APEM - Automatische Paletten-Etikettier-Maschine

Die EPAL Europalette ist der mit großem Abstand verbreiteteste Ladungsträger in Deutschland und Europa. Allein in Deutschland sind ca. 100 Mio. Stück  im Umlauf. Der offene Pool und die freie Tauschbarkeit, welche auf der einen Seite den Einsatz in allen Branchen ermöglichen, bergen auf der anderen Seite erhebliche Probleme in der Organisation und Qualitätssicherung u.a. durch hohe Schwundraten (bis zu 25%) und Plagiate. Eine eindeutige Kennzeichnung der Palette mit einem multifunktionalen Label (RFID, Barcode, 2D-Code und Klarschrift) hat das Potenzial diese Schwachstellen im Handling dieser Mehrwegladungsträger erheblich zu minimieren und gleichzeitig auch die Warendistribution zu optimieren.

Die Umsetzung der Idee, jede EPAL Europalette mit einem Label zu versehen, erfordert aufgrund der im Markt befindlichen Palettenmengen und der Gewährleistung einer einheitlichen Anbringungsqualität, die maschinelle Applikation des Labels. Diese zu entwickeln ist Gegenstand des Forschungsprojekts  APEM. Ziel ist es, eine Maschine zur automatischen Kennzeichnung von EPAL Europalette mit einem weltweit eindeutigen Nummernetikett hervorzubringen. Dazu fließen Kennzeichnungsstandards und aktuelle Empfehlungen der Standardisierungsorganisation GS1 in Bezug auf die Kennzeichnung von Europaletten mit RFID-Transpondern in die Entwicklung ein.

Im Fokus der Entwicklungsarbeiten steht die automatische Applizierung an sich und der flexible Einsatz des Applikators in unterschiedlichen technischen Umfeldern bzw. Anwendungen wie z.B. einer Palettenproduktionsanlage, einem Palettenmagazin oder einen Palettenförderanlage. Die Herausforderung bestehen in der maschinentechnischen Entwicklung des Applikators auf nicht ganz exakten Anbringungsflächen wie einem Palettenfuß, das Label sicher und dauerhaft anzubringen. Zudem ist mit dem geplanten flexiblen Einsatz des Applikators eine Steuerungsarchitektur zu entwickeln, die an die Steuerung verschiedener Anlagentypen adaptierbar ist.

Die Einsatzmöglichkeiten der zu entwickelnden Etikettierungsanlage liegen sowohl bei den Herstellern von Holzpaletten als auch Poolbetreibern und industriellen Anwendern mit hohem Palettendurchsatz. Die eindeutige Kennzeichnung und automatische Erfassung ermöglicht die Beseitigung von Intransparenz, das Senken von Schwundzahlen und damit letztendlich die Senkung von Kosten. Aufgrund des sehr hohen Durchdringungsgrades der Europalette als „der Ladungsträger“ in Handel und Industrie ist hierdurch ein Mitnahmeeffekt für weitere Anwendungen zu erwarten.

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