Verpackungslabor

Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

Ein optimal abgestimmtes Verpackungssystem bildet die Grundlage, um Produkte sicher und beschädigungsfrei zum Kunden zu transportieren. Hierfür müssen Verpackung, Ladungsträger, Ladeeinheiten- und Ladungssicherung belastungsgerecht ausgelegt sein. Schwachstellen, Einsparpotentiale und die Leistungsfähigkeit von Verpackungen, Ladungsträgern und Ladeeinheiten werden im Verpackungslabor des Fraunhofer IML analysiert und bewertet. Hierfür entwickeln wir mit Ihnen einen individuellen Prüfplan. Anschließend simulieren wir in unserem Verpackungslabor, die während ihrer Transport-, Umschlag- und Lagerprozesse auftretenden Belastungen.

Die Prüfmöglichkeiten reichen von der einzelnen Transportverpackung, dem Ladungsträger, der kompletten Ladeeinheit bis hin zur verwendeten Ladungssicherung. Hierbei wenden wir nationale und internationale Prüfnormen an. Nach Abschluss der Prüfungen erhalten Sie einen anerkannten und qualifizierten Ergebnisbericht.

Zahlen / Daten / Fakten

  • Leiter und ggf. Stellvertreter: Dr. Volker Lange / Gerrit Hasselmann / Ralf Wunderlich
  • Größe / Grundfläche: 400 m²
  • Anzahl der Maschinen: 9 Prüfanlagen, 4 Klimaschränke / -räume
  • Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter: 6
  • Datum der Eröffnung: 1986 (Modernisierung: 2012)
  • Besonderheiten: Prüfung von Ladeeinheiten, Großladungsträgern, Transportverpackungen und Paletten

 

Informationen:

Aufgabe jeder Verpackung ist es, das verpackte Produkt vor Beschädigungen zu schützen. Schäden entstehen in aller Regel durch äußere Belastungen, die auf die Verpackung einwirken. Das können Belastungen sein, die in der Lagerung oder beim Transport üblich sind - wie Stapeldruck, Stöße oder Vibrationen. Aber auch extreme Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnisse machen den Verpackungen zu schaffen.

Eine sorgfältige Analyse der vorgesehenen Distributionsstruktur ist daher der erste zwingend notwendige Schritt jeder Prüfung. Auf dieser Grundlage erstellen wir individuelle Prüfkonzepte, welche auf internationalen und nationalen Normen aufbauen. Im Anschluss simulieren wir die einzelnen Schritte der Distributionskette im Verpackungslabor des Fraunhofer IML. Rasch identifizieren wir mögliche Fehlerquellen und konzipieren anschließend individuell optimale Lösungen für den jeweiligen Kunden. Das Verpackungslabor ist Zulassungsstelle für Kunststoff-Paletten (DIN Certco) und  Großladungsträger (VDA). Das Labor arbeitet u. a. mit den sogenannten »International Safe Transit Association« ISTA-Procedures. Es ist außerdem regelmäßig an deutschen und europäischen Forschungsvorhaben beteiligt: Aktuell am Projekt »CoSaTT«, einem Forschungsvorhaben zur Verbesserung von Ladungssicherung bei LKW-Transporten. Es findet  im Rahmen des »European Small and medium sized enterprises (EraSME)«-Programms statt, das die Zusammenarbeit von Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) und Forschungseinrichtung innerhalb Europas fördert.



Einzigartige Prüfanlage HITS - Horizontal Impact Test System
Die eigens für das Fraunhofer IML in den USA gebaute Prüfmaschine erweitert die Möglichkeiten der Wissenschaftler deutlich: Das »Horizontal Impact Test System« (HITS)  ist 17 Meter lang, 1,5 Meter breit und 2,8 Meter hoch und entspricht damit einem Teil einer Lkw-Ladefläche mit Stirnwand. Die Ladefläche wird auf einer 17 Meter langen Schiene auf Geschwindigkeit gebracht und wieder abgebremst. Sie kann gleichzeitig zwei Paletten mit einem Gewicht von 1.500 Kilogramm Masse realen Belastungen durch Bremsvorgänge, die Querbelastungen beim Kurvenfahren und Rangierstöße beim Koppeln von Eisenbahnwaggons, Kurvenfahrten und Bremsvorgänge beim Lkw sowie Rangierstöße bei der Eisenbahn aussetzen.
Erst dadurch können Maßnahmen zur Bildung von Ladeeinheiten material- und kosteneffizient entwickelt werden. Durch diesen realitätsnahen Aufbau ermöglicht es HITS auch die vielen kleinen Kräfte darzustellen, die unterwegs auf die unterschiedlichen Liefergegenstände einwirken – und das auch über längere Zeiträume.

 

 

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