ZF-Zukunftsstudie 2016 »Die letzte Meile«

Autonome Fahrzeuge 2030 Option für die letzte Meile

Pressemitteilung / 28.9.2016

Welche Technologien werden 2030 Einzug in die letzte Meile erhalten haben? Das hat das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML für die ZF Friedrichshafen AG und in Kooperation mit dem ETM-Verlag in der ZF-Zukunftsstudie 2016 untersucht. Erste Ergebnisse der Studie haben die Wissenschaftler am 28. September 2016 auf der IAA Nutzfahrzeuge vorgestellt.

Immer mehr Menschen kaufen Waren online. Das gilt mittlerweile auch für Lebensmittel: Der Markt für Lebensmittel im Online-Handel wächst derzeit um annähernd 19 Prozent jährlich. Trends wie Same-Day-Delivery verschärfen den Druck auf die Dienstleister der letzten Meile weiter. Hinzu kommen Herausforderungen wie Umweltzonen, Durchfahrtsbeschränkungen und der Klimawandel. Das macht neue Zustelllösungen und emissionsarme Fahrzeuge unumgänglich.

Darum hat das Fraunhofer IML in der ZF-Zukunftsstudie 2016 einen Blick in die Zukunft gewagt und ermittelt, welche Chancen und Risiken sich für Logistikdienstleister und Gesellschaft ergeben. Auf Grundlage von Experteninterviews und Best-Practice-Beispielen untersuchten die Wissenschaftler vor allem, welchen Beitrag neue Technologien leisten können, um den Transport auf der letzten Meile stärker auf die Bedürfnisse von Versendern, Empfängern und Kommunen auszurichten.

Insgesamt unterzogen sie dabei sieben verschiedene Technologien und Trends einer Betrachtung: 3D-Druck, autonome Fahrzeuge, Elektromobilität, Digitalisierung, Internet der Dinge, Transportdrohnen und Zustellroboter. »Wie der Zustellprozess in zehn Jahren exakt aussehen wird, können wir natürlich nicht vorhersagen – alle diese Technologien geben wichtige Impulse. Dennoch kommt nicht allen die gleiche Bedeutung zu. Es ist abzusehen, dass beispielsweise Elektromobilität eine dominantere Rolle spielen wird als 3D-Druck oder Transportdrohnen«, erklärt Prof. Dr. Uwe Clausen, Institutsleiter am Fraunhofer IML, der die Ergebnisse auf der IAA Nutzfahrzeuge vorgestellt hat.

Als entscheidenden Trend hat die Studie das autonome Fahren identifiziert. Dies werde im Jahr 2030 eine Option für die letzte Meile darstellen. »Beim Thema autonomes Fahren befinden wir uns aktuell in einer spannenden Situation. Die technologischen Grundlagen sind da – jetzt stellt sich die Frage, ob die Infrastruktur und die Logistikwirtschaft darauf vorbereitet sind«, so Clausen. Offene Fragen etwa zur Sicherheit zu klären, sei entscheidend für die gesellschaftliche Akzeptanz und den wirtschaftlichen Nutzen eines autonomen Lieferwagens.

Außerdem prognostizieren die Forscher, dass der Elektro-Lkw 2030 ein Serienprodukt sein wird; und Transportdrohnen würden in ausgewählten Nischen eingesetzt, um zeitkritische Waren vor allem in ländlichen Räumen zu befördern. Darüber hinaus würden sich Zustellroboter mit Elektro-Antrieb autonom durch urbane Räume bewegen.