Internet der Dinge

Wandelbare Echtzeit-Logistiksysteme auf Basis intelligenter Agenten

Das »Internet der Dinge« – ein Begriff, eine Vision, eine neue Perspektive

Die Grundidee ist einfach: Päckchen, Paletten und Behälter werden durch einen Chip gekennzeichnet, der neben Produktinformationen zusätzlich auch deren Transportziel speichert. Wie Datenströme im Internet finden Sendungen ihren Weg zum Ziel selbst. Kommt eine Sendung an eine Sortiermaschine, teilt sie den Bestimmungsort mit, wird entsprechend eingeordnet und zielgerichtet weiterbefördert. Diese Prozesse laufen schnell und autonom ohne eine zentrale Instanz ab. Mit anderen Worten: Selbst ist das Paket!

Die Vision des Internet der Dinge

Die Lebenszykluszeiten einer Anlage verkürzen sich, so dass diese ständig an den logistischen Prozess angepasst werden müssen. Dieser Vorgang wird durch das »Internet der Dinge« vereinfacht.

Standardisierte Komponenten mit dezentraler Eigenintelligenz (Entitäten) ermöglichen eine Teil-Inbetriebnahme einzelner Komponenten. Lokale Ausfälle haben nur Auswirkungen auf die beteiligten Entitäten. Das »Internet der Dinge« erlaubt eine Adaption eines bestehenden Systems an neue Gegebenheiten.

Das Internet – technisches Vorbild

Das Netz der Netze ist zur alltäglichen Selbstverständlichkeit geworden. Ein Mausklick liefert die verlinkten Informationen: sofort, kostengünstig und aktuell. Ob die Daten aus New York, Berlin oder von einem anderen Ort auf der Welt kommen, spielt keine Rolle. Globale Netze mit Standards wie dem TCP/IP-Protokoll sorgen für einen reibungslosen Datenaustausch von Rechner zu Rechner.

Das Internet entwickelt sich zum allgegenwärtigen Medium. Doch nicht nur Rechner, sondern auch die uns umgebenden Dinge werden zunehmend vernetzt. Der Weg zum »Ubiquitous Computing« - der Verfügbarkeit künstlicher Intelligenz an jedem Ort – und zur »Ambient Intelligence« im Sinne einer intelligenten Umgebung, die sich auf die Bedürfnisse des Menschen einstellt, ist vorgezeichnet.

RFID – funkende Etiketten und mehr

Die Basistechnologie für eine Vernetzung von Waren, Gütern und deren Umgebung ist RFID - Radio Frequency Identification. Diese Technologie nutzt die Funkübertragung, um Daten berührungslos von Etiketten - den Tags – zu lesen bzw. auf diese zu schreiben und so Informationen direkt an einem Gut zu verwalten. Auf diese Weise werden Prozesse in der Logistik und auch in vielen Bereichen des täglichen Lebens, wie z.B. in der Medikamentenversorgung, deutlich vereinfacht.

Die Dinge kennen den Weg.

Das »Internet der Dinge«, wie es von der Fraunhofer-Gesellschaft zu einem von zwölf Top-Forschungsthemen benannt wurde, geht einen entscheidenden Schritt über die bloße Speicherung der Daten auf einem RFID-Tag hinaus. RFID-Tags und die Dinge, an denen sie befestigt sind, werden zu eigenständigen Objekten, die ihren Weg durch das »Internet der Dinge« selbst finden und die Systeme steuern, in denen sie sich bewegen.

Diese Entwicklung vollzieht sich in mehreren Schritten, die am Beispiel der Logistik und Materialflusssteuerung anschaulich illustriert werden können.