LogiMAT 2017: Fraunhofer IML und SICK entwickeln flexibles Fahrzeug für Testzwecke

Wenn der Behälter zum Fahrzeug wird

Pressemitteilung / 14.3.2017

Ein modulares Fahrerloses Transportfahrzeug soll die Abläufe in Montagelinien optimieren: Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML und der Sensorhersteller SICK AG arbeiten gemeinsam an der neuen Lösung für individuelle Fertigungsprozesse.

In einer Montagelinie durchlaufen die unterschiedlichsten Produkte eine Reihe individueller Fertigungsprozesse. Je nach Produkt müssen dafür an einzelnen Stationen verschiedene Materialien bereitgestellt werden – zum Beispiel Komponenten oder Baugruppen. In der Praxis sind diese Vorgänge bisher mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Eine neue Lösung bietet nun ein modulares Fahrerloses Transportfahrzeug (FTF), das das Fraunhofer IML gemeinsam mit der SICK AG entwickelt hat. Das Besondere an dem neuen Fahrzeug: Es ist je nach Anforderung modular einsetzbar – beispielsweise durch den Einsatz unterschiedlicher Lastaufnahmemittel und verschiedener Sensoren. Damit ist das FTF auch ideal für Testzwecke geeignet.

»Flexibel einsetzbare, modulare Fahrzeuge in einem solch kleinen Format sind genau das, was wir in der Social Networked Industry der Zukunft brauchen. Die SICK AG steht für intelligente und sichere Sensorik – auch in der Interaktion von Mensch und Maschine. Nun gehen sie mit uns den nächsten Schritt in der Entwicklung cyberphysischer Systeme für die Intralogistik«, betont Prof. Dr. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML.

Die kompakten Transportfahrzeuge mit einem Grundmaß von nur 600 x 400 Millimeter sind zudem in der Lage, Wartezeiten während des Einsatzes zum automatischen Zwischenladen ihrer Akkus zu nutzen und lassen sich so permanent einsetzen – die Fertigungsprozesse müssen nicht unterbrochen werden. Ein weiterer Vorteil ist ihr günstiges Verhältnis von Eigengewicht zu Traglast. Die FTF können in der Montagelinie auf verschiedenste Weise zum Einsatz kommen: Sie liefern nicht nur benötigte Teile im Produktionsprozess, sondern können Behälter sogar direkt in Maschinen hinein übergeben.

Ein konkretes Beispiel für den Einsatz der FTF ist der Transport von Materialien zwischen den Montagestationen und den Folgeprozessen in der Sensor-Montage bei SICK. Als Transport- und Arbeitshilfsmittel werden dabei »Trays« eingesetzt – offene Transportbehälter. Außerdem nutzt SICK sie als Versuchsplattform zum Testen und Evaluieren verschiedener Sensoren. So soll es möglich werden, weitere Sensoren sowohl mechanisch als auch elektronisch und softwareseitig mit möglichst geringem Zusatzaufwand zu integrieren. SICK strebt es an, die Entwicklung der FTF-Plattform durch seine interne Ausbildungsabteilung zu begleiten sowie Erweiterungen (z. B. die Integration neuer Sensoren, Anpassungen in der Fahrzeuglogik) selbst durchzuführen. Der Austausch zwischen allen beteiligten Mitarbeitern soll einen möglichst großen Know-how-Transfer zwischen Forschung und Praxis gewährleisten.

Das Fraunhofer IML präsentiert das FTF auf der LogiMAT 2017 in Halle 1, Stand 1K61.