollen oder Gurte mehr ausgetauscht werden, wodurch die Handhabung, insbesondere in Bezug auf Wartung und Instandhaltung wesentlich vereinfacht wird. Darüber hinaus lässt sich eine Verteilfunktion durch leichtes Abschwenken (kleiner 10°) sehr einfach realisieren. Da die einzelnen Module der Gesamtanlage unabhängig voneinander steuerbar sind, ist eine Staufunktionalität durch Anhalten einzelner Förderelemente anstelle des gesamten Systems gegeben.

Besonders geeignet ist der Bürstenförderer um Fördergüter mit empfindlichen Oberflächen zu transportieren. Hierbei sind Anwendungen für Möbelteile, lackierte Bleche oder Leuchtmittel denkbar. Neben der reinen Transportaufgabe sind automatische Zuführung zu blechverarbeitenden Maschinen und die Versorgung von Montageplätzen denkbare Einsatzfelder.

Veröffentlichungen

Berghoff, G.; Prasse, C.: Der Bürstenförderer - ein neues Transportsystem In: Hebezeuge Fördermittel, Berlin 48 (2008) 9, S. 540-543