Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Rhein-Ruhr-OWL

Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

Befähigungskette Industrie 4.0

Digitale Transformation für den Mittelstand

Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Rhein-Ruhr-OWL

Mit der Umsetzung von Industrie 4.0 kann es nun einen weiteren entscheidenden Schritt vorangehen: Das neue Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum – getragen vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund, der EffizienzCluster Management GmbH sowie wissenschaftlichen Einrichtungen aus dem Raum Ostwestfalen-Lippe und Aachen – wird speziell kleine und mittlere Unternehmen bei der digitalen Transformation unterstützen. Es ist eines von bundesweit zunächst fünf Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren, die Teil der neuen Förderinitiative „Mittelstand 4.0 – Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse“ des BMWi sind. Die Initiative soll Mittelstandsunternehmen helfen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und neue Geschäftsfelder im Kontext von Digitalisierung und Industrie 4.0 zu erschließen.

Ohne die Digitalisierung von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen entlang der industriellen Wertschöpfungskette werden kleine und mittelständische Unternehmen auf Dauer nicht wettbewerbsfähig bleiben. Um das zu verhindern, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im September 2015 den Start von fünf Kompetenzzentren bekannt gegeben – mit dem Ziel, den Mittelstand an Industrie 4.0 und die
Digitalisierung heranzuführen

Industrie 4.0 – eine Befähigungskette umsetzen

Der Aufbau des Kompetenzzentrums schafft eine Anlaufstelle für KMU in der Zielregion NRW. Darüber hinaus wird die Koordinations- und Organisationsstruktur geschaffen, um die Kompetenzen und Angebote eines breiten Partnernetzwerks effektiv einzubinden. Dabei unterstützt es die Unternehmen auf allen Ebenen bei der Umsetzung der Industrie 4.0 – von der frühen Information und Sensibilisierung bis zur Umsetzung.

Entlang einer Befähigungskette erfolgt dies in fünf Elementen. Das erste Element »Informieren« dient zur Orientierung und soll das neueste Wissen zu Industrie 4.0 verbreiten. Hierzu zählen unter anderem Veranstaltungen, die sich an konkreten Unternehmensbedürfnissen, wie etwa IT-Sicherheit, orientieren, oder auch Unternehmenssprechstunden zu gewünschten Themen.

Ziel des »Demonstrierens« ist es, bei den Mittelständlern ein Bewusstsein für Industrie 4.0 zu schaffen und sie für die Erprobung von Technologien und Methoden zu mobilisieren. Denn Industrie 4.0 ist bereits live erlebbar – und das soll sie auch für die Unternehmen sein. Erreichen wollen die beteiligten Wissenschaftler das etwa mithilfe von Lab-Touren zu einzelnen Demonstratoren oder durch Bootcamps, in denen Fachkräfte gar über mehrere Wochen hinweg an laufenden Industrie 4.0-Projekten in den Demonstrationszentren mitarbeiten.

Das Befähigungselement »Konzipieren« bietet technologiespezifische Beratung und die Konzipierung von Anwendungen. Die Forscher unterstützen die Unternehmen, indem sie beispielsweise geeignete Einführungsstrategien von Industrie 4.0 bestimmen. Im Element »Qualifizieren« werden kleine und mittelständische Unternehmen dann für den Einsatz von Industrie 4.0-Methoden und -Technologien über verschiedene Qualifizierungsangebote fit gemacht.

Letztes Element ist das »Umsetzen«. Hier erfolgt die Anwendung von Industrie 4.0-Methoden und -Technologien in der Praxis. Hierfür sind über 24 Umsetzungs- und Transferprojekte geplant. Während die Umsetzungsprojekte regionale Besonderheiten aufgreifen und zu  Best-Practice-Beispielen werden sollen, erarbeiten die Wissenschaftler in den Transferprojekten zusammen mit mittelständischen Unternehmen kleinere unternehmensspezifische Problemlösungen.

Die Angebote der Befähigungselemente sowie die Umsetzungs- und Transferprojekte sind für die beteiligten Mittelständler kostenlos sein. Die Finanzierung erfolgt über sogenannte Beratungsgutscheine, die bei den Forschungsstellen für Unterstützungsleistungen eingelöst werden – damit in Zeiten von Industrie 4.0 auch ein Mittelstand 4.0 entstehen kann.

Drei Hubs

Das neue Kompetenzzentrum wird vom Bund mit 7 Millionen Euro im Rahmen der Förderinitiative »Mittelstand 4.0 – digitale Produktions- und Arbeitsprozesse« gefördert. Durch die Partner steht die fachliche Expertise sowie die Management- bzw. Umsetzungserfahrung in Produktentwicklung, Produktion und Logistik in idealer Weise zur Verfügung. Das Kompetenzzentrum agiert über die drei Hubs: Ostwestfalen-Lippe,
Metropole Ruhr und Rheinland. Sie dienen als lokale Zugänge zum Leistungsangebot für die Unternehmen und nutzen gemeinsame
Synergien in Geschäftsführung und zentralen Diensten. In den Hubs steht eine hervorragend ausgebaute Infrastruktur in Form von exzellenten wissenschaftlichen Kapazitäten, Demonstrations- und Experimentierumgebungen zur Verfügung. Die mittelständischen Unternehmen profitieren von dieser Synergie und der vorhandenen Infrastruktur durch ein breites Angebot für den Wissenstransfer.

 


 

Hohe Expertise für Mittelstand nutzbar machen

Eine intelligente und vernetzte Logistik gilt dabei als wichtiger Bestandteil von Industrie 4.0. Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML und die EffizienzCluster Management GmbH können dabei auf eine hohe Expertise in den Themenfeldern Internet der Dinge, Digitalisierung und Industrie 4.0 verweisen. Mit Enterprise Labs und in Beratungsprojekten unterstützt das Fraunhofer IML Unternehmen bereits heute dabei, Konsortien für Forschungsprojekte aufzubauen und Industrie 4.0-Anwendungen zu testen.

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