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Der Markt für Energie aus Biomasse hat sich in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig in Deutschland entwickelt. Lag der erneuerbare Energienanteil am Bruttostromverbrauch 1999 noch bei 5,4%, so konnten in 2006 bereits ca. 11,8% erzielt werden. Die Wärmebereitstellung auf Basis erneuerbarer Energien konnte im selben Zeitraum von 3,5% auf 5,92% gesteigert werden. Gemäß Umweltbundesministerium wurde im Jahr 2006 mehr als die Hälfte der gesamten Endenergien, welche aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wurden, aus Biomasse bereitgestellt. Vor allem bei der Wärmeerzeugung leistet Biomasse einen wesentlichen Beitrag: 93,8% der erneuerbaren Wärme im Jahr 2006 stammt aus Biomasse. Bei der erneuerbaren Stromproduktion spielt Biomasse mit einem Anteil von 25,6% eine kleine Rolle, hat aber in den letzten Jahren im Vergleich zu den anderen Energieträgern aufgeholt (2004: 13,4%).
Gegenüber den fossilen Energieträgern Steinkohle und Öl weisen die verschiedenen Energieträger aus Holz etwa nur die Hälfte des massebezogenen Heizwerts auf, volumetrisch z. T. sogar noch weniger. Aufgrund der dezentralen Quellenstruktur für Holz (viele Anfallstellen mit zum Teil geringen Anfallmengen) sowie der dezentralen Anlagen- und Abnehmerstruktur zur energetischen Verwertung von Holzbrennstoffen (außer Altholz) rücken logistische Fragestellungen bei den Akteuren dieser Branche zunehmend in den Vordergrund. Diese Tatsache hat das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML mit dem vorliegenden Forschungsvorhaben BioLogio aufgegriffen. In diesem waren leistungsfähige und wirtschaftliche Logistiksysteme für die Bereitstellung von Holzbrennstoffen der Fokus.
In Zusammenarbeit mit Akteuren aus der Modellregion »Emscher-Lippe« in Nordrhein-Westfalen und dem parallel laufenden BMU-Forschungsvorhaben BioRegio wurden mögliche Logistiksysteme erarbeitet und auf konkrete Schwachstellen hin analysiert. Hierfür wurden zunächst die grundlegenden Logistikketten für Holzbrennstoffe systematisiert, wobei die jeweiligen Prozesse differenziert beschrieben und mathematisch modelliert wurden. Somit wurde eine Grundlage geschaffen, um zukünftig vergleichbare Prozesse innerhalb von Logistiksystemen abzubilden und Kennzahlen wie beispielsweise die Prozesskosten zu ermitteln.
Als Praxisbeispiel wurde die bislang kaum genutzte Holzbrennstoffquelle Straßenbegleitholz näher untersucht. Im Rahmen einer Umfrage wurde gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW sowie dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW ein Konzept zur detaillierten Abschätzung der jährlich anfallenden Mengen an Straßenbegleitholz (SBH) entwickelt, aus den Praxisdaten Kennzahlen zum Potential abgeleitet sowie das Potential für die Modellregion, für NRW sowie für Deutschland insgesamt abgeschätzt. Weiterhin wurde die logistische Bereitstellungskette von internen sowie externen Pflegemaßnahmen des Straßenbegleitholzes modelliert und monetär bewertet. Es wurden die Kosten treibenden Prozesse identifiziert, die Schwachstellen diskutiert und Lösungswege für eine wirtschaftliche Bereitstellungskette aufgezeigt.
Ferner wurde das Konzept »Energieholzhof« als wesentlicher Bestandteil einer regionalen Supply Chain »Holzbrennstoff« untersucht. Hierzu wurden bestehende Holzhofkonzepte recherchiert und mittels einer Telefonumfrage bei Energieholzhöfen validiert. Es wurden Kennzahlen für die jeweiligen logistischen Prozesse ermittelt und darauf aufbauend eine Flächenfunktionsplanung für einen Energieholzhof entworfen.
Der Endbericht des Forschungsvorhabens BioLogio wird auf Anfrage gern zur Verfügung gestellt.
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