Wertstromanalyse in der Logistics Administration

Wertstromanalyse in der Logistics Administration

Administrative Prozesse in der Intralogistik zeichnen sich insbesondere durch die immaterielle Eigenschaft von Informationen, vielfältige Schnittstellen und einen geringen Standardisierungsgrad aus. Mitarbeiter in der Administration sind meistens in vielfältige Aufgaben mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden und Know-how-Anforderungen eingebunden, was sich unmittelbar in Doppelarbeit, unklaren Prozess-Verantwortungen und einem hohen Ressourceneinsatz widerspiegelt.

Um den vielfältigen und komplexen Anforderungen, die an die Analyse und Optimierung administrativer Logistikprozesse gestellt werden, gerecht zu werden, bedarf es geeigneter und praxisnaher Methoden. In der Produktion und in der operativen Logistik hat sich hierzu die Wertstromanalyse als die erfolgreichste und effektivste Methode etabliert. In der administrativen Logistik fehlten bislang Methoden, mit denen Wertschöpfungsanteile visualisiert und quantifiziert werden können. Eine Möglichkeit diese Anteile zu identifizieren sind Verschwendungsarten.  Dazu zählen beispielhaft das ungenutzte Mitarbeiterpotential, Fehler und Wartezeiten, welche die größten Effizienzkiller sind. Diese gilt es kontinuierlich zu eliminieren.

© Foto Fraunhofer IML

Am Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik wurde aus diesem Grund die Wertstrommethode zur Anwendung auf administrative Prozesse in der Intralogistik weiterentwickelt. Als zentraler Baustein von Lean Logistics Administration überzeugt die neue Methode insbesondere in der einfachen, schnellen und nachhaltigen Anwendung sowie der Fähigkeit, Prozesse ganzheitlich darzustellen.

In Aufbau und Symbolik besticht die logistisch-administrative Wertstromanalyse durch die Swimlane-Darstellung, die weiterentwickelten Kunden- und Lieferantensymbole sowie modifizierten Prozesskästen. Durch die Visualisierung von physischen und elektronischen Beständen, werden die Mitarbeiter permanent an die im Arbeitsablauf vorhandene Verschwendung erinnert und zur Prozessverbesserung motiviert. Dies gilt auch für Übergangszeiten, die bei geteilten und zusammenfließenden Informations- bzw. Materialflüssen sowohl aus prozentualen Verteilungen, als auch mithilfe von booleschen Operatoren (AND, OR, XOR) berechnet werden. Eine weitere Stärke der Methode ist die Möglichkeit, für jeden Prozessschritt den Wertschöpfungsanteil zu berechnen und im Prozesskasten zu visualisieren. Der Einsatz der Methode in Praxisprojekten führt umgehend zur Senkung der Durchlaufzeiten und der Erhöhung der Wertschöpfungsanteile.