Bürstenförderer

Konzeptstudie für eine Förder- und Verteileinrichtung

adcadc

Der Bürstenförderer transportiert und verteilt Material mittels in Schwingungen versetzter Borstenplatten. Sein Aufbau ist modular und lässt sich nach Bedarf aus verschiedenen Funktionskomponenten zusammenstellen. Die erstmalig gebaute Förder- und Verteileinrichtung besteht aus einer Linearfördereinheit und einer Verteilfunktion dargestellt durch eine 3-Wege-Weiche. Die modulhafte Gestaltung ermöglicht zudem die Kombination mit anderen Fördertechniken.

Der Aufbau ist einfach und kostengünstig bei niedrigem Wartungs- und Ersatzteilbedarf. Das hier dargestellte Funktionsmodell des Bürstenförderers wurde für leichte Stückgüter wie Pakete bis 32,5 kg oder auch nicht quaderförmige Körper entwickelt. Das Spektrum der Möglichkeiten reicht von Kästen und Kartons über runde Formen wie Bälle oder Rohre bis zu einer Vielzahl an Fertigungsteilen ohne konkrete Geometriefestlegungen.

Funktionsprinzip

Das zugrundeliegende Wirkprinzip beruht auf der Vibration von Förderoberflächen, die mit schräg angestellten Borsten ausgestattet sind. Die Borsten sind in 15 Grad Neigung angeordnet und definieren so die Förderrichtung. Grundvoraussetzung ist eine Mindeststeifigkeit sowie eine Mindestgröße der zu fördernden Güter von doppeltem Borstenabstand um eine Förderfähigkeit zu garantieren. Eine zusätzliche V-förmige Anordnung der Bürstenflächen in Richtung Förderermitte gewährleistet eine sichere Führung und Zentrierung der zu transportierenden Güter. Beides, die Borstenneigung und eine definierte Schrägstellung der Förderoberfläche bieten zudem die Grundlage für eine dynamische Veränderung der Wegführung ohne zusätzliche Anschläge oder weitere aktive Elemente.

Einsatzbereiche

Besonders geeignet ist der Bürstenförderer um Fördergüter mit empfindlichen Oberflächen zu transportieren. Hierbei sind Anwendungen für Möbelteile, lackierte Bleche oder Leuchtmittel denkbar. Neben der reinen Transportaufgabe sind automatische Zuführung zu blechverarbeitenden Maschinen und die Versorgung von Montageplätzen denkbare Einsatzfelder.

Erstes Fazit zum System und der Idee

Der Bürstenförderer kommt im Vergleich zu Rollen- oder Bandförderanlagen mit deutlich weniger bewegten Teilen aus: Allein der Schwingungsgeber ist dynamisch, der Rest sind statische Bauteile. Es müssen keine Rollen oder Gurte ausgetauscht werden, dadurch ist die Handhabung dieser Fördertechnik im praktischen Einsatz wesentlich vereinfacht. Außerdem lässt sich eine Verteilfunktion durch leichtes Abschwenken (kleiner 10°) sehr einfach realisieren. Da die einzelnen Module der Gesamtanlage unabhängig voneinander steuerbar sind, ist eine Staufunktionalität durch Anhalten einzelner Förderelemente anstelle des gesamten Systems gegeben.

Veröffentlichungen

Berghoff, G.; Prasse, C.: Der Bürstenförderer - ein neues Transportsystem In: Hebezeuge Fördermittel, Berlin 48 (2008) 9, S. 540-543