Enterprise Labs

Fraunhofer IML eröffnet Enterprise Lab Center

Pressemitteilung / 28.6.2016

Im neuen Enterprise Lab Center des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML beziehen die Think Tanks der angewandten Logistikforschung einen eigenen neuen Gebäudeteil. Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, hat die Räumlichkeiten am 27. Juni 2016 im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung eröffnet.

Svenja Schulze bei der Podiumsdiskussion zur Eröffnung des Enterprise Lab Center
© Foto Fraunhofer IML

Svenja Schulze diskutierte bei der Podiumsdiskussion zur Eröffnung des Enterprise Lab Center mit Prof. Dr. Michael ten Hompel und den Lab-Partnern des Fraunhofer IML über die Zukunft der angewandten Logistikforschung.

Ob BMW, Würth, DB Schenker oder Sick – sie alle setzen auf eine neue Form kooperativer Forschung: die »Fraunhofer Enterprise Labs«. Gemeinsam mit Forschern des Fraunhofer IML arbeiten Mitarbeiter aus den Unternehmen vor Ort an konkreten Innovationen. Am 27. Juni wurden nun die neuen Räume für die Think Tanks der angewandten Logistikforschung feierlich eröffnet.

»Das neue Enterprise Lab Center ist die Zukunft der Forschung. Die Kombination aus Coworking Spaces, hochmoderner technischer Ausstattung und enger Form der Zusammenarbeit erschließt eine ganz neue Dimension der interdisziplinären Forschung und Entwicklung zwischen Unternehmen und dem Fraunhofer IML. Ohne die Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen wäre das nicht möglich gewesen«, unterstreicht Prof. Dr. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML.

Im Rahmen der feierlichen Eröffnung machte sich NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze ein Bild vom neuen Enterprise Lab Center. »Dieses Zentrum bildet einen Meilenstein in der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft. Es bedeutet eine große Chance, nicht nur für die Logistik, sondern für die gesamte Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen. Hier werden viele Ideen aus der Digitalisierung und Industrie 4.0 konkret zur technologischen Umsetzung gebracht, so dass am Ende Mensch und Umwelt davon profitieren«, so Schulze.

Die Forschungsschwerpunkte im Enterprise Lab Center reichen von innovativer Logistikhardware über Software und Big Data bis hin zu neuen Geschäftsmodellen. Im Gegensatz zur heute üblichen Projektforschung lässt es sich in einem Enterprise Lab deutlich schneller und effizienter forschen, denn Lab-Forschung ist auf Dauer angelegt und beruht auf einem mindestens dreijährigen Vertrag zwischen den Unternehmen und der Fraunhofer-Gesellschaft. Gemeinsamer Grundgedanke ist es, neue, agile und interdisziplinäre Formen kooperativer Forschung und Entwicklung umzusetzen. »Ein großer Vorteil der Labs sind die kurzen Dienstwege sowohl zwischen Wirtschaft und Forschung, als auch zwischen Arbeitsplatz und moderner Infrastruktur«, erläutert ten Hompel. So können im neuen Lab Center Prototypen für Produkte wie beispielsweise Mikro-SMD-Schaltungen mit Bauteilgrößen bis hinunter zu 0,1 mm in kürzester Zeit direkt vor Ort entwickelt, gebaut und sogar in Kleinserien gefertigt werden.  

Möglich macht das die Verschmelzung der umfangreichen Fertigungskapazitäten des Fraunhofer IML mit dem Enterprise Lab Center an einem Ort: von der Mechanik über die Elektronik bis hin zur Steuerungstechnik. Selbst die mechanische Werkstatt des Dormunder Instituts ist über einen Aufzug mit dem Lab Center verbunden.

Durch den Umbau einer bestehenden Versuchsfläche und den Einzug in zwei neue Etagen hat das Fraunhofer IML 435 m2 Coworking Space mit fast 50 Arbeitsplätzen für das Enterprise Lab Center geschaffen. Die Umbaukosten wurden von der Fraunhofer-Gesellschaft übernommen, die Einrichtung vom Fraunhofer IML; die technische Ausstattung wurde mit insgesamt 700.000 Euro vom Land NRW gefördert.

»Die Schnelllebigkeit des technologischen Wandels erfordert es, Forschungsschwerpunkte flexibel an aktuelle Ergebnisse und Erkenntnisse anzupassen. Das Konzept der Enterprise Labs mit seiner Durchlässigkeit zwischen Wirtschaft und Forschung ermöglicht uns genau diese Weiterentwicklung über ein eher statisches Projektdenken hinaus«, erklärt Prof. Dr. Michael Henke, ebenfalls Institutsleiter am Fraunhofer IML und Moderator der Podiumsdiskussion bei der Eröffnungsfeier.

Seit 2013 haben sich die Unternehmen Sick AG, Würth Industrie Service, DB Schenker AG und zuletzt die BMW Group für ein »Fraunhofer Enterprise Lab« entschieden. Darüber hinaus engagiert sich die AUDI AG in ähnlicher Form mit dem »Audi Logistics Lab« und einer dazugehörigen Stiftungsprofessur von Prof. Dr. Boris Otto an der Technischen Universität Dortmund.

 

Das sagen die Kooperationspartner der Enterprise Labs des Fraunhofer IML:

 

Dr. Robert Bauer, Vorsitzender des Vorstands, SICK AG:

»Industry on Campus hat uns überzeugt, denn hier arbeiten Forschung und Industrie gemeinsam und praxisnah an Innovationsthemen. So ist ein regelmäßiger Austausch auf kurzen, informellen Wegen gegeben und es entsteht eine Plattform für die Vernetzung von Forschung und Industrie.«

 

Dr. Thomas Böger, Vorstandsmitglied, Schenker Deutschland AG:

»Das neue Enterprise Lab Center verbindet die Forschung und Entwicklungen des Fraunhofer IML mit der zukunftsorientierten und internationalen Ausrichtung von DB Schenker. In Zeiten von Industrie 4.0 hat DB Schenker die Bedeutung und die Chancen der Digitalisierung erkannt. Zusammen arbeiten wir an innovativen Lösungen, die uns fit für den Wettbewerb der Zukunft machen.

 

Dr. Dirk Dreher, Vice President Foreign Supply, BMW Group:

»Das BMW Enterprise Lab am Fraunhofer IML ist ein wichtiger Baustein im globalen Logistik-Innovations-Netzwerk der BMW Group. Die neue Form der Zusammenarbeit ermöglicht uns hier, Technologien und Verfahren zu entwickeln, die unserem Anspruch an Flexibilität und Schnelligkeit genügen und den Weg in die schnelle Umsetzung finden. Nur ein flexibles Logistiknetzwerk mit agilen Partnern entlang der gesamten Supply Chain ist in der Lage, auch disruptive Veränderungen in der Zukunft zu bewältigen. Mit ähnlichen Zukunftsbildern stellten wir schnell fest, dass die Partnerschaft zwischen BMW und dem Fraunhofer IML eine erfolgreiche Zusammenarbeit verspricht. Unser Leitsatz »Innovation mit Wirksamkeit« wird in den aktuellen gemeinsamen Projekten erlebbar.«

 

Stefan Reuss, Geschäftsführer, Würth Industrie Service GmbH und Co. KG:

»Als junges, innovatives Unternehmen braucht die Würth Industrie Service GmbH die Spezialisten des Fraunhofer IML mit hoher Fach- und Methodenkompetenz, um neue Ideen strukturiert in Lösungskonzepte und dann in tolle Produkte zu überführen. Das Enterprise Lab bietet dazu die notwendige Flexibilität, so können spontane Einfälle schnell in zielgerichtete Lösungen umgesetzt werden, ohne dass ein großer administrativer Aufwand entsteht. Wir können uns kreativ austoben und für die Umsetzung indirekt auf das gesamte Know-how des Fraunhofer-Netzwerks zurückgreifen.«