Neues Forschungsprojekt am Fraunhofer-Center für Logistik und Mobilität gestartet

Verbesserte Nahmobilität soll Integration von Migranten fördern

Pressemitteilung / 15.2.2017

Die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und der Zugang zum Arbeitsmarkt sind Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration von Migranten in Deutschland. Beides hängt entscheidend von einer selbständigen und flexiblen Mobilität des Einzelnen ab. Das Center für Logistik und Mobilität des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML in Frankfurt hat nun ein Projekt gestartet, das sich mit dem alltäglichen Mobilitätsverhalten von Migranten in der Rhein-Main-Region beschäftigt. Der Kick-off für das Projekt fand im Februar 2017 im House of Logistics and Mobility (HOLM) am Frankfurter Flughafen statt.

Sprachbarrieren, fehlende Ortskenntnis und andere Mobilitätsgewohnheiten können den Alltag von Migranten schnell erschweren. Ob abweichende Verkehrsregeln oder der Umgang mit einem Ticketautomaten – Hindernisse lauern überall. Doch Mobilität zu gewährleisten, ist gerade für die Integration von Migranten wichtig: Sind sie mobiler, können sie Bewerbungsgespräche wahrnehmen, zu ihrem Arbeitsplatz gelangen oder auch an Veranstaltungen zur Integration teilnehmen.

Darum analysiert das Projekt »Nahmobilität für Migranten als Bestandteil einer erfolgreichen Integrationsstrategie – Eine Bedarfsanalyse für das Rhein-Main-Gebiet« das Alltagsmobilitätsverhalten von Migranten und entwickelt Lösungsansätze für ihren Mobilitätsbedarf, um eine erfolgreiche Integration zu fördern und zu unterstützen. Realisiert wird das Projekt über Befragungen, an denen Migranten freiwillig teilnehmen können. Damit erhoffen sich die Forscher des Fraunhofer IML Erkenntnisse darüber, welche Mobilitätsangebote Migranten wahrnehmen und welche Probleme dabei auftreten. Zudem führen sie Interviews mit Experten durch, die Migranten in ihrer Anfangszeit beraten, begleiten oder unterstützen.   

Die Ergebnisse dieser Untersuchung dienen dann als Grundlage für Lösungsansätze, um die Mobilität von Migranten zu fördern – vor allem im Hinblick auf ihre Anforderungen und unter Berücksichtigung spezieller Probleme wie etwa fehlende Sprachkenntnisse und dezentrale Wohnlagen. Da das Problem der dezentralen Wohnlagen nicht allein für Migranten, sondern etwa auch für die Landbevölkerung besteht, wollen die beteiligten Wissenschaftler aus den gewonnenen Erkenntnissen schließlich auch Synergien und Vorteile für weitere Bevölkerungsgruppen identifizieren. Ein weiterer Aspekt wird darüber hinaus die Frage sein, was regionale Akteure beispielsweise aus dem ÖPNV tun können, um die Mobilität von Migranten zu verbessern.

»Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zu einer fundierten Wissensbasis über die Mobilität von Migranten im Alltag sowie zur bedarfsgerechten Weiterentwicklung des Angebots im öffentlichen Verkehr«, unterstreicht Prof. Dr. Uwe Clausen, Institutsleiter am Fraunhofer IML.

Das Projekt wird von der HOLM-Innovationsförderung gefördert und voraussichtlich Ende 2017 abgeschlossen. Assoziierte Partner unter der Leitung des Fraunhofer IML sind der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), Asyl Alsbach-Hähnlein e. V., die Stadtverwaltung Oberursel (Taunus) sowie die Landeshauptstadt Wiesbaden, vertreten durch das Amt für Soziale Arbeit im Verbund mit dem Amt für Grundsicherung und Flüchtlinge.

 

Kontakt:

Isabella Geis
Projektleiterin Mobilität
Center für Logistik und Mobilität
Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML
Bessie-Coleman-Straße 7
60549 Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 668 118-302
Mail: isabella.geis@iml.fraunhofer.de